Projekt „Audorfer Berge und Almen“

Große Freude über erste Erfolge

von Redaktion

Mehr Weidefläche, gesunde Blühpflanzen und eine natürliche Heimat für Insekten: Das Projekt „Audorfer Berge und Almen“, das helfen soll, die örtliche Bergwelt als Biotop zu bewahren, zeigt erste Erfolge. Davon konnte sich jetzt der Oberaudorfer Gemeinderat bei einer Almbegehung überzeugen.

Oberaudorf – Was können Landwirte, Politik und Wissenschaftler tun, um das einzigartige Biotop auf der montanen Höhenstufe der bayerischen Alpen zu schützen und zu bewahren? Die Verantwortlichen des Projekts „Audorfer Berge und Almen“ – die Diplom-Biologen Astrid Hanak und Rüdiger Urban von der Organisation Avega, Christiane Mayr von der Regierung von Oberbayern und Cornelia Walter von der Unteren Naturschutzbehörde – jetzt die Mitglieder des Oberaudorfer Gemeinderats über das Ergebnis des Projekts, das die Artenvielfalt in der Kulturlandschaft Almen fördern soll.

Denn die Almen sind bedroht: Immer mehr Landwirte müssen aus Zeitmangel auf den Erhalt ertragsarmer Futterflächen am Berg verzichten. Gehölzdruck und Schadpflanzen wie der Adlerfarn drängen die bunte Vielfalt von Flora und Fauna auf den Jahrhunderte lang durch Bewirtschaftung offen gehaltenen Almwiesen weiter zurück.

Gegenmaßnahmen sind zeit- und kostenintensiv und deshalb von Landwirten, die immer häufiger im Nebenerwerb tätig sind, allein kaum zu stemmen. Deshalb fördert das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Projekte zur Pflege und Erhaltung der Almen mit bis zu 90 Prozent der Kosten.

Apfelrose nachgewiesen

In der Gemeinde Oberaudorf gibt es bereits einige Almen rund um den Brünnstein, die in das Projekt „Audorfer Berge und Almen“ aufgenommen wurden. Die Diplom-Biologen Astrid Hanak und Rüdiger Urban, die das Projekt betreuen, konnten auf den Audorfer Almen 25 bis 30 Orchideenarten und mehrere seltene Wildrosenarten wie etwa die Apfelrose nachweisen.

Die konkurrierenden Adlerfarn-Bestände werden seither mehrmals im Jahr, beginnend im Juni, gemäht, um deren Aufwuchs zu reduzieren. Zusätzlich werden aufkommende Einzelgehölze entfernt, damit die lichten Weideflächen erhalten bleiben, und die Verbuschung beschränkt, indem Haselnuss und Brombeere kontrolliert entfernt, wertvolle Wildrosen jedoch geschont werden können.

Bei der Almbegehung erklärte Urban, dass die Wildrosen ohne Zutun niedrig bleiben, weil im Winter Hasen auf der Suche nach Nahrung die Triebe, die über die Schneedecke hinausragen, abknabbern – ein anschauliches Beispiel für die Selbstregulierung, die nach Unterstützung durch pflegerische Maßnahmen wieder zum Tragen kommt. Die finanzielle Förderung ermöglicht es den teilnehmenden Landwirten, einen Teil dieser Pflegearbeiten, die größtenteils nicht maschinell erledigt werden können, an Dritte zu vergeben.

Vorfinanzierung durch die Kommune

Auf den im Projekt eingebundenen Almen ist der Erfolg dieser mehrjährigen Anstrengungen bereits deutlich zu erkennen: Die Weidefläche hat sich wesentlich vergrößert, viele Blühpflanzen und Insekten profitieren von der offenen Fläche. Das wäre ohne die Unterstützung durch die Gemeinde nicht in diesem Umfang gelungen, erläuterten die Experten: Sie hat die Vorfinanzierung der Maßnahmen übernommen und so die Umsetzung erst ermöglicht.

Oberaudorfs Bürgermeister Hubert Wildgruber war sich mit den Teilnehmern der Exkursion einig, dass das gelungene Projekt mehr Öffentlichkeit verdient. Angedacht ist daher eine Ausstellung der anschaulichen Vorher-Nachher-Fotos aus der Projektdokumentation der Organisation Avega.

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