Herbstversammlung der Obinger Gartler

Geburtsbäume für den Nachwuchs

von Redaktion

In ihrer Herbstversammlung beim Oberwirt blickten die Obinger Gartler auf ein erfolgreiches Vereinsjahr zurück, ehrten Hermine Heinrich für ihre engagierte Mithilfe und überreichten sechs neuen Erdenbürgern einen Geburtsbaum.

Obing – „Der Herbst ist der zweite Frühling – da jedes Blatt zur zweiten Blüte wird“, sagte die Gartler-Vorsitzende Birgit Furtner. Bäume und Sträucher zeigten sich in besonderer Farbenpracht. Ein guter Zeitpunkt, einen Baum zu pflanzen, sei die Geburt.

Seit einigen Jahren hat der Gartenbauverein den alten Brauch des „Geburtsbaums“ wieder aufleben lassen und so wurden auch heuer in der Herbstversammlung Gutscheine für einen Obstbaum überreicht. Dazu wurden im Vorfeld die Eltern von Neugeborenen zwischen Januar und Juli 2017 angeschrieben.

Die Eltern der sechs Buben waren bereits beim Gartenbauverein oder wurden Neumitglied. Der Baum stehe für Leben, Persönlichkeit, Beständigkeit und Kraft – mit diesen Worten überreichte Birgit Furtner Gutscheine für Ludwig Paulmaier, Benedikt Baumann, Rupert Freiberger, Luis Brandl, Markus Karl und Vincent Maier. Auch damit unterstrich der Verein sein konsequentes Engagement für den Nachwuchs, das für die Kinder- und Jugendgruppe mit unterschiedlichsten Aktionen das Interesse für den Garten und die Natur mit viel Spaß verbindet. Das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Die Obinger haben mit ihrer erfolgreichen Nachwuchsarbeit nicht nur eine Vorreiterrolle im Kreisverband Traunstein. Auch im Dorf finden die Gartler große Anerkennung und nicht ohne Stolz berichtete Birgit Furtner von 14 neuen „coolen Würmern“ im Alter von vier bis neun Jahren in den Vereinsreihen. Mit dem neuen Nachwuchs und der Jugendgruppe wurden bereits einige Aktionen wie Obstpressen, Töpfern von Gartenstelen, Zaunhockern, Tellern, Windlichtern und Pflanzgefäßen sowie Ausflüge in die Natur und zum Imker durchgeführt.

Im kurzen Rückblick der Vorsitzenden wurde deutlich, dass auch die „Großen“ sehr aktiv waren. Neben Ausflügen mit den Mitgliedern zum Moyerhof nach Aschau und ins Elsass löste die Vorstandschaft ein Geschenk der Gartenbauvereine Altenmarkt, Kienberg, Pittenhart, Seeon und Schnaitsee zum 120-jährigen Jubiläum ein und fuhr zum Frühstück mit Kräutergartenführung nach Gallenbach. Bei Vereinsfesten und beim Priesterjubiläum von Pfarrer Valentin Tremmel übernahm der Verein den Blumenschmuck. Allein für die Obinger Festwochen seien 100 Meter Girlanden gebunden worden. Die vielen freiwilligen Helfer hätten mehr als einmal gezeigt: „Obing hält zusammen“, freute sich die Vorsitzende. Auch das Kräuterbüschlbinden habe einen festen Platz im Terminplan der Gartler. Maßgeblich daran beteiligt sei Hermine Heinrich, bei der seit über 30 Jahren die Fäden in Sachen Kräuter zusammenliefen, sagte Birgit Furtner. Sie dankte der „Kräuterfee“, die seit ebenso langer Zeit auch Kräuterwanderungen in der Gemeinde unternimmt und auf deren Initiative hin das Kräuterbüschlbinden überhaupt erst ins Leben gerufen worden sei. Der Erlös der Aktion werde für die Bepflanzung der bunten Blumentröge im Ort verwendet und „die stehen Obing gut“, wie Birgit Furtner fand. Es sei schön, durch den Ort zu fahren und zu erleben, wie sich täglich neue Blüten öffneten.

Bürgermeister Sepp Huber dankte den Gartlern dafür, dass sie Obing erblühen ließen und wichtige Aufgaben im Ort übernähmen. Obing beteilige sich am Pilotprojekt „blühender Landkreis Traunstein“ und da freue er sich auch auf die Unterstützung der Gartler.

Vortrag „Pflanzen helfen Pflanzen“

Humorvoll, unterhaltsam und dabei äußerst informativ war der Vortrag „Pflanzen helfen Pflanzen“ von Gartenexpertin Karin Greiner. Die Diplom-Biologin warf einen Blick auf die Bedeutung von Pflanzenvielfalt, Aromaölen und Kräuterbrühen für einen gesunden Garten. Ihr Motto lautete: Vielfalt statt Eintönigkeit.

Duftende Schutzbarrieren und wirksame Auszüge seien für den gesunden Garten unerlässlich. Sie empfahl die Abwehrkräfte der Pflanzen zu stärken und sie so fit und vital zu erhalten. Dafür sollten auch neue Wege der Mischkultur beschritten, effektvolle Essenzen aus Kräutern zubereitet und wertvolle Jauchen, Brühen und Tees zur Pflanzenpflege herstellt werden. Dies sei verblüffend einfach und doch höchst wirkungsvoll. „Das ist wahrer sanfter Pflanzenschutz“, schwärmte die Gartenexpertin.

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