Gemeinderat Stephanskirchen sagt Ja zu Verkehrskonzept

Grünes Licht für Ampeln?

von Redaktion

Einen entscheidenden Schritt weitergekommen ist die Gemeinde Stephanskirchen mit Ihrer Verkehrsplanung zur Verringerung der morgendlichen Staus in der Salzburger Straße. Bei der letzten Sitzung beschloss der Gemeinderat einstimmig, das vom Büro Obermeyer erarbeitete Verkehrskonzept umzusetzen.

Stephanskirchen – Damit findet ein dreijähriger Willensbildungs- und Planungsprozess, an dem viele Fachbehörden beteiligt waren, seinen vorläufigen Abschluss.

Nicht nur für den privaten Pkw-Verkehr, sondern vor allem auch für den öffentlichen Nahverkehr sowie für Fahrradfahrer und Fußgänger soll das beschlossene Konzept deutliche Erleichterungen bringen. Im nächsten Schritt muss nun versucht werden, die Fachbehörden und die Stadt Rosenheim von diesem Gesamtkonzept zu überzeugen und zu klären, wie die damit verbundenen Investitionen aufgeteilt werden können.

Stephanskirchen hat seit Jahren einen zunehmenden Pendlerverkehr nach und aus Rosenheim zu verzeichnen, pro Tag werden bis zu 20000 Fahrzeuge in der Salzburger Straße gezählt. Im Winterhalbjahr kommt der Verkehr in den morgendlichen Spitzenzeiten teilweise sogar zum Erliegen.

Hauptursache hierfür ist die Einfädelung der Wasserburger Straße in die Salzburger Straße kurz vor dem Schloßberg-Gefälle. Die Wasserburger Straße ist ein beliebter Verkehrsweg für alle Pendler aus Richtung Vogtareuth und Wasserburg. Das Problem dabei: Zwar weist der Verkehr auf der Salzburger Straße viermal so viel Fahrzeuge aus wie der Verkehr auf der Wasserburger Straße, aufgrund der Verkehrssituation erfolgt im Einmündungsbereich aber eine Einfädelung im Verhältnis eins zu eins. Die Folge: Der Verkehr auf der Salzburger Straße staut sich besonders im Winterhalbjahr massiv durch den ganzen Ortskern hindurch und teilweise zurück bis Haidholzen.

Zusammenarbeit

mit Stadt

Eine Ampelanlage an dieser Einmündung könnte die Benachteiligung der Salzburger Straße aufheben. Allerdings ergab die Analyse durch das Büro Obermeyer, dass diese Anlage nur dann ihre volle Wirkung entfaltet, wenn ihre Regelung nicht nur in die Steuerung aller Ampeln entlang der gesamten Salzburger Straße eingebunden ist, sondern auch zwei Ampeln auf Rosenheimer Stadtgebiet miterfasst, nämlich die bei den Abzweigungen Chiemseestraße und Schönfeldstraße. Nur dann kann der im Gemeindegebiet Stephanskirchen beschleunigte Verkehr auch unterhalb des Schloßberges entsprechend schnell abfließen.

Um die Beschleunigung auf Rosenheimer Gebiet weiter zu optimieren, ist als zusätzliche Maßnahme die Aufhebung der Busspur in der Innstraße auf Rosenheimer Gebiet geplant. Auch soll für den Verkehr, der aus Stephanskirchen kommend in die Chiemseestraße abbiegen möchte, eine eigene Ampelphase bekommen.

Wie Helmut Ammerl vom Büro Obermeyer, der bei allen Verhandlungen zwischen der Gemeinde und den beteiligten Fachbehörden dabei war, dem Gemeinderat berichten konnte, stehen die Fachplaner der Stadt Rosenheim den Maßnahmen, die auf ihrem Stadtgebiet ergriffen werden müssen, prinzipiell positiv gegenüber. Wie alle anderen Fachbehörden seien auch sie der Ansicht, dass nur durch ein Gesamtkonzept wie das vorgestellte die Verkehrssituation wirklich in den Griff zu kriegen sei.

Beschleunigung des

Busverkehrs

Ein besonderer Schwerpunkt des Verkehrskonzeptes ist die Beschleunigung des Busverkehres, der derzeit verkehrsbedingt mit massiven Verspätungen in den morgendlichen Spitzenzeiten zu kämpfen hat. Bei optimierten Fahrtzeiten, so hofft der Gemeinderat, würde sich die Attraktivität des Busverkehrs deutlich erhöhen. Ein verstärkter Umstieg der Pendler auf den öffentlichen Nahverkehr sei aber die einzige Chance, um den Individualverkehr auf Dauer zu reduzieren. Deswegen ist daran gedacht, die Busse an der Haltestelle „Kirche“, die vor der Raiffeisenbank gelegen ist, nicht mehr in einer Bucht, sondern auf der Straße halten zu lassen. Laut Analysen des Büros Obermeyer ergebe das für den restlichen Verkehrsfluss keine nennenswerten Nachteile, erspare den Bussen aber das Wiedereinfädeln in den Verkehr. Willkommener Nebeneffekt: Die Fahrgäste müssen an dieser Haltestelle nicht mehr auf dem Rad- und Fußweg warten, sondern haben im Bereich der ehemaligen Busbucht eine eigene Wartezone, die auch das Aufstellen eines Bushäuschens ermöglichen würde.

Ein weiterer Baustein des Gesamtkonzeptes ist die Verbesserung der Situation für Fahrradfahrer. Deshalb sollen im Bereich zwischen Aral-Tankstelle und Bäckerei Miedl für die Fahrradfahrer sogenannte „Schutzstreifen“ eingerichtet werden. Das heißt, dass den Fahrradfahrern in diesem Bereich die Nutzung der Salzburger Straße erlaubt ist, die Autofahrer den Fahrradstreifen im Bedarfsfalle aber mitnutzen könnten.

Noch keine einheitliche Meinung hatte der Gemeinderat über die Optimierung der Fahrradsituation beim Schloßberg-Gefälle. Dieser Punkt wurde deshalb vorerst noch zurückgestellt.

Mit seinem einstimmigen Beschluss für das Verkehrskonzept hat der Gemeinderat ein starkes Signal gesetzt und den festen Willen bekundet, das bestehende Verkehrsproblem in der Salzburger Straße mit einem Gesamtkonzept grundsätzlich zu lösen. Als nächster Schritt ist die förmliche Zustimmung der Stadt Rosenheim einzuholen, die in dieser Sache ebenfalls zu einer politischen Willensbildung kommen muss.

Diskussion über Kostenverteilung

Dann wäre der Weg frei für die Diskussion über die Kostenverteilung unter allen Beteiligten, zu denen ja über das Staatliche Straßenbauamt auch der Freistaat Bayern sowie der Landkreis gehören. Ist die Kostenfrage einmal gelöst, besteht der erste konkrete Schritt der Umsetzung in einer Testphase für die Ampelanlage an der Einmündung der Wasserburger Straße. Vorab getestet werden soll auch die Auflösung der Busbucht an der Haltestelle Kirche.

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