leserbrief an die redaktion

Juwel „Moorbadgelände“ behalten

von Redaktion

Zur laufenden Berichterstattung über den Bürgerentscheid zum Naturbad in Bad Endorf, erschienen im Lokalteil:

Das Moorbadgelände ist wegen seiner gegenwärtigen Bedeutung ein Juwel, das wir vergangenen Generationen verdanken. Auch im Jahr 1935 bildete sich eine Bürgerinitiative, die zur Gründung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins führte, mit dem Ziel, den Fremdenverkehr zu beleben – auch mit einem Moorbad.

Durch die damaligen Vereins- und Sitzungsprotokollen bekam ich Einblick in die Aktivitäten und Probleme: Von Maria Wimmer wurde ein Grundstück erworben, auf dem seit vielen Jahren Brenntorf abgebaut wurde. Durch Werbung wurden Gäste gewonnen, die sich während des sommerlichen Aufenthalts im Moorschlamm suhlten und Verbesserung ihrer Beschwerden erwarteten. Das Angebot wurde angenommen und hat floriert.

In unserer Familie waren wir acht Geschwister, hier haben wir und viele Schulkinder das Schwimmen gelernt. Wer hätte damals vor 70 Jahren Kinder an die drei Kilometer entfernte Seenplatte zum Schwimmen gefahren? Ich war 36 Jahre im Gemeinderat tätig und habe alle mageren sowie fetten Haushaltsjahre erlebt. Seit wir Eigentümer waren, haben wir trotzdem das Moorbad schrittweise verbessert.

Die Überlegung, einen neuen Standort zu wählen für ein Schwimm- oder Naturbad, wird nur auf der grünen Wiese zu verwirklichen sein. Um dieses Objekt zu finanzieren, soll dafür – laut Aussage von Bürgermeisterin Doris Laban – das Juwel Moorbadgelände für Wohnbebauungen verkauft werden. Brauchen wir das? Ein Freibad am Ortsrand ist kein Luxus, aber sozial für Kinder, ältere Menschen und auch Teil einer Infrastruktur.

Es steht mir nicht zu, dem Gemeinderat Ratschläge zu geben, wohl aber, als Bürger zu appellieren: das Grundstück nicht verkaufen und den Bürgerentscheid nicht ignorieren oder zumindest durch Satzungsbeschluss festlegen und alle Haushaltsjahre einen Betrag einer gezielten Rücklage zuführen.

Konrad Schwaiger

Bad Endorf

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