Riedering – Seit Jahren setzt sich der Riederinger Gemeinderat intensiv mit dem Thema Bebauungsplan „Puttinger Bach – Gewerbegebiet Perr – Daxlberg“ auseinander, doch kurz vor Abschluss der Planungsphase wurde in der Juli-Sitzung bekannt, dass von der Unteren Naturschutzbehörde eine artenschutzrechtliche Prüfung angeordnet worden sei. Da ein Abwarten der Überprüfung des Vorkommens artenschutzrechtlich geschützter Tiere (spezielle artenschutzrechtliche Prüfung, SAP) bis zu einem Jahr dauern kann, beantragte Planer und Architekt Ferdinand Feirer-Kornprobst aus Stephanskirchen eine Relevanzprüfung. Dieser ergab, dass es wohl tatsächlich in dem Gebiet artenschutzrechtlich relevante Tiere gebe, zu deren Schutz umfangreiche Maßnahmen in den Bebauungsplan eingearbeitet werden mussten (wir berichteten).
Habitat-Räume
schützen
In der jüngsten Sitzung präsentierte Feirer-Kornprobst den neuen Plan, demzufolge in besonders gekennzeichneten Kreisen Habitat- und potenzielle Habitat-Räume für Amphibien, Reptilien und Vögel eingeräumt werden. Diese umfassen Wander- beziehungsweise Flugkorridore und sogenannte Brückenschutzzäune und dürfen auch nicht durch Baukörper überschritten werden. Deshalb schrumpfe das Baugebiet und verschiebe sich somit geringfügig nach Norden. Dadurch werde wiederum eine erneute schallschutztechnische Untersuchung nötig. Diese sei aber „kein Problem“, da „die geplante Bebauung somit ja noch weiter weg vom südlich liegenden Gewerbe“ rücke, so der Architekt weiter.
Problematisch sei eher, dass man die Artenschutz-Maßnahmen „1:1 für die Planungssicherheit berücksichtigen und übernehmen“ müsse. Insgesamt aber werde der „neue“ Plan damit den Stellungnahmen der Unteren Naturschutzbehörde, des Bund Naturschutz Ortsgruppe Stephanskirchen und einiger Bürgers gerecht.
Die Frage nach den Kosten
Dominik Summerer hakte bezüglich der Kosten nach und Georg Kasberger fragte nach dem konkreten Ausmaß der Schrumpfung. Feirer-Kornprobst erklärte, dass diese neuen Änderungen wenig Auswirkungen auf die Kosten hätten und dass mit der neuen Planung 690 Quadratmeterfläche allgemeines Wohngebiet entfielen.
Sebastian Niedermaier sorgte für Lacher, als er meinte: „Jetzt haben wenigstens die Frösche Platz!“, zeigte dann aber wieder den nötigen Ernst, als er nach dem weiteren Vorgehen fragte. Laut Feirer-Kornprobst werde der Plan nun erneut vier Wochen ausliegen, dann komme es zum Satzungsbeschluss, der mit seiner Bekanntmachung rechtskräftig werde. Erst danach werde man sehen, ob gebaut werden dürfe oder ob es zu Klagen komme.
Bürgermeister Josef Häusler warf ein, dass man hier abhängig von den Gerichten sei, auch wenn man „Richtung Naturschutz hoffentlich alles abgedeckt“ habe.
Mit einer Gegenstimme nahm der Gemeinderat schließlich den Beschlussvorschlag und den Billigungs- und Auslegungsbeschluss an. elk