Stephanskirchen – Seit fünf Jahren plant eine Gruppe aktiver Gestalter an der Verwirklichung dieses Schulprojekts. Morgen soll es starten: „Gemeinsam mit Achtsamkeit und Leidenschaft an einem Strang ziehen!“ lautet das Motto.
Und genauso passiert es auch bereits in der Vorbereitung: Schulleiterin Thomas-Photiadis führte OVB-Redakteurin Petra Maier am Freitag vor Schulbeginn durch das Schulgebäude in Högering. Am Eingang ist der Monteur für den Aufzug nicht zu überhören. Sein Hämmern hallt durch die Schule, aber die Schulleiterin freut sich: „Diesen Aufzug wollten wir eigentlich erst später einbauen, wenn tatsächlich ein Kind in unsere Schule kommt, das den Aufzug braucht.“ Die amtlichen Vorschriften für einen Schulbau hätten sich allerdings kurzfristig geändert und so muss eine Schule, die auf Inklusion ausgerichtet ist, einen Aufzug vorweisen – auch wenn ihn momentan noch niemand braucht.
Mindestens 80000 Euro kostet diese unvorhergesehene Investition zusätzlich. Die evangelische Schulstiftung habe spontan die Hälfte der Kosten übernommen, sonst wäre das eine Katastrophe gewesen, beschreibt die Schulleiterin. Das nächste Problem sei dann gewesen, so kurzfristig einen Handwerker zu finden. „Aber wir haben es geschafft“, freut sie sich.
Geschafft hat sie auch die Beschaffung des notwendigen Schulmaterials. „Wir haben ja erst Ende Juli den Bescheid erhalten, dass wir den Schulbetrieb eröffnen dürfen,“ erklärt sie. Da gelte es dann schnell zu handeln und zu organisieren.
Unterstützt wird die Konzeptgeberin von Eltern, Lernbegleitern und Mitgliedern des Fördervereins. Detlef Gaida, Vorsitzender des Fördervereins, Markus Stilz und Magdalena Wöckel, Erster und Zweite Vorsitzende des evangelischen Schulvereins, sind auch im Schulgebäude. „Es ist wichtig, dass das Baby jetzt auf die Welt kommt“, strahlen sie. Noch hängen sie Fluchtwegtafeln auf, verteilen das Lehrmaterial in die ersten gelieferten Regale und verschließen den Lüftungsschacht an der Toilettentür, damit alle Brandschutzauflagen erfüllt sind. „Das Team ist da, der innere Spirit wächst“, formuliert es Thomas-Photiadis.
Die Freude auf den Schulstart ist allen anzumerken. Mit Begeisterung legen sie auch für jedes der Kinder, die ab morgen in den Klassen fünf bis zehn unterrichtet werden, ein Herz aus Stein im Projektraum aus. Jeder Lernende darf sich ein passendes aussuchen. Herzensbildung ist auch eines der Ziele, die sich diese deutschlandweit erste evangelische Schule in ihr pädagogisches Konzept geschrieben hat.
Mit Spannung erwarten sie die Lernenden, die aus dem gesamten Landkreis kommen. 23 Kinder sind derzeit für zwei jahrgangsübergreifende Klassen angemeldet, im nächsten Schuljahr werden es mindestens drei Klassen sein – die Anmeldungen nehmen zu, freut sich das Team.
Freudig warten sie jetzt darauf, wie sich die Kinder selbst in das Schulleben einbringen werden. Erste Gelegenheit dazu hatten sie bereits im Vorfeld der Schuleröffnung, als sie bei einem Projekttag in den Ferien gemeinsam ihre ersten Lernziele beschrieben. Wenn sie jetzt in die Schule kommen, werden sie als erste Aufgabe ihre Schultische individuell bemalen. So bringt jedes Kind auch Farbe ins Haus.