Obing – Im Alten Rathaus in Obing, jetzt Haus der Vereine, wird noch bis Ende November eine Ausstellung über zahlreiche kulturhistorische Objekte in Obing gezeigt. Zu sehen sind alte und neue Fotos und Erläuterungen auf Informationstafeln, die im Rahmen des Leader-Projektes „Ortsgeschichten“ nächstes Jahr an 55 Kirchen, Kapellen und profanen Gebäuden angebracht werden.
Die Gäste bei der Eröffnung der Ausstellung waren sich einig, dass die Zusammenstellung des vielfältigen Materials eindrücklich zeigt, dass Obing einen reichen Schatz an Kulturdenkmälern zu bieten hat und dass es sich lohnt, sich mit der Geschichte Obings zu beschäftigen. Initiator und Organisator Ludwig Bürger stellte heraus, dass Ortsgeschichte in Obing dank des Wirkens des langjährigen Ortsheimatpflegers Walter Mayer schon lange einen hohen Stellenwert habe. Darauf habe er sich bei der Aufbereitung der Informationen für die Beschilderung der Gebäude und die aktuelle Ausstellung stützen können, ebenso auf die beinahe lückenlose fotografische Dokumentation von Flurdenkmälern, Kirchen und Bundwerkstadeln durch Andreas Grill.
Obings Bürgermeister Sepp Huber begrüßte es, dass die Erinnerung an die ortsprägenden Gebäude Obings und ihre Geschichte wachgehalten werde, „man muss sich auf die Vergangenheit besinnen, damit man die Zukunft gestalten kann“. Die Ausstellung sei sozusagen der Auftakt zu einem Obinger Heimatmuseum in diesen Ausstellungsräumen im Alten Rathaus.
Kreisheimatpfleger Christian Soika sah in der Präsentation der Kunstschätze der Heimat eine wichtige Voraussetzung für ihre Erhaltung: „Nur wenn wir den Bürgern ihre Bedeutung vermitteln, verstehen sie auch, warum für die Pflege der Denkmäler der Vergangenheit Geld ausgegeben wird.“
Die Bilder von ortsprägenden Gebäuden sind für die Betrachter eine Anregung zum Erinnern. Das zeigte gleich am Eröffnungstag zum Beispiel ein Gespräch vor dem alten Foto vom Gasthof Kufner, dem ehemaligen „Schmiedwirt“, bei dem über Erlebnisse aus der Kriegs- und Nachkriegszeit und über den Kiosk, den man auf dem alten Bild noch sieht, gesprochen wurde.
Die Leader-Region Chiemgauer Seenplatte unterstützt die Vorhaben der heimatgeschichtlich Interessierten in einer Reihe von Gemeinden in der Region. Um Heimatgeschichte erlebbar zu machen gibt es Fördermittel aus dem Leader-Programm, um kulturhistorisch bedeutsame Gebäude mit Informationstafeln zu versehen.
In Obing ist die Sammlung und Aufbereitung der Inhalte für die Tafeln bereits abgeschlossen und auch die Verbindung zu weiterführenden Informationen durch QR- Codes auf den Tafeln wird hergestellt. Die Ausstellung „Kulturschätze in Obing“ ist bis Ende November mittwochs und sonntags jeweils von 13 bis 16 Uhr geöffnet. igr