Nußdorf – Nur noch an wenigen Stellen im Gebirge können Hangquellmoore vorgefunden werden. Sie sind seit dem Ende der letzten Eiszeit dort entstanden, wo an flachen Unterhängen wasserstauende Gesteinsschichten ausstreichen und die Torfbildung eingesetzt hat. Viele Tier- und Pflanzenarten haben diese einmalige Landschaft für sich entdeckt und kommen überwiegend in diesen Biotoptypen vor. Eines dieser seltenen ist die sogenannte Enzianwiese in der Gritschen bei Nußdorf.
Das Hangquellmoor hat eine Fläche von rund drei Hektar und steht seit Beginn der 1960er-Jahre unter Naturschutz. Bereits im Frühjahr leuchtet die Wiese in einem zarten Violett der Mehlprimel und einem tiefen Blau des Enzians. Seggengräser, Wollgras und viele verschiedene Orchideenarten sind neben Schwarzerle und wildem Hopfen dort angesiedelt. Bergsalamander, Frösche, Schlangen und Vögel haben dort ihren Lebensraum.
Nur einmal im Jahr, wenn sich im Spätherbst die Natur auf den bevorstehenden Winter vorbereitet, darf die Wiese offiziell begangen werden. Auf schonende Art und Weise wird mit einem Balkenmäher die Wiese gemäht und das Mähgut an den Rand der Wiese befördert. Der Einsatz von schweren Maschinen ist in dem sumpfigen Gelände nicht möglich. Daher ist in dem trittempfindlichen Bereich reine Handarbeit angesagt. Die Mahd und das Entfernen des Mähguts ist notwendig, damit der Boden nährstoffarm bleibt und die seltenen Pflanzen das nötige Licht bekommen.
Bereits seit fünf Jahren, immer an einem Samstag Ende September, treffen sich dazu die Mitglieder des Bund Naturschutzes, der auch Besitzer der Wiese ist. Seit drei Jahren werden sie tatkräftig von der Brannenburger Bergwacht unterstützt. So tragen sie gemeinsam zum Erhalt eines der nur noch wenigen Naturdenkmäler bei.
Nach drei Stunden harter Arbeit hatten sie es dann gemeinsam geschafft. Wie es in früherer Zeit üblich war, versammelten sich die „Erntearbeiter“ anschließend am großen Suppentopf auf dem Lechner Hof.