Stephanskirchen – Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung war Dreischl eingeladen, einen Sachstandsbericht zu geben. Erfreut hörten die Gemeinderatsmitglieder, dass sich die Investitionen in die Neugestaltung der Bücherei gelohnt hätten. „Die Einrichtung funktioniert“, gab Dreischl strahlend bekannt. Die Besucher würden die helle, freundliche Atmosphäre loben und das Medienangebot zu schätzen wissen. „Die Bücherei lebt“, sprudelte es aus ihr heraus. Gemeinsam mit 13 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen hat sie aus dem Bestand der alten Bücherei ein paar Ladenhüter ausgemustert und neue Medien dazugenommen. Zwischen 5000 Medien können die 627 Besucher mit Leserausweis derzeit wählen.
Im Durchschnitt kommen jede Woche 156 Leser in das Rote Schulhaus, um sich ihren kostenlosen Lesestoff zu sichern. Geöffnet ist montags und mittwochs von 15 bis 17 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 11 Uhr. Bei der Öffnung am Wochenende wolle man ab dem kommenden Jahr einen neuen Weg versuchen, verriet Dreischl. Ab Januar wird die Gemeindebücherei an Samstagen erst eine Stunde später öffnen, dafür dann aber bis 12 Uhr geöffnet sein. „Ich kann mir vorstellen, dass den Lesern diese Zeitverschiebung entgegenkommt“, vermutet Dreischl. Dann wäre nämlich auch nach einem ausgiebigen Frühstück zuhause noch ein Besuch der Gemeindebücherei möglich.
Der Dialog mit ihren Lesern ist Dreischl sehr wichtig. Er erleichtert ihr die Auswahl der neuen Medien und Angebote, mit denen sie ihre Leser überraschen, begeistern, entspannen und informieren möchte.
Einmal im Monat kommen schon die ganz jungen Stephanskirchener zu ihr in die Bücherei, um in den vielen Büchern für ihre Altersklasse zu stöbern. Kindergartenkinder und Grundschulklassen nutzen das kostenlose Angebot auf diese Weise regelmäßig. Die Erwachsenen kommen immer wieder in den Genuss von Lesungen und einmal monatlich bietet Christian Wahnschaffe einen Lyrikabend an. Auch der Helferkreis nutzt die Gemeindebücherei und bietet in den Räumen ein Sprechcafé an.
Zukunftspläne hat die Leiterin der Gemeindebücherei viele: Demnächst würde sie gern eine Vorlesestunde für Kinder etablieren und einen Comiczeichner hat sie auch an der Hand, der über seine Arbeit berichten könnte. Einen Bücherflohmarkt soll es ebenfalls wieder geben.
Doch zunächst ist jetzt November, der Monat, den die Gemeindebücher in Stephanskirchen zum Monat der Spiritualität erklärt hat. Den Auftakt machte diese Woche Sennerin und Buchautorin Martina Fischer, die von ihren Almsommern erzählte.
In einer sogenannten Vereinsvitrine haben Vereine und Interessensgemeinschaften die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Die freiwillige Feuerwehr, der Gartenbauverein und die evangelische Kirche hätten diese Gelegenheit bereits genutzt. Wer Interesse hat, seinen Verein einmal darzustellen, der sollte sich bei den Mitarbeiterinnen der Gemeindebücherei rühren, ermuntert Dreischl. Die Vitrine würde bei den Besuchern immer viel Beachtung finden. Gerade die Abwechslung der verschiedenen Ausstellungen mache die Schaukästen so attraktiv.