Schnaitsee – Das geplante Baugebiet „Toerring-Jettenbach-Straße“ im Norden Schnaitsees stieß schon bei der „frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“ auf großes Interesse. Fast hätten die Sitze im Rathaussaal nicht ausgereicht, so viele Leute wollten die Vorstellung des neuen Baugebiets nicht versäumen. Und ebenso groß waren die Diskussionsbeiträge und Änderungsanregungen nach der Vorstellung.
Mehrere Fragen drehten sich um die Anwendung des Einheimischenmodells. Dazu verwies Zweiter Bürgermeister Franz Rieperdinger auf die Sitzung des Gemeinderats am kommenden Montag, dann stehen die Festlegungen der Regularien auf der Tagesordnung.
Negativ wurde der Umstand diskutiert, dass nur sechs der etwa 24 Bauparzellen nach diesem Modell, bei dem einheimische junge Familien bevorzugt werden, infrage kommen. Eine Anliegerin monierte, dass die einzige Zufahrt zum Baugebiet über die Toerring-Jettenbach-Straße erfolge: „Das bringt erhebliche Lärmbelastung mit sich.“ Auch ein Weg für Fußgänger vom Baugebiet in das Dorf und besonders zur Schule wurde gefordert, zudem gab es spezielle Anträge für einzelne Bauparzellen. „Alle Anträge und Anregungen werden aufgenommen und wenn möglich in die Planung eingearbeitet“, versprach Andreas Huber vom zuständigen Planungsbüro.
Bürgermeister Thomas Schmidinger hatte die Vorstellung des Baugebiets eröffnet, da er persönlich als Eigentümer betroffen ist, gab er aber das Wort an Zweiten Bürgermeister Franz Rieperdinger weiter. Dieser umriss den bisherigen Zeitplan. Bereits 2002 wurde der Flächennutzungsplan, der 2005 Rechtskraft erlangte, aufgestellt. Damals wurde das Gelände als Mischgebiet überplant. Jetzt nach 15 Jahren mündet das Verfahren im Bebauungsplan.
Bauamtsleiter Josef Pfenninger erläuterte, dass acht Grundstückseigentümer betroffen seien und dass durch die anliegenden gewerblichen Immissionen besondere Umstände in die Planung mit einfließen würden. „2016 gab es ein Abstimmungsgespräch mit dem Kreisbauamt und heuer hat der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss, der als Grundlage dient, gefasst“. Die jetzt vorliegende Planung sei nur Diskussionsgrundlage, überall seien noch Änderungen möglich.
Planer Andreas Huber sagte, dass die Situation bei diesem Baugebiet nicht einfach sei. „Hier müssen wir ein Wohngebiet an die bestehende Bebauung angliedern. Wegen der Firmen in der Nachbarschaft würden sieben Bauparzellen als Mischgebiet mit entweder vorgesehener gewerblicher Nutzung oder mit der Möglichkeit zum „ruhigen Gewerbe“ eingetragen. Huber erläuterte die textlichen Festsetzungen und sagte, dass den Bauwerbern dabei viel Freiheit gelassen werde, die charakterliche Integration aber stimmen müsse.
Etwa in einem Jahr könne die Erschließung beginnen, so Huber, und auf alle Fälle 2019 Baubeginn sein könne – wenn alles glatt laufe, vielleicht schon Ende 2018.