Lippertskirchen – Anders als im vergangenen Jahr war der Himmel zwar mit Wolken verhangen, jedoch bescherte die Föhnlage mit zwischenzeitlich etwas Sonne den zahlreichen Teilnehmern und rund 2000 Zaungästen einen standesgemäßen Gottesdienst mit anschließendem bilderbuchhaftem Umritt um die Wallfahrtskirche „Maria Morgenstern“.
Vor wieder einmal besonderer Kulisse hielt Pfarrverbandsleiter Ernst Kögler am Feldaltar auf der Köglwiese den Gottesdienst. Unter den Gästen waren auch MdL Otto Lederer, MdL a. D. Annemarie Biechl und Sepp Ranner, Bezirksrat Sebastian Friesinger, die Feilnbacher Gemeindeoberhäupter Hans Hofer, Vitus Gasteiger und Sebastian Obermaier sowie Bürgermeister der umliegenden Gemeinden und führende Vertreter der Trachten- und Brauchtumspflege.
Die musikalische Gestaltung der Feierlichkeiten übernahm die Musikkapelle Bad Feilnbach unter der Leitung von Stefan Kirchberger. Ein Blickfang waren auch die in Mieder und Schalk gewandeten Dirndln und Frauen des GTEV „D´ Jenbachtaler“ Bad Feilnbach und benachbarter Trachtenvereine sowie die Gebirgsschützenkompanien Elbach und Bad Aibling.
Sehr viele kunstvoll geschmückte Gespanne, fein herausgeputzte Pferde und Ponys sowie fesche Fuhrleute, Reiterinnen und Reiter – darunter auch sehr junge Pferdeliebhaber, Nachwuchsreiter und Nachwuchsfahrer – boten ein eindrucksvolles Bild während der Messe und vor allem beim Leonhardiritt.
Bereits im 51. Jahr revanchierten sich Leonhardi-freunde aus Hundham mit schmucken Rössern, Fuhrleuten, Wagen und Trachtlern für den Besuch der Lippertskirchner am Vortag bei ihrem Umritt. Der Schutzheilige Leonhard gilt nicht nur als Patron von Reitern und Vieh, sondern auch der Wöchnerinnen und Gefangenen, die er der Legende nach von Ketten und Fesseln befreite. Diese Überlieferung nahm Pfarrer Kögler zum Anlass, mit seiner kraftvollen Predigt zahlreiche Gläubige anzusprechen. Angesichts unruhiger und von Krisen und Kriegen gezeichneten Zeit seien Ketten anderer Art entstanden. Auch von diesen gelte es sich zu befreien. Um auch angesichts vieler „Traumblasen“ wieder auf den Boden der Realität zurückzukehren, bedürfe es der Hilfe Leonhards, den die Gläubigen sodann um Fürsprache baten.
Beeindruckend wie eh und je dann der zweimalige Umritt, den Scharen von Besuchern am Rande des Wallfahrtsweges verfolgten. Traditionsgemäß spendete Pfarrer Kögler an der Mauer der Wallfahrtskirche „Maria Morgenstern“ den Segen für alle Teilnehmer. Diese erwiderten den Segen mit dem Kreuzeszeichen. pes