Kirchenchor verliert zwei wertvolle Stimmen

von Redaktion

Seit Jahrzehnten haben Ria Pfisterer und Sepp Perschl in der Gemeinschaft gesungen

Obing – Der Albertaicher Kirchenchor ohne Ria und Sepp – kaum vorstellbar, die Verabschiedung von Ria Pfisterer und Sepp Perschl. Über 74 beziehungsweise 69 Jahre hielten die Altsängerin und der Tenor dem Chor die Treue, waren die großen Stützen der Sängerschar.

Ihr unermüdlicher Einsatz sei alles andere als alltäglich, fanden Chorleiter Sepp Beck und sein Vorgänger Christian Vodermayer. In all den Jahrzehnten hätten die beiden mehrmals wöchentlich die schmale Chorstiege erklommen und auch bei Wind und Wetter kaum einen Gottesdienst oder eine Probe versäumt.

„Singen hat uns einfach eine Freude gemacht, betonen beide. Der Gesundheit wegen sei aber nun Schluss. Als Kirchenbesucher würden sie weiter Freude an der Kirchenmusik haben und „unserm Chor“ wollen sie natürlich sehr aufmerksam zuhören. „Schee habt’s gsunga“, war dann zu hören, denn mit Lob wird bei den beiden nicht gespart.

Ria Pfisterer kam im Alter von 14 Jahren 1943 zum Albertaicher Chor. Dafür musste sie beim damaligen Chorleiter Andreas Löw und beim Lehrer Franzl vorsingen. Anfangs habe sie nur beim Werktagsgottesdienst mitsingen dürfen, erzählt sie. Damals hatte der Chor weniger Sänger, aber auch schon Männermangel gehabt und es seien überwiegend lateinische Messen gesungen worden. Bis zuletzt sang die jetzt 87-Jährige am liebsten Marienlieder, mochte aber auch rhythmische Messen. Sie habe das Singen im Kirchenchor immer ernst genommen, aber es sei auch oft lustig gewesen. Gerne erinnert sie sich an die vielen lustigen Chorfeiern und unterhaltsamen Zusammentreffen.

Aus Freude am Singen war sie auch 15 Jahre beim Grabenstätter Singkreis, auch auf der Frabertshamer Theaterbühne und bei vielen anderen Gelegenheiten war ihre schöne Altstimme zu hören. Gerne auch im Duett als „Franzl und Kathl“ mit Sepp Perschl, der im Alter von 13 Jahren im Mai 1948 zum Kirchenchor Heilgkreuz kam, nachdem er dem dortigen Chorleiter beim Hirtenspiel aufgefallen war. Er selbst wäre gerne schon viel früher zum Chor gegangen, denn „das Notenblattl gehört zu meinem Leben“, erzählt Perschl, „aber er sei da noch zu klein für den Notenständer gewesen“. Später sang er mit seinen Brüdern im Dreigesang bei vielen Auftritten. 1960 zog er mit seiner Familie nach Allertsham und schon eine Woche später war er beim Albertaicher Kirchenchor und seither Solist und mit Chorkollegen im Dreigesang.

Deutsche Singmessen und Lieder waren ihm lieber als lateinische Stücke, aber letztlich habe er alles gesungen, „was kommt“. Auf der Theaterbühne und in seiner Paraderolle als „Schönheitskönigin von Schneitzlreuth“ begeisterte er über Jahre auch über die Gemeindegrenzen hinaus und noch heute erinnert er sich gerne an die schönen Erlebnisse. ca

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