OVB-Ferienprogramm: „Rasende Reporter“ Besuchten Die Lackiererei diebald in Rosenheim

Ein Farben sprühender „Elefantenrüssel“

von Redaktion

Sieben Kinder zwischen neun und 13 Jahren hatten sich gestern aufgemacht, um als „rasende Reporter“ die Firma Diebald Lackierung in Rosenheim zu besuchen. „Es war spannend, die Roboter in Aktion zu sehen, “, sagt Viona. „Sehr heiß war es im Trockner“, erinnert sich Justin. Dort herrschen Temperaturen bis zu 90 Grad.

Justin und Viona mitten in einem Rohling.Foto Michael

Rosenheim/Halfing/Rimsting – Jedes Teil, das in der Firma lackiert wird, muss in den Trockner. „Dort ist es wie in einer Sauna“, meint der neunjährige Justin. Die heiße Luft wird nach unten abgesaugt. Insgesamt dauert es drei Wochen, bis der Lack vollständig ausgehärtet ist. Das hat Justin von Sandro Velotta erfahren, dem stellvertretenden Fertigungsleiter im Unternehmen.

„Mich hat besonders der Roboterarm beeindruckt. Er sieht aus wie ein Elefantenrüssel. Das ist lustig“, sagt Viona.

Die „rasenden Reporter“ erfuhren dank ihres kecken Nachfragens interessante Informationen. „Die Lieblingsfarbe von Richard Diebald, dem Chef des Unternehmens, ist Ultramarinblau. Sein Auto allerdings ist rot lackiert. Es ist ein Elektro-fahrzeug“, berichtet Vitus. Der Unternehmer ist 55 Jahre und führt den Betrieb bereits in der dritten Generation. Gegründet wurde dieser 1949 von seinem Opa Michael Diebald. Der Chef ist überzeugt: „Handwerk ist die Zukunft.“ Leider könnten nur noch wenige von Hand lackieren. Er selbst ist Meister.

Den 13-jährigen Michael interessierte besonders die technische Seite. „300 Mitarbeiter arbeiten im Drei-Schicht-Modell rund um die Uhr. Schlimm ist es, wenn ein Angestellter zu spät kommt, weil das Fertigungs-Band dann stillsteht, was wertvolle Zeit kostet.“ Am Sonntag werden alle Lackreste durch eine Spezialfirma entfernt und die Düsen der Sprüh-Computer gereinigt.

Bis zu 4000 Lastwagen-Teile werden für MAN und Daimler in der gewünschten Farbe pro Tag lackiert. „Momentan ist ,reinweiß’ der Renner“, hat Michael erfahren. 80 Prozent aller gewünschten Farben sind karminrot, reinweiß, verkehrsweiß und enzianblau.

Überrascht hat Vitus, wie exakt gearbeitet werden muss. „Kein Fehler darf übersehen werden. Es gibt eine Abteilung, die alles auf Mängel hin kontrollieren muss.“

Insgesamt hat die Lackiererei Diebald mehr als 10000 verschiedene Farben im Angebot. Diese werden fertig angeliefert. „Für Spezialaufträge hat der Chef einen eigenen Raum, in dem er selbst Farbkombinationen mischen kann“, berichtet Vitus.

Beeindruckt hat Michael, dass jährlich rund eine Million Tonnen Farbe verbraucht wird. „Die restlichen Farben, Lacke, Grundierungen und Härter gehen komplett wieder an die Lieferfirma zurück.“

Erstaunt war Laura, dass jedes Teil nur einmal lackiert wird. „Eine Grundierung und eine Lackschicht. Das war’s.“ Bei Diebald werden 23 Teile eines Lkws lackiert. Täglich kommen 25 Lastwagen, voll mit Rohlingen, hat die Elfjährige erfahren. „Mit den lackierten Teilen können täglich 350 Lastwagen gebaut werden“, sagt Hannah.

Der Werksleiter Marinus Lex informierte die „rasenden Reporter“ bei einer Führung durch die Produktionsstraßen. Insgesamt hat Diebald zehn Lackierlinien, allein zwei stehen für MAN zur Verfügung. Insgesamt lackiert das Unternehmen Teile für die Firmen MAN, Daimler, Glas und Fendt. Laura weiß noch, dass „alle Teile einzeln lackiert werden“.

„Richtig gestunken hat es in dem Raum, in dem die Härter den Lacken zugemischt werden“, sagen Laura, Hannah und Nina.

Neben den Lkws lackiert Diebald auch Autos, allerdings nicht im großen Stil, „Bei Neulackierungen werden die Türen ausgebaut und die Stoßstangen abmontiert. Wer eine Lackierung für sein Auto möchte, kann zu Diebald in Rosenheim kommen“, sagt Nina.

Wie Sandro Velotta berichtet, sind die Farben, mit denen bei Diebald gearbeitet wrd, nicht giftig, allerdings müssen die Arbeiter, die direkten Kontakt mit ihnen haben, durch Atemmaske und Handschuhe geschützt werden. Alle 16 Hallen werden durch Abluft gereinigt.

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