Griesstätt – Mit Schwester Ludowika Sewald wurde jetzt die letzte Dominikanerinnenschwester auf dem Klosterfriedhof in Altenhohenau beerdigt. Es war ihr Wunsch, in ihrem geliebten Altenhohenau die letzte Ruhestätte finden zu dürfen.
Als 19-Jährige war sie 1939 in das wiedergegründete Dominikanerinnenkloster eingetreten und war in Altenhohenau bis zur Auflösung des Klosters im Jahr 2013. Die letzten drei Mitschwestern gingen in das Mutterhaus des Ordens in San Jose in Kalifornien, Schwester Ludowika zog in das Alten- und Pflegeheim Sankt Michael der Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul im Stadtteil Berg am Laim in München, wo sie bis kurz vor ihrem Tod lebte. Dort fühlte sie sich wohl und gut umsorgt in der Gemeinschaft der Schwestern. 2014 feierte sie in der dortigen Kapelle ihr 75-jähriges Professjubiläum.
Beim Requiem für die Verstorbene in der Klosterkirche in Altenhohenau bezeichnete Pfarrer Klaus Vogl, der mit Pater Christopher Holzer vom Dominikanerorden, Pfarrvikar Herbert Weingärtner und Diakon Simon Frank zelebrierte, Schwester Ludowika als ein lebendes Geschichtsbuch. Sie habe die Aufbruchstimmung nach der Wiederbegründung des Klosters nach über 120 Jahren Stillstand erlebt, die Bedrohung durch die Nationalsozialisten, die Veränderungen im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils und die Zeiten, in denen das Kloster erweitert wurde und Schüler im Internat und in der Schule waren.
Sie habe auch erlebt, dass der viel ersehnte und oft erbetene Ordensnachwuchs ausblieb und die Ordensgemeinschaft mehr und mehr schrumpfte und das Kloster vor ein paar Jahren verkauft wurde.
Schwester Ludowika half beim Aufbau des Klosters, bei der Betreuung der Kinder und auch einige Jahre in der Landwirtschaft mit. Beliebt war sie auch als Musiklehrerin. Viele Schüler kamen viele Jahre zu ihr ins Kloster zum Musikunterricht. Ihre Zither nahm sie in das Altersheim mit und spielte dort lange Zeit jeden Tag bei verschiedenen Anlässen.
Für ihre Beerdigung hatte Schwester Ludowika genaue Anweisungen gegeben: Statt Sterbebildchen erhielten alle, die zu ihrer Beerdigung gekommen waren, einen von ihr gebastelten Strohstern mit einem Bild vom Columba-Jesulein oder vom Altenhohenauer Mystikerkreuz. Tausende Strohsterne bastelte die Verstorbene in ihrem langen Leben, einige werden die Christbäume in der Klosterkirche schmücken. alu