Feuerwehren funktionieren wie ein Uhrwerk

von Redaktion

Erfolgreiche Gemeinschaftsübung von Wildenwart, Atzing, Frasdorf und Umrathshausen

Frasdorf – „Brand in Wildenwart am Schloss, ein Nebengebäude steht in Flammen, acht Personen vermisst“ – so alarmierte die Rettungsleitstelle jetzt die eingesetzten Rettungskräfte. Bei der Gemeinschaftsübung der Wildenwarter Feuerwehr mit den Nachbarwehren von Atzing, Frasdorf, Umrathshausen und Wildenwart wurde von der Übungsleitung der alte Rossstall des Wildenwarter Schlosses als Brandobjekt angenommen.

Acht Jugendliche – gestellt von der Jugendgruppe – sollten sich nach unbestätigten Angaben noch irgendwo im alten Gebäude aus dem vorletzten Jahrhundert befinden. Die angeforderten Übungswehren übernahmen nach ihrem Eintreffen die von der Übungsleitung angeordneten Aufgaben. Wildenwart baute die Einsatzleitung auf und nahm Verbindung zur Rettungsleitstelle auf, alle eingehenden Meldungen der eingesetzten Kräfte wurden bei der Einsatzleitstelle gesammelt und ausgewertet, so dass der eingeteilte Einsatzkommandant ständig über die aktuelle Lage informiert war.

Alle vier Wehren unterstellten unmittelbar nach der Ankunft ihre Atemschutzgeräteträger sofort der Wildenwarter Wehr. Der Leiter der Atemschutzgruppe übernahm diese Einsatzkräfte, baute die notwendige Infrastruktur im Raum Rossstall auf und die Feuerwehrleute begannen das vollkommen verrauchte Gebäude von unten nach oben zu durchsuchen. In kurzer Zeit wurden alle Vermissten geborgen.

Zeitgleich begannen die Löscharbeiten und der Versuch die Schlosswirtschaft, das Schloss-Ensemble und die angrenzenden Häuser an der Schloßstraße vor dem Feuer zu bewahren. Da die Übung bereits in der Dunkelheit stattfand, mussten alle Einsatz- und Schadensstellen ausgeleuchtet werden.

Die Wildenwarter stellten die meisten der eingesetzten Kräfte und konnten zusätzlich zu den Leitungs- und Führungsaufgaben noch eine Angriffsleitung vom Hydranten aus zum Brandobjekt zur unmittelbaren Brandbekämpfung sicherstellen. Die Atzinger Wehr baute als zweite Leitung eine unabhängige Leitung vom Schlossweiher her auf und unterstützte die Wildenwarter bei der Brandbekämpfung.

Der alte Wildenwarter Schlossweiher wurde schon im 19. Jahrhundert unmittelbar nach dem Erwerb des Schlosses im Schlosspark durch Großherzog Franz V. von Modena-Este angelegt. Der Großherzog war auch mitverantwortlich für die Gründung der Wildenwarter Wehr vor 141 Jahren zum Schutz und zum Erhalt seines neu gekauften Schlosses. Die Männer der Umrathshauser und der Frasdorfer Wehr bauten eine dritte Leitung vom Mühlbach über den Rainer Berg bis zur Schlosswirtschaft auf und versuchten erfolgreich den Funkenflug und das Feuer von der Schlosswirtschaft abzuhalten.

Nach einer Dreiviertelstunde gab die Einsatzleitung „Übungsende“ an alle eingesetzten Kräfte durch. Insgesamt nahmen 80 Feuerwehrleute der vier Wehren an der Übung teil, sie trafen sich nachher zur Übungsbesprechung im Feuerwehrhaus Wildenwart. Die Brotzeit stiftete die Gemeinde Frasdorf.

Der Kommandant der Wildenwarter Wehr, Florian Fischer, der die Planung und Leitung der Übung hatte und seine Schiedsrichter waren recht zufrieden mit dem Leistungsstand der 80 eingesetzten Feuerwehrleute. Alle gestellten Aufgaben seien innerhalb der angesetzten Zeiten gut gelöst worden, so Fischer bei der Übungsbesprechung.

Alle vier Kommandanten erklärten übereinstimmend, dass die eingesetzten Kräfte ihre Sache ausgezeichnet gemacht hätten. Die gute Ausstattung mit weitgehend neuen Fahrzeugen und der Gerätebestand aller Wehren seien für die Feuerwehren eine hervorragende Motivation. „Unsere beiden Gemeinden haben einen Haufen Geld für die Feuerwehren ausgegeben“, sagte einer der Truppführer, „wir wollen zeigen, dass jeder einzelne Cent davon gut angelegt ist“.reh

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