Aus dem Gemeinderat Pittenhart

Hochwasser macht Sorgen

von Redaktion

Schwierigkeiten beim Bauen – Bauvoranfragen abgelehnt – Gemeinsames Einheimischenmodell

Pittenhart – Im Rahmen der Studie zum Hochwasserschutz in der Gemeinde Pittenhart wurde untersucht, wo bei größeren Hochwassern die Überschwemmungsflächen liegen. Gleich bei mehreren Bauangelegenheiten musste sich nun der Gemeinderat Pittenhart mit der Situation auseinandersetzen, dass durch die Hochwasserproblematik die Möglichkeiten für die Erteilung von Baugenehmigungen eingeschränkt werden.

So sah sich der Pittenharter Gemeinderat gezwungen, den Bebauungsplan für die Erweiterung des Gewerbegebietes „Am Bahnhof“ zu ändern und dem Planer einen entsprechenden Auftrag zu erteilen. Es soll nun entsprechend den Empfehlungen des Landratsamts ein Korridor von etwa 1500 Quadratmetern an der tiefsten Stelle des Gebietes von Bebauung freigehalten werden; diese Teilfläche kann als Rückhalteraum für die Wassermassen bei außergewöhnlichen Niederschlagsereignissen fungieren. Allerdings soll sie nicht dauerhaft als Hochwasserrückhaltefläche im Bebauungsplan festgesetzt werden. Die Pittenharter Gemeinderäte hoffen, dass sich in näherer Zukunft der geplante Bau eines Rückhaltebeckens nördlich von Aindorf so positiv auf die Hochwassersituation am Gewerbegebiet am Bahnhof auswirken wird, dass der jetzt als Retentionsfläche ausgewiesene Korridor dafür nicht mehr benötigt wird und bebaut werden kann. Nach Meinung von Gemeinderat Josef Fischer ist es insgesamt vordringliche Aufgabe der Gemeinde, Maßnahmen zu ergreifen, um das Wasser schon vor den Baugebieten abfangen und die Hochwasserproblematik grundsätzlich zu lösen.

Starke Auswirkungen hat die Hochwasserproblematik auf das Bauvorhaben der Raiffeisenbank Chiemgau Nord-Obing an der Stelle des ehemaligen Lagerhauses an der Bahnhofstraße. Das ursprünglich größer als der Gebäudebestand vorgesehene Wohn- und Gewerbegebäude muss nun auf ein Maß reduziert werden, dass die bisherige Grundfläche um nicht mehr als zehn Prozent überschritten wird. Da das Haus im möglichen Überschwemmungsgebiet liegt, muss es sich in den Bebauungsplan für Pittenhart Dorf einfügen, sodass der Wasserabfluss bei Hochwasser nicht beeinträchtigt wird.

Bauvoranfragen abgelehnt

Wegen der Hochwasserproblematik wurden Bauvoranfragen für die Errichtung neuer Wohnhäuser in Oberbrunn zunächst abgelehnt. Die Bauvorhaben sollen in die Ausarbeitung des geplanten Bebauungsplans für Oberbrunn einbezogen werden. In hochwasserkritischen Bereichen können laut Landratsamt Bauvorhaben grundsätzlich nur über ein Bebauungsplanverfahren umgesetzt werden.

Ebenfalls beeinflusst von der Hochwasserproblematik war die Behandlung eines weiteren Vorhabens. Die Gemeinderäte stimmten dem Vorhaben jedoch zu, weil durch den Neubau eines Wohnhauses als Ersatz für einen abgebrochenen Querstadel nicht mehr Grund versiegelt und keine Rückstaufläche zusätzlich verbaut wird und das Vorhaben den Festsetzungen der bestehenden Ortsabrundungssatzung „Aindorf“ entspricht.

Bereits 2015 hatte sich der Pittenharter Gemeinderat für die Durchführung eines Jubiläumsjahrs zum 200-jährigen Bestehen der Gemeinde Pittenhart im Jahre 2018 ausgesprochen. Inzwischen wurden von den Vereinen konkretere Pläne für Veranstaltungen ausgearbeitet und diese von den Vereinsvorständen miteinander abgestimmt. Auf der Gemeinderatssitzung berichtete Bürgermeister Sepp Reithmeier über die Ergebnisse. Von einem Bierzelt wurde abgesehen; stattdessen wird es spezielle Veranstaltungen der Vereine im Festjahr geben. Mit einem Zimmerstutzenwettbewerb der Schützenvereine der Gemeinde zusammen mit dem befreundeten Schützenverein aus Wadersloh, mit einem Festabend und einem Freundschaftsfußballspiel Anfang Juni soll eine offizielle Gemeindepartnerschaft mit dieser Gemeinde in Nordrhein-Westfalen gegründet werden. Dass die Gemeinde als politische Institution vor allem durch diese anvisierte Partnerschaft gefordert sein werde, davon gingen die Pittenharter Gemeinderäte selbstverständlich aus, und deshalb wurde über diese Verpflichtungen ziemlich ausführlich diskutiert und es gab auch einige Bedenken wegen der weiten Entfernung von fast 700 Kilometern. Dazu seien noch weitere Überlegungen notwendig, so hieß es. Ein großer Programmpunkt wird auch der Bauerntag am 15. August sein, mit Dampfdreschen und historischem Handwerkertag, veranstaltet von Bauernverband und Landfrauen, Trachtenverein sowie Musikinitiative. Zweiter Bürgermeister Sebastian Stöcklhuber wird künftig auch noch im Festausschuss mitwirken.

Kriterien für Einheimischenmodell

Die Entscheidung über die Änderungen am Kriterienkatalog für das Einheimischenmodell zur Vergabe von vergünstigten Baugrundstücken, die aufgrund von Entscheidungen auf EU-Ebene notwendig geworden waren, wurde nochmals verschoben. Da angestrebt wird, die Vergabekriterien der drei Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Obing einheitlich zu gestalten, wurde der Bürgermeister zur Absprache mit Obing und Kienberg beauftragt. igr

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