Klinik Silima in Riedering vor dem Aus

„Ein herber Schlag für uns“

von Redaktion

Silima – das bedeutet auf Deutsch „es möge dir wohl ergehen“. Genau das ist auch das Credo, nach dem die gleichnamige Riederinger Klinik ihre Patienten behandelt. Dass damit Endes des Jahres Schluss sein könnte, schockt Patienten und Betreiber gleichermaßen.

Riedering – Es sind traurige Nachrichten, die Chefarzt und geschäftsführender Gesellschafter Dr. Fritz Friedl seinen rund 3000 Patienten und seinen 41 Mitarbeitern verkünden musste: „Die Klini Silima wird zum 31. Dezember geschlossen.“ Der privaten Einrichtung, die traditionelle chinesische Medizin (TCM) mit westlicher Schulmedizin verbindet, wurde der Pachtvertrag gekündigt. Wie es zu diesem Schritt kam, dazu gibt es unterschiedliche Aussagen von Klinikchefarzt Friedl und Verpächterin Waltraut Sieglinde Hackethal, der Witwe des 1997 verstorbenen, bekannten Onkologen Julius Hackethal.

Ohne Angabe von Gründen sei gekündigt worden, sagt Chefarzt Friedl. Ein persönliches Gespräch dazu habe nicht stattgefunden. Die Jahre zuvor sei eine Pachtverlängerung indes kein Problem gewesen.

Verpächterin Waltraud Sieglinde Hackethal ließ gestern über ihren Anwalt Gerhard Peckert mitteilen, dass es sehr wohl Gründe für eine Kündigung gegeben habe: „In das Haus muss dringend investiert werden. Deshalb müsste der Pächter aus wirtschaftlichen Gründen einen längerfristigen Vertrag abschließen.“ Dazu sei die Klinik nicht bereit gewesen. Daher sei es zu einer Auflösung des Vertrags gekommen. Was mit dem Gebäude in Zukunft passieren soll, teilte Anwalt Peckert gestern nicht mit. „Das ist aktuell noch schwierig zu sagen.“

Auf die Gemeinde ist die Witwe von Professor Julius Hackethal, der vor seinem Tod selbst eine Klinik für Krebskranke in dem Gebäude betrieb, bereits zugekommen: Sie setzte die Kommune darüber in Kenntnis, dass eine Vertragsverlängerung mit der Klinik Silima nicht zustande gekommen sei.

„Frau Hackethal möchte das Haus baulich verändern“, so auch der Kenntnisstand von Bürgermeister Josef Häusler.

Häusler bedauert es, dass es die Klinik vermutlich in Riedering ab 2018 nicht mehr geben wird: „So viel Naturheilverfahren wie möglich, so wenig Schulmedizin wie nötig. Diesen Ansatz fand ich persönlich sehr interessant. Ich bin traurig, dass die Einrichtung unsere Gemeinde verlassen wird.“

Mindestens genauso bestürzt wie die Mitarbeiter sind die Patienten über das Aus. Sie kamen für einen Aufenthalt in der Privatklinik aus ganz Deutschland und Österreich angereist. „Das ist wirklich ein herber Schlag für uns“, bedauert daher Chefarzt Friedl. Eins zu eins werde die Klinik ihr Angebot wohl nicht fortführen können, die Leitung setze aber alles daran, das Konzept irgendwie beizubehalten. „Wie das genau aussehen wird, steht bislang noch nicht fest.“

Die Klinik mit Schwerpunkt auf Onkologie und psychosomatischen Erkrankungen genießt laut Friedl einen international guten Ruf – erst 2016 rief der gelernte Schulmediziner mit dem chinesischen Professor Yang Jing eine Kooperation ins Leben: Silima ist seitdem eine deutsche Filiale des Lehrkrankenhauses der TCM-Universität Chengdu/Schuan.

Wie diese deutsch-chinesische Kooperation fortan weitergeführt werden kann – auch das bleibt bisher ebenso offen wie die Zukunft des gesamten Betriebs der Klinik Silima.

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