Kiefersfelden – Die teils sehr authentischen und exakten Zeichnungen und Radierungen stammen aus dem Nachlass des Münchener Juweliers und Malers Christoph Schreiber, der tragisch im Jahre 1927 ums Leben kam. Sein Sohn war jahrelang Rektor an der Kieferer Schule gewesen, und so entschieden sich die beiden Allgäuer Spender – trotz verschiedener staatlicher Interessenten an dem Nachlass des Verstorbenen – für die Grenzgemeinde, zumal die Mutter der Spenderin ungefähr seit dem Jahre 1950 zu Kiefersfelden auch noch engere Verbindungen gehabt hatte. „Hier“, so sind sich die beiden sicher, „bekommt der künstlerische Nachlass die entsprechende Aufmerksamkeit, die ihm zusteht und die er verdient hat. Wir sind beruhigt und glücklich, dass die Sammlung in Kiefersfelden einen so guten Platz gefunden hat und nun auch der Öffentlichkeit zugänglich ist“, zeigten sich die Spender hochzufrieden. Die beiden sehr reich bebilderten gewaltigen Bände umfassen etwa 400 Farbzeichnungen und Radierungen aus dem oberbayerischen und Tiroler Bereich, mit einer deutlichen Konzentration auf das Inntal. Sie wurden in dem Zeitraum von 1896 bis 1912 gefertigt und „haben einen recht hohen Wiedererkennungswert und sind sehr detailgenau“, so Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber, der dem Ehepaar Siegbert im Heimatmuseum Blaahaus im Namen der Gemeinde dankte.
Der Maler Christoph Schreiber war in der Region immer wieder als „Sommerfrischler“ unterwegs, denn „Kiefersfelden war vor seiner Industrialisierung auch als mondäne Sommerfrische bekannt, in der sehr bekannte Künstler und Geschäftsleute Erholung suchten“, so der Rathauschef. Der künstlerische Nachlass ist „für Kiefersfelden ein sehr interessantes Geschenk, weil hier exakte Zeichnungen zu sehen sind, die wir nun ausstellen können“, so der Rathauschef. Exemplarisch zeigte er dabei auf ein Bild der ehemaligen Pestkapelle zu Kiefersfelden, die heute noch an gleicher Stelle steht, allerdings als Sebastiani-Kapelle.