Rückblick auf 20 Jahre Theaterhäusl der Puppenspielerin und Buchautorin Dorle Dengg

Wenn Kinderaugen staunen

von Redaktion

Kasperltheater und Kindergeschichten sind zeitlos und immer aktuell, nur so kann man die 20-jährige Erfolgsstory rund um das Theaterhäusl von der Puppenspielerin und Buchautorin Dorle Dengg verstehen.

Kiefersfelden – Seit dem Jahre 1981 spielt die „Allround-Künstlerin“ Theater; zunächst auf einer mobilen Bühne, mit der sie in Schulen, auf Festen oder Feiern begeisterte. Im Herbst 1997 war dann der Grundstein gelegt für das Theaterhäusl und nur wenig später feierte die Künstlerin mit dem Stück „Der Kasperl auf der Himmelmoosalm“ Premiere in ihrem kleinen Theater, das in den darauffolgenden 20 Jahren immer mehr zu einer Erfolgsgeschichte geworden ist.

„In unserem alten Waschhaus entstand damals die Bühne und der Zuschauerraum wurde einfach davor gebaut“, erinnert sich die Künstlerin an die ersten Tage. Stetig erfuhr das Theaterhäusl eine bauliche Aufwertung. So kamen ein Vorraum mit Verkaufsausstellung, Aufenthaltsraum und ein kleiner Streichelzoo mit handzahmen Tieren dazu.

Seit dem Jahre 2012 bildet auch noch ein Puppenmuseum, in die Wände des Zuschauerraums hinter Glas integriert, einen beliebten und interessanten Anziehungspunkt vor allem für die kleinen Gäste. Zu sehen sind darin über 400 Puppen sowie 100 Bühnenbilder und Requisiten. Das gesamte Ensemble wird stets den baulichen und spielerischen Erfordernissen durch die Familie angepasst, die viel Freizeit und Geld dafür investiert.

Rund 20 feste Vorstellungen pro Jahr füllen den Kieferer Theaterstadl und etwa 150000 Besucher schauten sich in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten die vielen Kasperlstücke an, wobei sie bei Dorle Dengg nicht immer dafür zahlen mussten, denn die ausgeprägte soziale Einstellung der Puppenspielerin war ihr „treuer Begleiter“ über diesen langen Zeitraum.

Rund 50000 Euro hat sie in ihr Theaterhäusl investiert und „keinen Cent davon bereut“, blickt sie gerne zurück. Seit geraumer Zeit ist sie auch wieder mit einer einzigartigen transportablen Bühne, dem „Laufener Buckeltheater“, unterwegs, um bei Feiern, in Schulklassen oder in Vereinen vor Ort ihre Kunst zu zeigen und um die kleinen und großen Zuschauer zum Nachdenken, Staunen und natürlich auch zum Lachen zu animieren.

Als Alleinunterhalterin hat sie sich natürlich für ihr Theater eine ganze Menge technischer Finessen einfallen lassen müssen. So spielt sie auf einer „Drehkulissenbühne“, ähnlich der barocken Drehkulisse der Kieferer Ritterschauspiele, aber natürlich im Kleinformat. Hintergrundbilder, die man wie bei einem Abreißkalender, passend zu jeder Sequenz des Stückes, abziehen kann, erlauben schnelle Szenenwechsel und geben so ein lebendiges buntes Bild des Geschehens wider.

Die Kulissen der Bühne sowie die Hintergrundbilder werden schon seit Jahren von der Malerin Gisa Kogler aus Nußdorf in Handarbeit auf die Leinwand gebracht, wie auch die Köpfe und Kostüme der kleinen Theaterhelden stets von Hand gefertigt werden.

Dorle Denggs Tochter Heidi und Lothar Rösler werten dazu mit ihren genau auf die jeweiligen Stücke abgestimmten musikalischen Einlagen die Vorführungen auf. Auch ein Stimmenverstärker wurde notwendig, da die Puppenspielerin hinter einer Mauer spricht und nur so der Ton verständlich in den Zuschauerraum gelangt. Fällt dann doch einmal die Livemusik aus, helfen eine über 150 Jahre alte Drehorgel mit Blasebalg und einige Dutzend Schallplatten mit alten Volksliedern aus, „die der Kasperl sogar selbst auflegen kann“.

Und nach der Vorstellung ist noch lange nicht Schluss, denn die Kinder dürfen auf Klapptischen im Theaterraum zusammen mit ihren Eltern und der Künstlerin das soeben Gesehene mit bunten Farben nachzeichnen oder auch die Figuren nachbasteln und dann mit nach Hause nehmen.

Im Vorraum dreht sich ein nostalgisches Karussell und eine Kutschfahrt mit Pony ist auch möglich. Zum 400-jährigen Jubiläum der Ritterschauspiele im nächsten Jahr hat Dorle Dengg mit „Die Falkensteiner im Inntal“ ein neues Kasperlstück geschrieben. „Die Geschichte hat realen Hintergrund und wurde von mir vor allem für die jungen Besucher umgeschrieben“, so die Künstlerin, die damit im nächsten Jahr Premiere feiern wird und sich schon riesig darauf freut.

Artikel 1 von 11