Christian König, zweiter Bürgermeister von Kiefersfelden, über LKW-Blockabfertigung

„Prophezeihe ein Verkehrschaos“

von Redaktion

Es ist glücklicherweise nicht so gekommen, wie zunächst von vielen befürchtet worden war: Die Auswirkungen der einseitig von Österreich angeordneten Lkw-Blockabfertigung auf der Inntal-Autobahn A93/A12 in Höhe von Kufstein-Nord am Mittwoch, 4. Oktober, hielten sich in Grenzen, auch bei den deutschen Anrainergemeinden wie Kiefersfelden.

Kiefersfelden – Zweiter Bürgermeister Christian König (CSU) war im Vorfeld dieser Aktion „sehr beunruhigt, denn es war schwierig einzuschätzen. Meine Befürchtung war, dass der Lkw-Verkehr wegen dieser Maßnahme dann über Oberaudorf via Niederndorf (Österreich) und durch Kiefersfelden auf der Staatsstraße 2089 über die alte Grenze nach Kufstein ausweicht und zu katastrophalen Verkehrsbedingungen führen würde“.

Dass es so nicht gekommen ist, führt Christian König sowohl „auf die Information der Medien zurück, denn es hat sich schnell herumgesprochen und die Speditionen und Fuhrunternehmer haben sofort reagiert. Aber auch die Kontrollen der Verkehrspolizei an den Autobahnabfahrten verhinderten wohl den befürchteten Lkw-Ausweichverkehr in die Region. Insgesamt“, so der Bürgermeister weiter. Kiefersfelden habe noch einmal Glück gehabt, denn die Gemeinde hätte keine verkehrstechnischen Maßnahmen treffen können, zumal die österreichischen Behörde auch im Vorfeld nicht informiert hatten.

Grundsätzlich aber hat König „Verständnis für diese einschneidende Maßnahme, denn die Verkehrsbelastung ist für die Anwohner überhaupt nicht lustig.“

Verkehrslärm, Abgase und Staus seien permanent zu ertragen, hinzu kämen auch noch die Grenzkontrollen und der Mautausweichverkehr.

Kritik übte er am Verhalten der österreichischen Behörden, die „völlig einseitig gehandelt haben. Der Lkw-Verkehr betrifft das gesamte Inntal, diesseits und jenseits der Staatsgrenze“. Aber durch die Lkw-Blockabfertigung sei der Verkehr nur auf die bayerische Seite verlagert worden und das treffe wieder einmal Kiefersfelden. „Wir sind ein Fremdenverkehrsort und investieren viel Geld in die Infrastruktur und den für uns wichtigen Tourismus. Da ist es nicht gerade förderlich, dass wir nahezu jeden Tag wegen der Verkehrssituation in den Negativschlagzeilen der Medien auftauchen.“

Weiteren Ärger sieht er bei Fuhrunternehmern und der Wirtschaft, die „durch diese Maßnahmen schwer benachteiligt sind. Auch die LKW-Fahrer stehen dann oft tagelang auf den Rastplätzen der Autobahnen und müssen dort ihre Freizeit totschlagen“.

Für den zweiten Tag der Lkw-Blockabfertigung am Freitag, 27. Oktober, ahnt er „ein schweres Verkehrschaos in den Straßen Kiefersfeldens“, das eigentlich nur durch die Autobahnpolizei etwas eingedämmt werden könne. Denn der von der A93 abfahrende Lkw-Verkehr müsse daran gehindert werden, über Ausweichstraßen wie die Staatsstraße 2089 zu fahren und so an der Blockabfertigung vorbeizukommen. Aus gemeindlicher Sicht sieht er „keine Möglichkeit, dies zu verhindern. Uns sind die Hände gebunden, denn es betrifft EU-Recht und da müsste folglich die Bundesregierung handeln“.

Doch dieser Wunsch des Zweiten Bürgermeisters wird wohl nicht in Erfüllung gehen, denn schon am zurückliegenden Blockabfertigungstag waren seitens der Bundes- oder Landesregierung keinerlei Protestaktionen erfolgt.

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