Höslwang – Aufgrund eines Missverständnisses war bei der Ankündigung dieser Abendveranstaltung in der OVB-Heimatzeitung nicht jedem deutlich geworden, dass es sich um eine „öffentliche Bürgerversammlung“ im Gasthaus Gehrlein handeln sollte. Durchgeführt wurde die Aufstellungsversammlung daraufhin als Veranstaltung von CSU und Parteifreien Bürgern. Deshalb waren nur Mitglieder stimmberechtigt.
Zur Kandidatur um das Bürgermeisteramt stand Matthias Mayer, derzeit Dritter Bürgermeister in Höslwang, bereit. Kurzfristig kündigte auch CSU-Gemeinderatsmitglied Josef Heinrichsberger seine Kandidatur an. Zwei Tage vor der Aufstellungsversammlung hatte sich der Landwirt entschlossen, ebenfalls als Kandidat für das Bürgermeisteramt bereit zu stehen.
Die Parteifreien Bürger konnten sich mit seiner Entscheidung allerdings nicht anfreunden. Sie betonten am Aufstellungsabend, eine mögliche Wahl von Heinrichsberger zum Kandidaten nicht mittragen zu wollen.
Dazu kam es jedoch gar nicht, denn Heinrichsberger zog seine überraschende Kandidatur fast ebenso überraschend wieder zurück. Er wolle, so sagte er, auf keinen Fall Zwist und Unfrieden in die Gemeinde bringen, und deshalb empfinde er es als richtig, durch seine Verzichterklärung klare Verhältnisse zu schaffen.
Für die Parteifreien Bürger war Maier als Bewerber um das Bürgermeisteramt ohne Alternative: Er könne auf 18 Jahre Erfahrung als Bürgermeister in Vogtareuth zurückblicken und sei darüber hinaus studierter Verwaltungsfachmann. Mit ihm könne die notwendige Einarbeitungszeit des neuen Bürgermeisters soweit verkürzt werden, wie nur irgend machbar. Es sei gewissermaßen ein Warmstart möglich, hieß es aus ihren Reihen.
Und so wurde Matthias Maier mit komfortabler Mehrheit zum Bürgermeisterkandidaten gewählt. In seiner Vorstellungsrede bekannte er, dass er am Anfang durchaus sehr zögerlich gewesen sei, ob er der ihm angetragenen Kandidatur zustimmen solle. Es sei jedoch für die Höslwanger nicht ganz einfach gewesen, einen Kandidaten für das Bürgermeisteramt zu finden. Das Amt fordere den ganzen Mann und seine ganze Zeit, erklärte Maier.
„Wer nicht mit Herzblut bei der Sache ist, wer sie nur übernimmt, weil sie übernommen werden muss, geht unter. Die Prüfung, ob man das leisten kann und will, und ob es vom familiären Umfeld mitgetragen wird, ist verständlicherweise nichts, was man von jetzt auf gleich erledigen kann. Auch dann nicht, wenn der Zeitdruck groß ist und wie in Höslwang für die Kandidatensuche nur wenig Zeit zur Verfügung steht“, erläuterte der Frischgewählte seine Motivation.
Wenn es um eine volle Amtsperiode von sechs Jahren gegangen wäre, hätte er nicht zugesagt, gab er außerdem unumwunden zu. Zum einen gehe es aber hier um den überschaubaren Zeitraum von gut zwei Jahren, in dem er den vollen Einsatz, den das Amt verlange, auch erbringen könne und wolle. Zum Zweiten habe er, nachdem die Anfragen drängender geworden seien, mit dem Gedankenspiel begonnen, welche Aufgaben er als Bürgermeister als Erstes angehen würde. Dabei habe er festgestellt, dass es ihm, der in Vogtareuth 18 Jahre (1996 bis 2014) Bürgermeister gewesen war, „wieder richtig in den Fingern zu kribbeln begann.“ An konkreten Aufgaben nannte Maier die Dorferneuerung mit der Ortsmitte um den Klosterhof, den sozialen Wohnungsbau sowie den Bau des Wertstoffhofes.