Österreicher machen ernst mit lkw-Blockabfertigung am Grenzübergang

Am Freitag droht der Megastau

von Redaktion

Das Land Tirol setzt weiter auf sein präventives Pilot-Projekt der Lkw-Blockabfertigung am Grenzübergang Kiefersfelden/Kufstein. In der Nacht auf Freitag, 27. Oktober, morgens früh ab 5 Uhr droht deshalb ein Megastau auf der Brennerroute.

Kiefersfelden – Der erste Teil dieser „Schutzmaßnahme“, wie es die österreichischen Behörden nennen, brachte scheinbar auch schon einen gewissen Erfolg. Nach Recherchen der OVB-Heimatzeitung blieb bei der ersten Lkw-Blockabfertigung am 4. Oktober der befürchtete Superstau in Richtung Süden aus. Wohl wegen der schnellen Bekanntmachung des Termins durch die Medien konnten Fuhr- und Logistikunternehmen ihre für diesen Tag geplanten Fahrtrouten ändern oder gar stornieren.

Ein anderes Bild dürfte sich aber diesmal am 27. Oktober bieten. Wegen des österreichischen Nationalfeiertags morgen, Donnerstag, gibt es sowieso ein grundsätzliches Lkw-Fahrverbot beim Nachbarn. Deshalb dürfte sich der Schwerlastverkehr nördlich und auch südlich der österreichischen Landesgrenze immens aufstauen.

Wenn dann am Freitag die angekündigte Lkw-Blockabfertigung greift, wird morgens ab 5 Uhr auf der Inntal-Autobahn A93 bei Kufstein-Nord ein sogenannter „Checkpoint“ eingerichtet, an dem der Lkw-Verkehr in Richtung Süden verstärkt kontrolliert und in „Blöcken“ und in zeitlichen Abständen abgefertigt wird.

Einer der Hintergründe für diese Maßnahme war eine Verkehrszählung der österreichischen Behörden vom 27. Oktober des letzten Jahres. Diese ergab, dass pro Stunde etwa 600 Lastwägen den Grenzübergang passierten, was zu Megastaus geführt hatte. Mit der Blockabfertigung soll jetzt der Lkw-Anteil auf 250 bis 300 Wägen reglementiert werden. Allerdings kann der gesamte Schwerlastverkehr bei Notwendigkeit auch ganz angehalten werden, heißt es von österreichischer Seite. Ziel dieser außergewöhnlichen präventiven Maßnahme ist es, den Lkw-Verkehr zu verringern und einen möglichst homogenen Verkehrsfluss auf der Inntal- und Brennerautobahn (A13) zu erreichen.

Wie sehr sich diese Maßnahme auf den grenzüberschreitenden Verkehr in Bayern auswirken wird, ist schwer vorhersehbar; allerdings kommt an diesem Tage erschwerend hinzu, dass in Bayern die Herbstferien beginnen und damit der Verkehr in Richtung Süden zusätzlich von den „Urlaubern“ belastet werden dürfte.

Auch die Ausweichstrecken, wie beispielsweise die Staatsstraße 2089, die nahezu parallel zur Bundesautobahn verläuft, dürften massiv belastet werden und schon jetzt kann man sich das vor allem in Kiefersfelden und Oberaudorf drohende Verkehrsszenario ausmalen. Denn durch diese Orte führt die viel befahrene Ausweichroute Richtung Österreich.

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