Amerang – Wiedergewählt wurden bei der Mitgliederversammlung Vorsitzende Christina Pfaffinger, zweiter Vorsitzender Sebastian Friesinger, Kassier Markus Keller und Schriftführer Andreas Schauberger, zum Vorstand per Satzung gehören Bürgermeister Gust Voit, die Direktorin des Freilichtmuseums auf der Glentleiten und des Bauernhausmuseums Amerang Dr.Monika Kania-Schütz, ihre Stellvertreterin und örtliche Museumsleiterin in Amerang Dr.Claudia Richartz und Kreisheimatpfleger Ferdinand Steffan.
Über die Höhepunkte der laufenden Museumssaison und die anstehenden Aufgaben für die Museumsleitung im wichtigsten Tätigkeitsfeld der Erhaltung und Konservierung der Ausstellungsobjekte informierte Museumsleiterin für Amerang, Dr.Claudia Richartz. Als „herausragender Höhepunkt des laufenden Jahres“ nannte sie die Jubiläums-Feierlichkeit zum 40-jährigen Bestehen des Bauernhausmuseums Amerang, verbunden mit dem nun schon als werbewirksames Veranstaltungsformat etablierten „Chiemgauer Genusstag“.
Stets sei man auf der Suche nach Maßnahmen, durch die der Museumsbesuch noch attraktiver werde und sei daher sehr froh über die Verstärkung des Museumsteams durch eine Museumspädagogin, so Richartz. Angeschafft habe man zum Beispiel neue Audioguides-Apparate, die die Erläuterungen auch in englischer Sprache liefern.
Nach 40 Jahren am Standort gebe es immer wieder umfangreiche Sanierungsarbeiten. Gegenwärtig sei das Wagnerhäusl aus Oberratting in Arbeit. „Wir sind zuversichtlich, dass es zur nächsten Museumssaison wieder eröffnet werden kann“, so die Museumsleierin. Geplant sei eine Ausstellung über das Vorgehen bei der statischen Sicherung des Gebäudes, um zu zeigen, wie am Objekt denkmalpflegerisch gearbeitet werde. Als nächstes kündigte sie Sanierungsarbeiten am Mittermayerhof an sowie die Begasung von Teilbereichen im Bernöderhof mit Sulfuryldifluorid zur Unterbindung von Schädlingsbefall. Außerdem müsse die Wasserrinne zum Wasserrad der Sägemühle aus Kappeln dringend erneuert werden.
Barrierefreie Erreichbarkeit
Bedauerlich fand Richartz, dass der große Ausstellungsraum im ersten .Stock des Stadels aus Kirchweidach über dem „Museumsstüberl“ nicht mehr genutzt werden kann. Um ihn gegen Sturm abzusichern, seien Ergänzungen am Bundwerk notwendig, außerdem Brandschutzmaßnahmen. Andererseits mache man sich auch Gedanken zur barrierefreien Erreichbarkeit. Da die Sonderausstellungen stets ein Anziehungspunkt für Besucher sind, gibt es heuer eine Ausstellung in kleinerem Rahmen mit Fotos von Johannes Wunner über „Oberbayerns Seenfischer“, im Stadelteil des Häuslmannhofs.
Auch Vereinsvorsitzende Pfaffinger nannte als zentralen Punkt das 40-jährige Jubiläum des Bauernhausmuseums und den „Chiemgauer Genusstag“. Mit einem Infostand mit Fühlkästen mit kleinen Gegenständen aus dem bäuerlichen Alltagsleben früherer Jahrhunderte, wie sie im Museum gezeigt werden, bereicherte der Vorstand des Fördervereins vor allem das Kinderprogramm am Jubiläumstag.
Im Herbst soll das „Geburtstagsgeschenk“ des Vereins gepflanzt werden, ein Apfelbaum einer alten regionalen, fast verschwundenen Sorte, kündigte sie an.
Ein Schwerpunkt im Engagement des Vereins vor allem in finanzieller Hinsicht liegt in der Beteiligung an der Objektpflege. Im letzten Jahr wurde so die Restaurierung und Konservierung der Hausglocke vom First des Bernöder-Hofes unterstützt. Auch im Haushalt 2017 sind für die Objektpflege 1000 Euro vorgesehen sowie eine größere Summe für die Unterstützung des Museums bei größeren Anschaffungen, da sich Gelegenheiten hierzu oft recht kurzfristig ergeben.
Als regelmäßige Posten kommen dazu die für Individualbesucher kostenlosen Sonntagsführungen im Juli und August und das gemeinsame Jahrbuch der Fördervereine Amerang und Glentleiten sowie die Ausgaben für die Audioguides-Geräte, die den Besuchern kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
Abgerundet wurde die Mitgliederversammlung des „Fördervereins Bauernhausmuseum Amerang“ durch einen informativen Vortrag von Kreisheimatpfleger Ferdinand Steffan über die bäuerlichen Ziegeleien im Umfeld des Bauernhausmuseums Amerang.
Er erklärte, die Ziegelsteine, die für die in der Region in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandenen großen gemauerten Bauernhäuser benötigt wurden, waren ebenso in der Region produziert worden, im offenen etwa 14 Tage dauernden Feldbrand. Die Stadt Wasserburg beispielsweise betrieb zu dieser Zeit selbst eine Ziegelei und neben einer Reihe von Bauernhöfen vor allem an der Murn standen Ziegelstadel, in denen Ziegel getrocknet und gelagert wurden.
In Zusammenarbeit mit Nachfahren der Baumeisterfamilie Riepertinger hat Ferdinand Steffan zahlreiche Zeugnisse dieses Wirtschaftszweiges gesammelt und ausgewertet.
Die ausführliche Zusammenstellung der Ergebnisse wird im Jahrbuch der Fördervereine Amerang und Glentleiten des nächsten Jahres veröffentlicht werden.