Eggstätt tritt Landschaftspflegeverband bei

Mehrheit sieht keine „Gängelung“

von Redaktion

Einstimmig hat sich der Eggstätter Gemeinderat jetzt für einen Beitritt zum Landschaftspflegeverband im Landkreis entschieden. Zumal nach Einschätzung des Gremiums eine Unterstützung bei den zahlreichen Naturschutzflächen der Kommune durchaus willkommen ist.

Eggstätt – Schon im November vergangenen Jahres war lebhaft über einen Beitritt zum Landschaftspflegeverband Rosenheim diskutiert worden und trotz der „Werbung“, dass der Landschaftspflegeverband „eine gute und neutrale Kommunikationsplattform für vertrauensvolle Zusammenarbeit von Kommunen, Land und Forstwirtschaft und Naturschutz“ und „ein unabhängiger Verein zur sinnvollen Pflege unserer Natur und kein verlängerter Arm der Unteren Naturschutzbehörde“ sei, einigte sich der Eggstätter Gemeinderat darauf, zunächst weitere Informationen über den Verband einzuholen (wir berichteten).

Bürgermeister Hans Schartner konnte nun in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats berichten, dass er sich in Nachbargemeinden und -landkreisen umgehört habe. Aus den Landkreisen Traunstein und Miesbach habe er nur Positives über den Landschaftspflegeverband vernommen und im Landkreis Rosenheim seien auch mittlerweile zahlreiche Gemeinden dem Verband beigetreten.

Die Vertreter der Landwirtschaft stünden einem Beitritt positiv gegenüber, wie er aus Gesprächen herausgehört habe. Die Grundfinanzierung erfolge über die Mitgliedsbeiträge des Landkreises und der Gemeinden, die sich nach der Einwohnerzahl berechnen. Die Kosten für Kommunen betragen 20 Cent je Einwohner, was für die Gemeinde Eggstätt rund 600 Euro pro Jahr entspräche. Demnächst, so gab er abschließend zu bedenken, stünden einige Landschaftspflegemaßnahmen wie beispielsweise in Weitmoos an.

Gemeinderatsmitglied Michael Wierer, der nicht an der aktuellen Sitzung teilnahm, hatte ein Schreiben verfasst, das verlesen wurde. Wierer lehne einen Beitritt ab, da seiner Meinung nach ein solcher Verband einen zusätzlichen Wasserkopf darstelle. Die Gängelung werde dadurch noch gesteigert. Einer Einschätzung, der Schartner widersprach: „Ich sehe das mittlerweile anders.“ Man sei ja nicht gebunden, man könne jederzeit austreten und das Wichtigste sei doch, dass es dem Verband um die Landschaftspflege gehe.

Christian Glas stimmte dem zu. Eggstätt verfüge über viele Naturschutzflächen, da sei Unterstützung durchaus gut. Thomas Nitzinger schloss sich dem an, durch die Drittelparität solle es ja auch zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Unterer Naturschutzbehörde und der Land- und Forstwirtschaft kommen.

Zweifel an der Beitragshöhe

Er gebe aber zu bedenken, dass bei den vielen Naturschutzflächen auf Gemeindegebiet 600 Euro wahrscheinlich nicht ausreichend seien. Schartner erklärte, dass man dann halt nachzahlen müsse, aber gleichzeitig habe der Verband auch wesentlich mehr Fördermöglichkeiten als eine Behörde allein. Einstimmig stimmten die anwesenden Gemeinderatsmitglieder schließlich für einen Beitritt.

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