Festabend zum 30-jährigen Jubiläum des Heilbads Bad Endorf

Ein gewinnbringender Irrtum

von Redaktion

Die Marktgemeinde Bad Endorf hat jetzt auf die Ernennung zum staatlich anerkannten Heilbad vor 30 Jahren zurückgeblickt und das Jubiläum mit einem Doppelkonzert der Musikkapellen Bad Endorf und Hirnsberg-Pietzing im Kultursaal der Chiemgau Thermen gefeiert.

Bad Endorf – Bürgermeisterin Doris Laban dankte bei der Feierstunde besonders Toni Müller, der am Festabend krankheitsbedingt fehlte, und Walter Bippus für ihre Weitsicht und ihr Engagement um die Förderung der Jod-Thermalsolequelle. „Es braucht trotz aller idealen Natur- und Rahmenbedingungen Menschen, die die Zukunft nicht nur erwarten, sondern sie mutig und aktiv mitgestalten“, so die Rathauschefin.

Die Entdeckung der Heilquelle in Bad Endorf war ein Zufall. Anstelle von Öl oder Gas, die man sich bei den Bohrungen 1963 erwartete, fand man „nur“ heißes Wasser, das aus einer Tiefe von rund 4800 Metern mit ungeheurem Druck an die Oberfläche schoss. „Die im ersten Moment große Enttäuschung aller Beteiligter erwies sich im Laufe der vergangenen Jahre als ein Hauptgewinn für die Marktgemeinde und auch für die gesamte Region“, so die Bürgermeisterin.

Denn schon die ersten Untersuchungen ergaben, dass es sich bei diesem zufälligen Wasserfund um eine überaus gehaltvolle Jod-Thermalsolequelle handelt. Drei Jahre später, im Jahr 1970, wurde dann der Jodbadverein zur Förderung der Jod-Thermalbadsolequelle unter der Leitung des heutigen Ehrenbürgers und Ehrenvorsitzenden im Aufsichtsrat der Gesundheitswelt Chiemgau AG (GWC), Toni Müller, gegründet. 1971 entstand daraus die Jod-Thermalbad Endorf AG, an die der Freistaat Bayern zwei Jahre darauf offiziell die Quelle übergab. 1976 wurde der Jod-Thermalbad Endorf AG dann die Anerkennung als Heilquelle ausgesprochen, das Kurmittelhaus eingeweiht und die Simssee Klinik eröffnet. 1987 erfolgte schließlich die staatliche Anerkennung der Kommune als Heilbad Endorf – als das 25. Heilbad in Bayern.

„Ab diesem Zeitpunkt durften wir nicht nur den Titel ,Bad‘ vor den Ortsnamen stellen, die Anerkennung als Heilbad war zeitgleich ein riesiger Entwicklungsschub für die gesamte Marktgemeinde und ihre Infrastruktur. Die Kuranlagen, der Kurpark, die Kurstraße, der Kursaal und eine Kurkapelle wurden errichtet. Zudem wurde die Thermenanlage erweitert und mit modernen medizinischen Einrichtungen ausgestattet“, erklärte die Bürgermeisterin. „Toni Müller, Walter Bippus und ihre Mitstreiter sowie meine Amtsvorgänger und die Gemeinderäte verdanken wir maßgeblich die letzten 30 Jahre als Heilbad Endorf.“

„Aus dem „Irrtum“ Wasser statt Erdöl entstand der Gesundheitsstandort Bad Endorf, das sich vom kleinen ländlichen Dorf zum modernen Heilbad und Tourismusmagneten entwickelt hat. Die Verleihung des Titels Heilbad hat für die Gesundheitswelt und unsere Marktgemeinde den Durchbruch auf dem Bäder- und Gesundheitsmarkt bedeutet. So konnten in den vergangenen 30 Jahren über 400000 Gäste und Patienten in Bad Endorf Gesundheitsförderung finden. Laban: „Das ist eine Erfolgsgeschichte, auf die alle Beteiligten stolz sein dürfen.“

Ihren Dank richtete die Bürgermeisterin an alle Verantwortlichen der Gesundheitswelt Chiemgau mit der Simssee Klinik als orthopädische Fachklinik, dem ambulanten Rehazentrum, der St.- Irmingard-Klinik in Prien und dem Thermenhotel Ströbinger Hof. „Es ist richtig, dass die Entwicklung der Marktgemeinde und der Thermen- wie Klinikanlagen eine Erfolgsgeschichte ist. Es stimmt aber auch, dass durch die Verflechtungen und unübersichtlichen Vertragskonstrukte die Zukunft von Gemeinde und GWC AG stark gefährdet war“, blickte Laban zurück.

„Mit der erfolgreichen Entflechtung und Neuausrichtung der Marktgemeinde und der Gesundheitswelt sind für Bad Endorf wichtige und richtungsweisende Grundsteine neu gelegt worden. Damit sind wir nun in der Lage, uns den Anforderungen des Klinik- und Bädermarktes bestens anzupassen und durch eine Spezifizierung immer hochwertigere Leistungen anbieten zu können“, so Laban weiter. Sie dankte den GWC-Vorstandsmitgliedern Dietolf Hämel und Stefan Bammer für die „vertrauensvolle und sehr gute Zusammenarbeit speziell in den letzten Jahren“.

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