Großkarolinenfeld – Die Einweihungsfeier wurde von den Bläsern Anna und Andreas Berberich eingeleitet. Kirchenpfleger Richard Goldammer begrüßte die Kirchenbesucher und Anneliese Bolleininger las die Geschichte des Marterls aus dem Büchlein „Zeitzeugen tiefer Gläubigkeit“, das sie zusammen mit Richard Goldammer verfasst hat.
Nach dem Lied „Großer Gott, wir loben Dich“, gesungen vom Männergesangverein Großkarolinenfeld unter der Leitung von Jürgen Behrens, und der Lesung von Wortgottesdienstleiterin Petra Neumayer, ging Pfarrer Drago Curic in seiner Ansprache auf den Sinn von Wegkreuzen und Kapellen in der bayerischen Heimat ein. Die Wegkreuze, so der Ortsgeistliche, seien in unserem Lebensraum Zeichen unseres Glaubens. „Ein Zeichen, dass wir Christen sind, ein Zeichen, dass wir leben.“ Ein in der Öffentlichkeit aufgestelltes und geweihtes Wegkreuz sei ein Anruf und Bekenntnis, dass die Kraft des Gekreuzigten uns erfüllen möge. Nach den Liedern „Ehre sei Gott“ und „Königin von Herrlichkeit“ segnete der Ortspfarrer die neu restaurierte Gedenktafel und das Trompetenensemble beendete nach gemeinsamem Gebet die Feier.
Die kleine Gedenktafel wurde 1848 in Erinnerung an die ertrunkene Näherin Barbara Dorrer am Waldweg zwischen Moos und Thann im Wald aufgestellt. Am 15. Juli 1848 war die 18-jährige Barbara Dorrer aus Sonnenwiechs bei Bruckmühl morgens um 4 Uhr auf dem Weg nach Hause. Auf dem Weg von Moos, wo sie beschäftigt war, musste sie über die Brücke des Rottbaches, der zu der damaligen Zeit Hochwasser führte. Beim Betreten der Brücke brach diese zusammen und das Mädchen ertrank in den Fluten. Im Laufe der Zeit verwitterte die Tafel und wurde dann zunächst 1945 von Karl Luttenbacher und später von Ludwig Demmel im Jahre 1983 restauriert. Jetzt war das Marterl wieder unansehnlich geworden und Sabine Rieder aus Tattenhausen bemalte es neu.
Dieses Marterl wird nun weiterhin die Vorübergehenden an das Unglück, das der jungen Näherin widerfahren ist, erinnern.