Aschau – Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in den drei Tierheimen im Landkreis – in Rosenheim, in Bernau und in Ostermünchen – eine zumeist kranke oder verletzte Katze abgegeben wird. Rund 120 Katzen haben derzeit in den Tierheimen ein zumindest vorübergehendes Zuhause. Hinzu kommen weitere Tiere – vom Hund bis zum Kanarienvogel – die dort versorgt werden, bis sich die ehemaligen Besitzer melden beziehungsweise neue Besitzer gefunden sind.
Ein Engagement, das kostenintensiv ist – und zum großen Teil von Spenden an den Träger der Tierheime, den Rosenheimer Tierschutzverein, finanziert wird. Oder auch von den Kommunen, wie – so weit mit dem Landkreis vereinbart – beispielsweise anhand sogenannter Fundtierpauschalen.
Hier hat die Gemeinde Aschau eine Vorreiterrolle übernommen, wie jüngst bei der Mitgliederversammlung des Rosenheimer Tierschutzvereins bekannt geworden ist (wir berichteten). Denn während die Kommune als jährliche Fundtierpauschale dem Tierschutzverein gerade einmal 20 Cent pro Einwohner überweisen, ist die Gemeinde Aschau die einzige Kommune, die mit 50 Cent pro Einwohner die Fundtiere unterstützt. Und somit auf die Einwohnerzahl gerechnet mehr als das Doppelte bezahlt, als die Nachbarschaft.
Mit zwei Gegenstimmen beschloss der Gemeinderat im Februar 2015 die Fundtierpauschale. Der Beschluss ging damals auf die Bitte von Landrat Wolfgang Berthaler an die Stadt- und Gemeinderäte nach einer Finanzierungsbeteiligung zum Weiterbestand der drei Tierheime im Landkreis Rosenheim zurück. Der Landrat schlug für diese dringend notwendige finanzielle Unterstützung eine Einwohnerpauschale von 50 Cent pro Einwohner im Jahr vor. Mit dieser Kostenpauschale wären auch die Aufwendungen der Gemeinden für die Unterbringung aller Fundtiere abgegolten, ohne sie sei ein Fortbestand der Tierheime nicht sicherzustellen.
Solnar verweist
auf Beschluss
Der Aschauer Gemeinderat schloss sich diesem Vorschlag des Landrats ohne lange Diskussionen an (wir berichteten) und hat mittlerweile in den vergangenen drei Jahren 8450 Euro für die durchschnittlich 5633 Einwohner mit Hauptwohnsitz als Fundtierpauschale an den Tierschutzverein überwiesen.
Auch wenn zwischen den finanziellen Beiträgen der Kommunen im Landkreis in puncto Fundtierpauschale eine extreme Diskrepanz herrscht, will Aschaus Bürgermeister Peter Solnar die Höhe der Zuwendung nicht überdenken. „Wir haben einen bestehenden Gemeinderatsbeschluss“, sagte Solnar auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen, „mehr gibt es dazu nicht zu sagen“.