Eggstätter Gemeinderat fasst Sanierung der Schule ins Auge

Schlechte Noten beim Energieverbrauch

von Redaktion

Verwitterte Fenster, beschädigte Dämmung sowie veraltete Technik: Die Eggstätter Grundschule ist aus energetischer Sicht dringend sanierungsbedürftig. Welche Maßnahmen die Gemeinde – im besten Fall bereits im Sommer 2018 – ergreifen will, soll in den kommenden Wochen entschieden werden.

Eggstätt – Bürgermeister Hans Schartner formulierte in der jüngsten Eggstätter Gemeinderatssitzung den Wunsch, dass ab Sommer 2018 zumindest ein Teil des Schulhauses in der Ortsmitte saniert werden sollte. Das Gebäude, Mitte der 60er-Jahre eingeweiht, sei unter damaligen Gesichtspunkten modern und das Erdöl noch billig gewesen. Nun aber müsse – wie bei Ortsterminen und Gesprächen deutlich geworden sei – saniert werden. In welchem Umfang, das müsse der Gemeinderat entscheiden. Das richte sich nach der Haushaltslage, aber er gab auch zu bedenken, dass das Schulhaus ja auch für zukünftige Generationen sei. Martina Hackl, Energie-Expertin der Firma Steinbacher Consult Ingenieurgesellschaft mit Sitz in Augsburg, informierte über Möglichkeiten einer energetischen Sanierung. Zuerst ging sie auf den Ist-Zustand ein. Die Putzfassade des Schulhauses sei „noch in Ordnung“ sei und beim Endenergieverbrauch lägen die Werte – trotz der hauptsächlichen Nutzung am Vormittag – unter dem Norm-Durchschnitt.

Nichtsdestotrotz seien beispielsweise die Fenster stark verwittert. Die oberste Geschossdecke werde von einer acht Millimeter dicken Styroporplatte gedämmt, die aber mittlerweile komprimiert und beschädigt sei. Kontraproduktiv sei auch, dass im Sommer die Jalousien, manuell betätigt, nach Unterrichtsende oben blieben.

Bei der Anlagetechnik gebe es auch Verbesserungspotenzial. Der Heizkessel sei 30 Jahre alt, der Brennertank sei 1999 ausgetauscht worden, es gebe keine Lüftungsanlage, nur eine reine Fensterlüftung.

Sie stellte zehn Varianten vor, bei denen sie entweder Fenster, Dach, Heizung, Gebäudehülle und Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technik einzeln und miteinander kombiniert verglich. Die Ergebnisse beim Einsparpotenztial, bei den Energiekosten oder bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unterschieden sich in den einzelnen Varianten stark voneinander, so die Expertin weiter.

Nicht alle Maßnahmen rechnen sich

Alle Maßnahmen rechneten sich eigentlich nicht, wenn man es rein wirtschaftlich betrachte, denn die Schule sei nicht dauerbelegt, wodurch der Verbrauch gering bleibe und die Amortisationszeiten deshalb mindestens 15 Jahre betrügen. Für die Fotovoltaik-Anlagen auf dem Dach gelte: „Je größer die Anlage, desto wirtschaftlicher die jährlichen Gewinne.“

Für Bürgermeister Schartner sei nach wie vor eine Sanierung von Dach und Fenster vorrangig. Robert Langl forderte eine dezentrale Be- und Entlüftung. Martina Hackl musste hier widersprechen. Ihrer Erfahrung nach seien Lüftungsanlagen empfehlenswert, die Nutzer sollten dazu aber früh an Bord geholt werden. In ihrer Masterarbeit habe sie nämlich 17 Schulen energietechnisch verglichen und da sei es auffallend gewesen, dass sich die Nutzer eingesperrt fühlten, sofern Fenster keine Griffe hatten.

Hans Plank verwies auf die Teilzeit-Nutzung des Gebäudes, alle Maßnahmen zusammen bedeuteten einen „immensen Aufwand“. Valentin Obermaier schloss sich dieser Meinung an. Fenster, Dach und eine vernünftige Heizungsanlage seien ausreichend, aber: „Das ist kein Wunschkonzert, es muss finanzierbar sein.“ Auch Markus Schuster erklärte, dass man erst mal im Finanzausschuss die Finanzierung klären sollte. Laut Schartner wird der Gemeinderat bald darüber beraten, welche Maßnahmen an der Schule ergriffen werden.

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