Rosenheim/Bad Aibling – Insgesamt informierten sich gestern die 13 Nachwuchsreporter im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren über sechs Bereiche im OVB-Medienhaus.
In der Redaktion interviewten sie Redaktionsleiter Willi Börsch (62). Lachend meinte er auf eine Frage von Amalia: „Das Schöne an dem Beruf ist, dass er jung hält und sehr abwechslungsreich ist.“ Weniger angenehm sei derzeit, dass „Leute behaupten, dass die Presse manchmal lügt“. Das gefalle ihm gar nicht. Cedrik fragte ihn, ob er viele Artikel schreibt. „Leider nein, früher habe ich viel mehr geschrieben, doch es fehlt die Zeit.“ Gerne lese er morgens den Hägar. „Den schreibt ein ganzes Team unter der Leitung von Chris Browne“, so Benni. Zum Thema „Verdienst“ erklärte Börsch: „Reporter liegen finanziell etwa im gesunden Mittelbereich. Sie werden keine Millionäre, aber kommen gut über die Runden.“
Thorsten Kalteiß (31), Radiosprecher von Radio Galaxy, erklärte den „Rasenden Reportern“ den Ablauf des Radiosenders, berichten Katharina und Anna Sophia. Bei Radio Galaxy schalten morgens circa 4000 Hörer ein. „Die erste Schicht geht von 5 bis 13 Uhr“, erfuhr Sophie. „Die zweite von 10.30 bis 19 Uhr.“ Der Sommerhit in diesem Jahr ist „Despacito“ von Luis Fonsi, antwortete Thorsten auf Miriams Frage.
Andreas Nickl, Chef von Radio Galaxy und Radio Charivari, den beiden Radio-Sendern des OVB-Medienhauses, ist in die täglichen Abläufe mit einbezogen, wurde dem Team „Radio“ – vier Mädels, die speziell hier Fragen stellten – erklärt.
Um Radiosprecher zu werden, müssen die Kandidaten ein Volontariat absolvieren – das dauert zwei Jahre. Sophie durfte gestern ins Mikrofon sprechen. „Sie hören das Ferienprogramm von Radio Galaxy“, sagte sie den Hörern. „Das hat mir viel Spaß gemacht. Ich hatte auch keine Angst“, so die Zwölfjährige aus Happing.
Doch das freie Sprechen ins große, schwarze Mikro ist nicht so einfach, wie man meinen könnte: „Es hören eben doch ein paar tausend Leute zu“, meinen die „Rasenden Reporter“. Man sei einfach unsicher, vielleicht verspricht man sich, argumentieren sie.
Hilfreich sei beim Radio – und das haben die Reporter-Stars von morgen gestern gemerkt: „Beim Radio kann man den Text mehrfach üben und Versprecher korrigieren. Der Bericht wird nicht sofort gesendet“, haben die „Rasenden Reporter“ gestern hautnah miterlebt.
„Rosenheim24 ist sehr spannend“, berichten Björn und Niclas. Den beiden Buben gefällt das „schnelle Medium“ sehr gut. „Man ist immer sofort informiert“, haben sie gestern von Martin Weidner (33) erfahren. Er ist stellvertretender Redaktionsleiter und seit 2011 bei Rosenheim24. Die insgesamt 18 Redakteure arbeiten in drei Schichten und starten früh morgens um 5 Uhr. Erst um 23 Uhr gehen die letzten nach Hause. Insgesamt hat Rosenheim24 sechs verschiedene Portale. „Wer hier arbeiten möchte , braucht Abitur und ein Volontariat von zwei Jahren“, hat Niclas erfahren. Björn hat erfahren, dass „Unfälle am meisten angeklickt“ werden.
Zu Gast waren die „Rasenden Reporter“ auch in der Grafik-Abteilung. Hier arbeiten vier Mediengestalter für digital und Print. Einer von ihnen ist Matthias Eberl (28), wie Felix erfahren hat. Es werden zum Beispiel Logos für die Zeitung entworfen. Isabell Bader (21) designte extra mit die Nachwuchs-Reporter das Logo für das Ferienprogramm: „Eine angebissene Melone mit Palmwedeln“, wie Yasmin und Emilia erzählen. Inspiration bekommen die Gestalter über eine Skizze – egal, ob diese anfangs noch hässlich ist, berichten die Reporter. „Matthias hat Spaß an seiner Arbeit, weil er ganz frei Ideen umsetzen kann“, erinnert sich Emilia. Insgesamt arbeiten derzeit vier Personen in der Grafikabteilung, eine Teamsitzung ist einmal pro Woche, das hat Emilia erfragt. „Chefin ist Monika Nau“, weiß Felix. Eine Ausbildung zum Mediengestalter dauert drei Jahre, hat Yasmin gestern erfahren.
Doch alle Mühe lohnt nicht, wenn die Zeitung nicht zum Leser kommt. Damit das klappt, hat Brigitte Jelinek jeden Tag alle Hände voll zu tun. „Wir hätten nicht gedacht, dass die Zustellung der Heimatzeitung so kompliziert ist“, sagen Hannah, Amalia und Yasmin. Die Zusteller müssen sich schon mitten in der Nacht auf den Weg machen und die Zeitung ausfahren. „Oft regnet es, dann kann die Zeitung nass werden. Oder es hat Glatteis, das ist auch sehr gefährlich“, haben die drei Mädchen aus Bad Aibling und Happing gestern erfahren.
Am heutigen Samstag, 12. August, können alle 13 „rasenden Reporter“ „ihre“ Sonderseite schwarz auf weiß lesen.