Krieger- und Soldatenkameradschaft Pittenhart feiert 140-jähriges Bestehen

Gebete für den Frieden in der Welt

von Redaktion

Mit einem bunten Festabend hat die Krieger- und Soldatenkameradschaft Pittenhart jetzt ihr 140-jähriges Jubiläum gefeiert. Im Zentrum der Feierlichkeiten stand der sehnliche Wunsch, dass nie wieder Namen am Kriegerdenkmal eingemeißelt werden müssen.

Pittenhart – Das Kriegergedenken und ihre 140-Jahr-Feier begingen jetzt die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Pittenhart zusammen mit den Nachbarsvereinen aus Obing, Kienberg, Albertaich und Eggstätt sowie mit den Gemeindebürgern. Unter den Klängen der Seeoner Blaskapelle zog die Festgesellschaft gemeinsam zum Gottesdienst in die Pfarrkirche ein, den Pfarrer David Mehlich und Diakon Sepp Stürzer zelebrierten.

Anschließend marschierte die KSK Pittenhart mit den Nachbarvereinen und den Fahnenabordnungen der Ortsvereine mit Musik und Fackeln zum Kriegerdenkmal. Zum Gedenken aller gestorbenen, gefallenen und vermissten Kameraden sprach Pfarrer David Mehlich Gebete am Denkmal.

„Die Jahreszahlen auf dem Kriegerdenkmal stehen für die dunkelsten Kapitel der jüngeren Menschheitsgeschichte“, sagte KSK-Vorsitzender Reinhard Schreiner. „Alle Opfer von Krieg, Gewalt, Unterdrückung und brutalem Extremismus, alle schrecklichen Taten, unmenschlichen Verbrechen und das allgegenwärtige Leid dürfen nicht vergessen werden.“ Zum stillen Gedenken aller, die dem Hass zum Opfer gefallen sind, legte Schreiner einen Kranz am Ehrenmal nieder, die Mitglieder senkten die Fahnen, während das Lied vom „Guten Kameraden“ erklang.

Die Feierlichkeit zum 140-Jährigen fand anschließend in der „Alten Zollstation“ statt, wo die Besucher einen gemütlichen Kameradschaftsabend unter musikalischer Untermalung der Seeoner Blaskapelle verbrachten.

Viel Beachtung fand eine kleine Fotoausstellung über die letzten 100 Jahre des Vereins, die Ortsheimatpfleger Sebastian Guggenhuber zusammengestellt hat. Bürgermeister Sepp Reithmeier gratulierte der KSK, erinnerte an Terroranschläge und Kriege der heutigen Zeit und wünschte den Vereinsmitgliedern, dass es nicht noch einmal notwendig wird, dass Namen am Kriegerdenkmal eingemeißelt werden müssen.

Auch Gauvorsitzender Michael Bernauer dankte für die würdige Gedenkfeier und übernahm die Ehrung von Simon Altenweger, Franz Eder und Stefan Schreiner, die seit zehn Jahren, und von Alfred Schöberl, der seit 25 Jahren an der Kriegerwallfahrt nach Maria Eck teilnimmt. Ehrungen gab es auch von der KSK Pittenhart an Hans Betz, Alois Vodermaier und Josef Stürzer für 40-jährige Mitgliedschaft, Ludwig Fischer wurde für 50 Jahre Treue zum Verein ausgezeichnet.

Der Höhepunkt des Abends war die Ernennung von Sepp Reithmeier zum Ehrenvorstand. Nachdem Anton Erb 1984 den Vorsitz der KSK zur Verfügung gestellt hatte, wurde der erst 26-jährige Reservist Sepp Reithmeier neuer Vorsitzender. Sein erstes großes Anliegen war, dass sein Stellvertreter aus den Reihen der Kriegsteilnehmer kommen müsse. 30 Jahre war Reithmeier Vorsitzender bis er 2014 an Reinhard Schreiner übergab.

Reithmeier freute sich sehr über die Auszeichnung. „Ich war davor Burschenvorsitzender, war weder in der Vorstandschaft der KSK und hab nicht einmal gewusst, ob ich sicher Mitglied bin, da den Beitrag der Vater gezahlt hat“, erinnerte er sich zurück. „An einem Sonntagnachmittag wurde ich gefragt, habe ja gesagt, und ich habe es nicht bereut.“ Stolz sei er, dass mit Reinhard Schreiner wieder ein Generationswechsel stattgefunden habe.

Das Fest endete mit dem Dank an Caro Dumpler, die die Gaststube und Flur mit Eichenblättern, Edelweiß und Blumengebinde geschmückt hatte, sowie an die Kameraden und an Gertrud Neubauer, die die Ehrentafel der Heimkehrer, die früher in der Gaststätte hing, nach dem Verkauf an sich genommen und aufbewahrt hatte und nun der Krieger- und Soldatenkameradschaft zur Verfügung stellt.

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