Schnaitsee – Das altbekannte Stück von Max Neal hat die sittliche Verderbtheit im Dorf mit gleichzeitiger Heuchelei zum Thema. Da geht es um Vaterschaften außerhalb der Ehe ebenso wie um Schwangerschaften, die nichts mit dem Ehemann zu tun haben. Das führt zu dramatischen Verwicklungen, die sich gottlob am Ende in Wohlgefallen auflösen.
Was die Inszenierung von Peter Albert und Christian Fill so witzig und spritzig macht, das sind die Darsteller und das stimmige Bühnenbild. Da ist also der Stangassinger selber, der Bauer, professionell gespielt von Hans Kirmaier als Übertölpelnder und Übertölpelter gleichermaßen, den sein „sündiges“ Geheimnis aus der Vergangenheit einholt. Seine resolute Frau Stasi, gespielt von Fanny Schuhbeck, die am Hof das Sagen hat, aber dann doch recht kleinlaut dasteht. Sie beweist starke Bühnenpräsenz und genau die richtige Dosis an Ernst und Grantigkeit, wie man sie für diese Rolle braucht. Herrlich in ihrer Rivalität sind die beiden Stangassinger-Brüder. Johannes Kirmaier als Sohn Sepp spielt locker und überzeugend den Verliebten. Seinen ebenso verliebten Bruder Toni gibt Johannes Becher mit Charme und Schlitzohrigkeit.
Korbinian, der arbeitsscheue Vater oder auch Nichtvater von Vevi, wird köstlich von Helmut Brindl gespielt, seine ständigen „Hallukinationen“ sind immer wieder einen Lacher wert. Sandra Oberleitner steht das erste Mal auf der Bühne und spielt sicher und liebenswert die Vevi, die von den beiden Brüdern Begehrte. Dann aber kommt noch der Großbauer Vogelhuber ins Spiel, den Christian Krauss mit reichlich Energie spielt. Einen der Höhepunkte des Abends liefert Sandra Pointl bei ihrem Auftritt als etwas einfältige, aber attraktive Vogelhuber-Tochter Afra, die für Lachstürme im Publikum sorgte. Das muss man gesehen haben! Und wenn sie dann sagt: „Ich bin die heißeste Bauerntochter“ und sich präsentiert, dann bleibt kein Auge trocken.
Wolfgang Maier ist der seriöse Bürgermeister Riedlechner, der dem sittlichen Verfall in seiner Gemeinde Einhalt gebieten will. In einer weiteren Rolle spielt Hans Gröbner den Knecht Hans vom Stangassinger- Hof. Für die Maske zeichnen Bettina Fill und Erika Heindl verantwortlich und das nötige Fingerspitzengefühl für das Soufflieren beweist Gabi Schmid.
Aufgeführt wird das Stück noch zweimal: am morgigen Freitag, 6. Oktober, und Samstag, 7. Oktober, jeweils um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr. Für Essen und Getränke ist gesorgt. Eintrittskarten gibt es bei Agnes und Georg Fill (Telefon 0175/2177380 oder 08074/511) und im Kaufhaus Scherer (Telefon 08074/1618).