Prachtvolle Trachten im Sonnenschein

von Redaktion

Erntedankfest in Rosenheim – Kirchenzug mit rund 1.000 Teilnehmern zieht durch die Innenstadt

Rosenheim – Zwei kunstvoll gebundene Erntekronen, das mächtige Erler Kreuz, farbenprächtige Trachten und zahlreiche Vereinsfahnen haben bei strahlendem Sonnenschein am Sonntag (6. September) das Bild in Rosenheim geprägt. Schon am frühen Morgen formierten sich auf dem Max-Josefs-Platz in drei Blöcken die Teilnehmer des Kirchenzugs. Mit dabei waren Musikkapellen, Trachten- und Schützenvereine, Landjugendgruppen, Handwerker und Innungen. Für Kirchen- und Festzug hatte der Veranstalter rund 1.000 Teilnehmer erwartet.

Eine besondere Rolle übernahmen Barbara und Martin Pichler vom Lainthalerhof in Oberaudorf. Das frisch vermählte Bauernehepaar trug ein von der Rosenheimer Bäckerei Bergmeister gebackenes Ehrenbrot und Weintrauben.

Um 9.15 Uhr setzte sich der Kirchenzug in Richtung Mangfallpark Süd in Bewegung. Die Männer aus Erl in Tirol trugen dabei ihr weithin sichtbares, mächtiges Holzkreuz.

Drei Stunden dauert
das Binden der Krone

Am Gottesdienstplatz standen auch die beiden Erntekronen. Mehr als 27 Mitglieder der Katholischen Landjugend Prutting hatten ihre Krone in Reischach innerhalb von drei Stunden gebunden; ihr Herzstück ist ein kunstvolles Ährenkreuz. Mehr als 30 Mitglieder der Landjugend Vogtareuth fertigten ihre Krone auf einem über 50 Jahre alten Eisengerüst der Vorgängergruppe „Grüner Kreis“.

Bereits um 9.50 Uhr begann der Erntedankgottesdienst. „Dankbarkeit ist Thema des Tages – Dank für Gemeinsamkeit, Miteinander, Familie und Gott“, sagte die evangelische Dekanin Dagmar Häfner-Becker bei der Eröffnung. Ihr besonderer Gruß galt unter anderem Oberbürgermeister Abuzar Erdogan, Landrat Otto Lederer, den politischen Mandatsträgern sowie dem Wirtschaftlichen Verband von Stadt und Landkreis Rosenheim als Veranstalter des Herbstfestes.

Hauptzelebrant war Rosenheims Stadtpfarrer und Dekan Monsignore Thomas Schlichting; Pfarrvikar Robert Baumgartner wirkte am Altar mit. Häfner-Becker und Schlichting gestalteten die Predigt im Dialog. Ausgehend von der Geschichte des Zöllners Zachäus sprachen sie über Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, über den Neid als Falle und über die Kraft, das eigene Leben zu verändern. Schlichtings abschließender Appell lautete: „Pack ma o – mit Gottes Hilfe.“

Bei der Gabenbereitung brachten Barbara und Martin Pichler Ehrenbrot und Weintrauben zum Altar. Gemeinsam mit den weiteren Erntegaben wurden sie gesegnet. Der Erlös aus dem Verkauf der von der Katholischen Landjugend angebotenen Minibrote geht zu gleichen Teilen an das Café Aussergewöhnlich in Wien und den Irmengard-Hof im Chiemgau.

Festzug mit
29 Zugpositionen

Musikalisch gestalteten die Bläser der Musikkapelle „Am Wasen“ und der Hamberger Viergesang den Gottesdienst. Kreisbäuerin Katharina Kern trug die Lesung vor, ihre Stellvertreterin Maria Fischbacher die Fürbitten. Ein persönlicher Glückwunsch galt Altardienerin Klara Fee, die am Sonntag (6. September) ihren 18. Geburtstag feierte. Zum Abschluss gehörten das Gedenken an Gefallene, Vermisste und Verstorbene, das von den Erler Bläsern intonierte Lied vom „Guten Kameraden“, der Wettersegen mit der Kreuzpartikel und die Bayernhymne.

Anschließend formierte sich der große Festzug mit 29 Zugpositionen, sieben Musikkapellen und einem Spielmannszug. Anders als sonst führte er nicht über den Max-Josefs-Platz, sondern über Rathausstraße, Königstraße, Ludwigsplatz und Kaiserstraße zur Wiesn. Die neue Route wurde aus Sicherheitsgründen gewählt, weil entlang der Königstraße deutlich weniger Zufahrten abzusichern sind. Auf dem Festplatz zogen die Teilnehmer zwischen Fahrgeschäften und Festzelten über das Gelände; erst am Kapuzinerweg löste sich der Zug auf.

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