Eggstätt – Eggstätts Bürgermeister Hans Schartner zeigte sich bei der Bürgerversammlung im vollbesetzten Saal des Gasthaus Widemann zufrieden, während er das vergangene Jahr mit Zahlen, Gemeinderatsbeschlüssen und Dorffestivitäten – von Bildern begleitet Revue passieren ließ.
Knapp über 3000 Einwohner zählt die Gemeinde am Hartsee. Die Seenplatte sei ein Besuchermagnet, über 40000 Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr gezählt, so Schartner. An der Grundschule werden derzeit 89 Kinder in fünf Klassen unterrichtet und insgesamt 68 Kinder, darunter vier Kinder mit Migrationshintergrund, besuchen die zwei Kindergärten. 22 Kinder würden auswärts betreut. Das sei allerdings dem Wunsch der Eltern geschuldet, erklärte Schartner. 54 Flüchtlinge lebten in der Gemeinde. Schartner sprach den ehrenamtlichen Helfern des Helferkreises und den Angestellten des Rathauses seinen Dank aus, ohne die „das ganze System schon längst zusammengebrochen“ wäre.
Ein wichtiges Thema für die Kommune bildet das Thema Bauen: Schartner wies darauf hin, dass es derzeit größere Probleme mit der Bauabteilung des Landratsamtes Rosenheim gebe, wenn es um Befreiungen bei bestehenden Bebauungsplänen gehe. Nichtsdestotrotz habe der Gemeinderat schon einiges auf den Weg gebracht, beispielsweise bei der Änderung des Flächennutzungsplanes in Oberndorf. Zudem konnten durch Bebauungsplanänderungen in den letzten zwei Jahren in der Ortsmitte über 50 neue Wohnungen genehmigt werden.
Probleme bei der Nachverdichtung
In Bachham habe der Gemeinderat allerdings die Verlängerungssperre wegen der noch nicht gelösten Regenrückhalte- und Hochwasserproblematik um ein weiteres Jahr verlängern müssen. Probleme gebe es auch bei der Nachverdichtung im Gewerbegebiet Natzing: Dort ansässige Betriebe wollen erweitern, aber nach Westen hin begrenzt das Wasserschutzgebiet solche Vorhaben. Und in Eggstätt-Nord sondiere man derzeit noch die Möglichkeiten einer Nachverdichtung.
Ingesamt habe die Gemeinde in jüngerer Vergangenheit viel Geld zum Wohl der Bürger in die Hand genommen, sei es bei der Versorgung mit Trinkwasser, beim Breitbandausbau, bei der Sanierung des Bachhamer Mühlbachs, beim Brandschutz oder der Sanierung des Heistracher Hauses.
Ein weiteres Anliegen war dem Rathauschef der Straßenausbau: „Einige Straßen sind in einem schlechten Zustand und müssen hergestellt werden.“ Ihm sei bewusst, dass auf die Anlieger der betroffenen Straßen dadurch Kosten zukämen. Bislang hätten die Anlieger 90 Prozent der Kosten übernommen, die Gemeinde die restlichen zehn Prozent. Der Gemeinderat sei der einhelligen Meinung, dass die endgültige Herstellung bei jenen Straßen genauso abgerechnet werden solle, wie vormals.
Geschäftsleiter Achim Kaiser erklärte hierzu die Rechtslage: Seit 2016 gelte das bayerische Erschließungsbeitragsrecht. Da aber der gemeindliche Satz noch von 1996 datiere, werde der Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen dazu einen Neubeschluss fassen müssen. Schartner versprach Anliegerversammlungen, auf denen die Bürger gehört und umfassend informiert werden sollen.
Lobend ging Schartner anschließend auf die Spendenfreudigkeit und die Ehrenamtlichen der Gemeinde ein. „Ohne euch wären wir aufgeschmissen.“ Schartner dankte zudem der gesamten Verwaltung, dem Bauhof und dem Gemeinderat: „Wir haben viel auf den Weg gebracht.“
Dorfweiher ein „Schandfleck“?
Im Anschluss daran ging der Rathauschef auf Anträge seitens der Bürger ein. Der Dorfweiher wurde in einem Schreiben als „Schandfleck“ bezeichnet, bei einer Zuschüttung könne man auf beziehungsweise rundherum einen Kräutergarten und einen Spielplatz anlegen. Schartner erklärte, dass ein Kräutergarten viel Pflege benötige, der Spielplatz-Idee aber werde sich der Gemeinderat annehmen. Ein weiteres Anliegen betraf den Bau eines Radwegs nach Weisham. Hierzu erklärte Schartner, dass es dafür Grundstücke brauche, und die „dafür zu bekommen, ist sehr schwierig.“
Eine Publikumsmeldung betraf den Stromausfall, der zweimal im letzten halben Jahr einige Ortsteile getroffen hatte. Schartner versprach, mit den verantwortlichen Stromlieferanten zu reden. Ein Bürger fragte zudem nach dem noch ausstehenden Schadensersatz aus der Causa Beer. Schartner erwiderte, dass die Klage diesbezüglich immer noch laufe.
Ein anderer Bürger hakte beim Thema Heckenschneiden nach, da bestehe „großer Handlungsbedarf.“ Schartner musste dem zustimmen, sah aber keine weitere Möglichkeit, von Verwaltungsseite her einzugreifen.
Am Ende der Versammlng erzählte Schartner den Zuhörern von seiner Idee eines Wunschbaums in der Adventszeit. Anonyme Spender könnten über die Verwaltung Bedürftige beschenken. Er selbst werde an Heiligabend „die Packerl“dann ausfahren.