Initiative des „Team Anne“

von Redaktion

Pokalmeisterschaft bringt 1.100 potenzielle Lebensretter

Kolbermoor – Während weltweit Milliarden Menschen die Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen, ging es in Kolbermoor in den vergangenen Monaten um einen Pokal, der im bestmöglichen Fall helfen wird, Leben zu retten: Denn das „Team Anne“ hatte zur Unterstützung seiner Freundin Anne Willkommen (38) aus Kolbermoor, die zum zweiten Mal binnen weniger Jahre an Leukämie erkrankt ist, die „Stärkste, bayerische Pokalmeisterschaft gegen Leukämie“ ausgerufen. Bei einer kleinen Feierstunde, gesponsert durch den Schirmherren Franz Stettner junior, wurde nun der Pokalsieger gekürt.

Als Anne Willkommen im Jahr 2021 erstmals die niederschmetternde Diagnose Leukämie bekommen hatte, war für ihre Mädelsclique schnell klar, dass sie ihrer erkrankten Freundin helfen will. Das „Team Anne“ war geboren. Dessen Zielsetzung: So viele Typisierungen wie möglich einzusammeln, um die Chance für seine Freundin Anne, aber auch aller anderen Blutkrebspatienten, zu erhöhen, einen geeigneten Stammzellspender zu finden. So organisierten die Mädelsclique eine große Typisierungsaktion auf dem Gelände der Edelobstbrennerei Stettner in Kolbermoor, an der sich schließlich hunderte Menschen beteiligt hatten. Als schließlich bekannt wurde, dass für Anne Willkommen ein Spender gefunden worden war, war die Freude beim „Team Anne“ natürlich riesig. Umso größer war dann aber auch der Schock, als die heute 38-Jährige zum Jahreswechsel 2025/2026 verkünden musste: Die Leukämie ist mit voller Wucht zurück! Doch nach dem Schock schalteten nicht nur Anne Willkommen, sondern auch ihre Mädelsclique erneut in den Kampfmodus – und rief unter dem Motto „Lass mal Leben retten“ die „Stärkste, bayerische Pokalmeisterschaft gegen Leukämie“ aus. Im Rahmen des Wettbewerbs waren bayerische Vereine jeglicher Art dazu aufgerufen, eigene Typisierungsaktionen auf die Beine zu stellen. Dem Verein, der im Verhältnis zu seiner Mitgliederzahl die meisten Typisierungen einsammelt, winkte nicht nur der Titel des Pokalsiegers, sondern auch ein von Franz Stettner junior gestifteter Pokal.

Nach Angaben von Nancy Gläsner vom „Team Anne“ hatten sich bayernweit letztlich 20 Vereine – viele davon aus der Region – an der Pokalmeisterschaft beteiligt. „Durch diese Typisierungsaktionen sind insgesamt rund 1.100 Typisierungen zustande gekommen“, verrät Gläsner, die mit dem Ergebnis, ebenso wie ihre Mitstreiterinnen des „Team Anne“, „hochzufrieden“ ist. Zumal im Dunstkreis des Pokalwettbewerbs noch zahlreiche andere Typisierungen stattgefunden hatten, weshalb die Zahl potenzieller Stammzellspender deutlich höher liegen dürfte.

Den Sieg beim Pokalwettbewerb sicherte sich letztlich der Verein „24h gegen Krebs“ mit Sitz in Wasserburg, für den sich Anne Willkommen selbst engagiert. Im Rahmen des Wettbewerbs hatte der Verein laut Gläsner „140 potenzielle Spender“ eingesammelt, wobei sie die tatsächliche Anzahl an Typisierungen bei weiteren Aktionen, die der Verein abseits des Wettbewerbs organisiert hatte, sogar auf „weit über 500“ schätzt.

Bei einer kleinen Feierstunde auf dem Stettner-Gelände in Kolbermoor, zu der die zum Wettbewerb angetretenen Vereine eingeladen waren, wurde der silberne Pokal jetzt an Vertreter des Vereins übergeben. Doch in deren Händen blieb er nur kurzzeitig: Denn diese reichten den Pokal sofort an Anne Willommen weiter, die ebenfalls zur Feierstunde gekommen war. „Du bist für mich ein Vorbild für Tapferkeit und Willensstärke“, kommentierte dazu „24h gegen Krebs“-Gründer Florian Grüner ein Foto Anne Willkommens mit dem Pokal, das unter anderem auf der Instagram-Seite des „Teams Anne“ veröffentlicht worden war. „Das war ein wirklich herzzerreißender Moment“, erinnert sich Nancy Gläsner an die Übergabe an Anne Willkommen zurück.

„Unglaubliche 1.100 (!!!) Typisierungen später wurde der Pokal letztlich mir in die Hand gedrückt, sehr überraschend“, teilte Anne Willkommen selbst unter dem Foto mit. „Ich stehe nun fast an Tag +100 nach meiner 2. Transplantation und bin eine Siegerin, weil ich jeden Tag aufs Neue genießen darf! Ein Hoch auf das Leben!“ Denn bereits am 27. März konnte die 38-Jährige die Stammzellen eines Spenders aus den Niederlanden empfangen. Mittlerweile erholt sie sich daheim in Kolbermoor von den kräftezehrenden Behandlungen und Therapien der vergangenen Monate. „Natürlich gibt es Hochs und Tiefs“, sagt die 38-Jährige gegenüber dem OVB. „Aber grundsätzlich geht es mir gut.“

Und während die besten Fußballer der Welt weiterhin um den Weltmeisterpokal kämpfen, arbeitet Anne Willkommen auf einen viel größeren Sieg hin: den gegen die Leukämie! Leiten lässt sie sich dabei von einem Zitat, mit dem sie den Pokal-Post auf Instagram begonnen hat: „Nicht der Stärkste gewinnt, sondern der, der bereit ist, sich immer wieder zu verändern.“

Lebensretter werden?Sogar von der Couch aus möglich!

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