CSU-Veranstaltung zur Vespa

Eine Halle spaltet die Gemeinde

von Redaktion

Die Planung sei „dilettantisch ausgeführt“, die Kosten seien deutlich hoch – bei einer Infoveranstaltung zur geplanten Vereins- und Sporthalle (Vespa) übte die CSU harsche Kritik an den bisherigen Entscheidungen. Die Reaktion des Aschauer Bürgermeisters Peter Solnar: Schweigen!

Aschau – „Chaos bei der Planung, Chaos bei den Kosten“ – bereits beim Titel der Informationsveranstaltung im vollbesetzen Aschauer Chalet nahm die CSU kein Blatt vor den Mund. Die Christsozialen seien für den Bau einer Sporthalle, auch wenn andere Gerüchte im Ort kursierten, so Vorsitzender Georg Westenthanner.

Seit gut zweieinhalb Jahren sei man mit der Planung einer neuen Sporthalle beschäftigt, so Westenthanner, aber es gebe einige Punkte, über die er sich wundere. So habe das planende Architektenbüro SRW München weder vorab Gespräche mit den Spartenabteilungen des Wintersportvereins (WSV) geführt noch wisse er etwas über eine finanzielle Beteiligung des WSV an dem Projekt.

Peter Thaurer ging auf die Modellplanung ein, die seiner persönlichen Meinung nach „sehr dilettantisch ausgeführt“ worden sei. Als Beispiele nannte er die geringe Dachneigung samt geplanter Fotovoltaik und die mit zwölf Quadratmetern geplanten Außenkabinen für 16 Mann. Er schlug eine andere Dachneigung zwischen Turnhalle und Nebengebäude sowie eine Neuplanung beim Raumbedarf im Nebengebäude vor. „Geschmäcker sind verschieden, aber wir brauchen unser Geld auch für andere Sachen.“

Angst vor steigender Verschuldung

Werner Runte legte mit scharfen Worten los. Sollten die Kosten sich wirklich auf knapp acht Millionen Euro für die Turnhalle belaufen, dann werde die Pro-Kopf-Verschuldung von derzeit 1265 auf 2300 Euro steigen, warnte er. „Wir wollen eine Funktionssporthalle, keinen Luxusbau.“ Eine echte Bedarfsermittlung sei niemals erfolgt. Dass man ein Architekturbüro bei einer europaweiten Ausschreibung gewählt habe, das erst einmal eine Turnhalle gebaut habe, wundere ihn. Diese Unerfahrenheit habe sich bei der Modell-Präsentation gezeigt, und dass erst jetzt von Dienstbarkeiten die Sprache sei, sei ein Unding.

Das ehemalige Gemeinderatsmitglied Josef Hobelsberger senior sprach sich dafür aus, den Turnhallenneubau zurückzustellen, um erst ein finanzielles Gegengewicht durch Grundausweisung und Gewerbeansiedlung zu schaffen. Es gebe ja auch andere wichtige Projekte wie beispielsweise eine umfassende Straßensanierung und die Regelung des Abwassers auf der Kampenwand, die für Tourismuseinnahmen bedeutsam sei.

Ein anderer Bürger hakte nach, wer denn verantwortlich für die Dimension der großen Planung sei. „Was kann man sich leisten, das sollte geprüft werden.“ Eine Anhebung der Gewerbesteuer lehne er allerdings ab. Eine Bürgerin befürwortete eine Entkernung, die beiden „schönen Außensteinmauern“ sollten erhalten bleiben.

Nico Altmann von der Fußballabteilung widersprach Gerüchten, wonach die Turnhalle nur wegen der Fußballer so teuer werde. Sport sei das Bindeglied innerhalb einer Gemeinde, und für die Jugendförderung und den Schulsport sei eine Halle unerlässlich. Die Fußball-Verantwortlichen hätten sich einbringen wollen, aber von vielen Mitgliedern sei da gekommen: „Kein Interesse!“ Dabei müsse man miteinander eine Lösung finden. Auch ein weiterer Fußballer warb für den Zusammenhalt.

Dieses Miteinander griff auch Westenthanner in seinem Schlusswort auf. „Wir wollen auch nicht immer dagegen sein.“ Ohne konkreter zu werden, wiederholte er nur die Forderung, „so gut und günstig wie möglich“ die Turnhalle zu bauen.

Bürgermeister Peter Solnar, der bei der Sitzung als stiller Zuhörer dabei war, wollte auch im Anschluss keine Stellungnahme abgeben. Er verwies lediglich auf die Gemeinderatsbeschlüsse der vergangenen Jahre.

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