Ein bissl Regen schadet nicht beim Aschauer Markt – aber wenn es zuviel wird und die Leute unter den Schirmen durch die engen Marktgassen gehen müssen, dann hört der Spaß auf. Trotzdem waren die Straßen gut gefüllt. Zum zweiten Mal lockte zudem eine Landwirtschaftsausstellung mit Riesentraktoren die Leute ins Freigelände neben dem Festzelt. „Auch auf der Wiesn in München hat es einmal so angefangen“, meinte ein Besucher augenzwinkernd, „man sieht, was daraus geworden ist.“ Jedes Jahr gibt es am ersten Septembersonntag zwischen der Aschauer Hauptstraße, dem Kirchenbergerl und dem Schützenhaus alles, was das Kinderherz begehrt. Nur noch auf dem Markt gibt es die feinen silbernen Ringe, die entsprechenden Ketterl und Armbänder für die kleinen Mädchen, nur auf dem Markt gibt es für die Buben dieses umfassende Angebot an allen aktuellen Bulldogs und landwirtschaftlichen Maschinen als funktionsfähige Modelle. Dazu kann man Karussell fahren, Schiffschaukel hutschen sowie gebrannte Mandeln, Zuckerwatte, Magenbrot und türkischen Honig genießen. Nur noch auf dem Markt gibt es die Spezialitäten des Metzgers, das Gselchte und die Würscht, das gute Bauernbrot aus Niederbayern, den Bergkas von der Alm oder die überreich belegte Fischsemmel. Die Erwachsenen treffen auf den Budenstraßen Bekannte und Verwandte, die sie schon seit dem letzten Markt nicht mehr gesehen haben, zu einem ausgiebigen Ratsch. Seit 462 Jahren gibt es den Aschauer Markt, seit seinem Bestehen hat er nichts an Aktualität eingebüßt.Foto reh