Abschied von einem Pioniergeist

von Redaktion

Trauerfeier für Toni Müller am Freitag in Bad Endorf

Bad Endorf – Die Marktgemeinde Bad Endorf trauert um Ehrenbürger Toni Müller (86). Müller, der maßgeblichen Anteil am heutigen Stellenwert Bad Endorfs als Kur- und Heilbad hat, wurde 1931 im niederbayerischen Pocking geboren und kam im Alter von 14 Jahren in die Marktgemeinde, wo er eine Lehre als Kaufmann machte und 1956 Paula Holzner vom Schuhhaus Oberhorner heiratete. Zwei Söhne und fünf Enkel sowie drei Urenkel vergrößerten im Lauf der Jahrzehnte die Familie.

Entwicklung zum Heilbad forciert

Sein Leben und Wirken war eng mit den Geschicken der Gemeinde und ihrer Bürger verknüpft, in vielen Bereichen des Gemeindelebens sind seine Spuren zu finden. So engagierte sich Müller nicht nur im Sport, sondern kämpfte auch unermüdlich für die Interessen seiner Heimatgemeinde.

Seit seiner Wahl 1966 zum Mitglied des Gemeinderats hatte er sich der Kommunalpolitik verschrieben. Von 1969 bis 1981 war er zudem Zweiter Bürgermeister. Als Müller zum Geschäftsführer der Simssee Klinik ernannt wurde, schied er aus der aktiven Kommunalpolitik aus. Toni Müller, Gründer des Jod-Thermalbades, später Kurdirektor und Vorstandsvorsitzender der Jod-Thermalbad Endorf AG sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Simssee Klinik, hatte jahrzehntelang kontinuierlich die Entwicklung der Gemeinde zum Heilbad und den Bau des Kurmittelhauses und einer Kurklinik – der heutigen Simssee Klinik – gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen vorangetrieben.

Ein Höhepunkt für den gebürtigen Niederbayern war die Anerkennung der Marktgemeinde als Heilbad im Jahr 1987. Die gemeindlichen Betriebe führte er als Vorsitzender der damaligen Jod-Thermalbad Endorf AG bis 2001, als Geschäftsführer der Simssee Klinik bis 1998. Zudem war er jahrzehntelanges Mitglied der Vorstandschaft des Heilbäderverbandes, Mitbegründer des Oberbayerischen Kurquartetts und fast 45 Jahre im Vorstand des TSV Bad Endorf – 23 Jahre als Zweiter Vorsitzender sowie 22 Jahre als Vorsitzender. Auch die Endorfer Schützen führte er über ein Jahrzehnt.

Sein Pioniergeist und unternehmerisches Geschick, wozu vor allem auch seine Risikobereitschaft gehörte, hatte Bad Endorf zum Aufschwung verholfen. Zudem zeichneten ihn nach Einschätzung vieler Weggefährten vor allem seine menschliche Wärme, die er seinen Mitarbeitern zuteil werden ließ, aus.

Für sein Engagement erhielt Müller 1988 die Bürgermedaille des Marktes Bad Endorf und 1992 das Bundesverdienstkreuz am Bande, ehe er 2002 zum Endorfer Ehrenbürger ernannt wurde. Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Freitag, 27. Oktober, um 14 Uhr in der Pfarrkirche St. Jakobus statt. amf

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