Gemeinderat beschäftigt sich mit Brücke

Aus Monaten wurden Jahre

von Redaktion

Seit Juli 2013 ist sie komplett für den Verkehr, auch für Fußgänger, Reiter und Radler gesperrt – die Brücke über die Murn im Griesstätter Ortsteil Untermühle. Der Griesstätter Gemeinderat will sie jetzt unpassierbar machen.

Griesstätt – Ursprünglich sollte die Sperrung ja nur einige Monate dauern, bis entschieden sei, wie mit der Sanierung des Bauwerks, das durch das Hochwasser 2013 gelitten hatte, verfahren werden solle. Unterschiedliche Ansichten, vor allem von Landratsamt und Eigentümer, über die Zusammengehörigkeit von Brücke und Wehr, ließen aus Monaten vier Jahre werden. Grund genug für den Gemeinderat, sich mit der Lösung des Problems zu befassen.

Ob der ehemals beliebte Inntal-Radweg an dieser Stelle bald wieder offiziell befahrbar sein wird, ist allerdings offen, da immer noch unklar ist, wer für die Sanierung welchen Teils des Bauwerkes zahlen muss. Mit zwölf gegen zwei Stimmen entschied sich der Gemeinderat nach kurzer Diskussion jedenfalls dafür, demnächst die Brücke aus Sicherheitsgründen mit Pollern so zu verbauen, dass den Radlern und Reitern, die sich derzeit wenig um die Verbotsschilder zu kümmern scheinen, die Überquerung unmöglich gemacht wird.

2016 war zum letzten Mal öffentlich festgestellt worden, dass die Besitzverhältnisse im Bereich des Wehrs und der Brücke die Lösung des Problems behinderten. Die Gemeinde könne nicht auf Privatgrund tätig werden, ohne dass es mit dem Eigner und dem Wasserwirtschaftsamt eine gemeinsame Vereinbarung gebe, schon wegen des nötigen Rückbaus der nicht mehr genügend tragfähigen Fundamente, hatte der damalige Bürgermeister Stefan Pauker bereits betont. Wer allerdings den ersten Schritt machen müsse, ist wohl heute noch offen.

Unfällen soll vorgebeugt werden

Intensiv soll laut Bürgermeister Robert Aßmus die Gemeinde jedenfalls den Winter über, notfalls mit Hilfe einer eigenen Arbeitsgruppe, darüber nachdenken, wie das Problem letztlich in den Griff zu bekommen ist.

Der Bauausschuss hatte sich im Vorfeld jedenfalls schon mal ein Bild der Lage vor Ort gemacht. Deshalb stand aktuell vor allem die Frage im Raum, wie man Unfällen vorbeugen könne und wie es mit der möglichen Haftung der Gemeinde aussehe. Georg Weiderer verwies darauf, dass man rechtlich schon mit der vorhandenen Beschilderung auf der sicheren Seite sei, mit Pollern, die eng nebeneinanderstünden, sei man allerdings auch sicher, dass das Überquerungsverbot wirklich eingehalten werde. Allerdings koste diese Lösung einiges.

Man könne die Betonpoller ja später weiterverwenden, wenn sie nicht mehr da gebraucht würden, beruhigte Michael Kaiser. Leihweise wären eventuell aber auch welche für ein halbes Jahr aufzutreiben, da gäbe es laut Weiderer Möglichkeiten. Martin Fleidl und Anton Strahlhuber reichten die bisherigen Maßnahmen bereits aus. Alois Altermann drängte schließlich darauf, an der Sache dranzubleiben, da man auch an mögliche Zuschüsse denken solle.

Ob, wann und wo ein anderer Standort für die Brücke gefunden oder das Bauwerk freitragend an gleicher Stelle über die Murn gebaut werden wird, ist aber weiterhin offen. Solange verbleibt das mögliche Unfallrisiko und wird wohl noch weiter handschriftlich auf den Schildern „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ zu lesen sein: „ein Armutszeugnis für Gemeinde und Landkreis“.

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