Sondersitzung des Gemeinderats zur neuen Vereins- und Sporthalle in Aschau

Grundbuch sorgt für Verwirrung

von Redaktion

Zu geringe Lagerflächen, ein unübliches Erscheinungsbild und eine „greisliche“ Anordnung der Fenster: die Kritik an den Plänen zur neuen Vereins- und Sporthalle in Aschau ebbt nicht ab.

Aschau – Die Beratungen über die Vereins- und Sporthalle Aschau (Vespa) im Gemeinderat gehen in eine neue Runde. Ursula Schmid vom Architekturbüro SRW-Plan in München trug dem Gremium bei einer Sondersitzung den aktuellen Stand der Planungen der „nicht unterkellerten Variante“ vor. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, sie können jetzt entscheiden, wie schnell es weitergehen kann“, schloss Ursula Schmid ihren Vortrag ab.

Wer aber glaubte, mit der erneuten Vorlage seien irgendwann alle Einwände ausgeräumt und der Gemeinderat könne an die Verwirklichung seiner Ewigkeitsplanung gehen, der sah sich wieder getäuscht. Jürgen Bauer (FWG) bemängelte, dass nach der Umplanung die Geräteräume zu klein bemessen seien. Ein Tor mit über sechs Meter Länge lasse sich in diese verkleinerten Räume nicht einstellen, dagegen seien die Gänge überdimensioniert ausgelegt. Hier müsse versucht werden, ein gesundes Verhältnis zwischen den Bewegungsflächen im Inneren und den Lagerflächen zu schaffen.

Simon Hoesch (ABL) unterstützte Bauer bei seiner Forderung und merkte an, dass durch den Wegfall des Kellers gerade bei den Lagerflächen einiges abhanden gekommen sei. Ursula Schmid erklärte, dass rund 200 Quadratmeter weniger Fläche zur Verfügung stehen, die Nutzfläche beträgt immer noch 3474 Quadratmeter.

Jakob Hündl (CSU) beschwerte sich, dass die Außenansicht in keiner Weise der ortsüblichen Bebauung im Priental entspreche. Die Dachanordnung passe nicht und die Anordnung der Fenster an der Südseite „sei einfach greislich“. Bürgermeister Peter Solnar wies darauf hin, dass die bestehende Sporthalle zu ihrer Zeit ebenfalls ein Sonderbau mit eigener Architektur gewesen sei und Aschau sich sehr schnell an dieses Bauwerk gewöhnt habe. Auch die Vespa sei solch ein Sonderbau und die Leute müssten sich erst einmal daran gewöhnen.

Er persönlich halte die Dachanordnung für sehr gelungen, über die Anordnung der Fenster könne man ja noch einmal miteinander reden. Philipp Sanner (PTL) wollte wissen, wie es aktuell mit der Kostenberechnung stehe und welchen Bau- und Ausstattungsstandard die Halle habe. Hier habe sich keine Änderung ergeben, erwiderte Ursula Schmid. Die Kosten blieben bisher unverändert und die Halle werde nach dem Standard der Schulsportrichtlinien gebaut.

Fledermaus und Zauneidechse

Simon Hoesch wollte wissen, wann mit dem Abriss der bestehenden Halle begonnen werde und Jakob Hündl fragte, ob zu den Abriss- und Entsorgungskosten bereits Erkenntnisse oder gar Preisvorstellungen vorlägen. Ursula Schmid wies darauf hin, dass es bisher kein Gutachten über eventuelle Belastungen gebe, Schätzungen der Abrisskosten ins Blaue hinein seien unseriös.

Sebastian Pertl (FWG) erkundigte sich nach der Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde. In diesem Bereich der Gemeinde seien doch sicher größere Fledermauskolonien und Zauneidechsenbiotope bekannt. Auch hier warte man noch auf ein entsprechendes Gutachten, so Architektin Schmid.

Jürgen Bauer (FWG) gab zu bedenken, dass die aktuelle Planung mit zwei Ecken des Gebäudes deutlich in die vorhandenen Straßen hineinreiche und die Abstandsflächen zu den Nachbargrundstücken nicht eingehalten würden. Hier müsse noch nachgebessert werden, so Ursula Schmid.

Werner Runte (CSU) fügte hinzu, dass ein Aschauer Bürger an dem vorgesehenen Bauplatz unter Umständen grundbuchrechtlich abgesicherte Ansprüche habe, die den Bau der Vespa verzögern oder gar verhindern könnten. Er sei verwundert, dass diese Tatsache aus dem amtlichen Grundbuch der Gemeinde und dem Gemeinderat erst drei Jahre nach dem Beginn der Planungen bekannt werde und dann in nichtöffentlicher Sitzung behandelt werde. Er stellte den Antrag den entsprechenden Tagesordnungspunkt aus der nichtöffentlichen Sitzung in die öffentliche Sitzung zu verlagern. Dieser Antrag wurde von der Gemeinderatsmehrheit gegen die Stimmen der CSU abgeschmettert.

Vergabe der Freianlagen

Ebenfalls gegen die Stimmen der CSU stimmte die Mehrheit mit zwölf gegen sechs Stimmen zu, die Planungen für die Freianlagen rund um die Vespa an die Firma Grünwerk Landschaftsarchitekten aus Bad Aibling zu vergeben. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, die entsprechenden Verträge abzuschließen.

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