Rohrdorf – Wenn erst einmal eine Trasse auf Rohrdorfer Flur ins Auge gefasst sei, „kriegen wir die nicht mehr weg“, hatte Bürgermeister Christian Praxl bereits in der September-Sitzung gewarnt. Und das Gremium war sich angesichts des von der DB Netz AG vorgegebenen Zeitplans einig, dass schnellstmöglich Argumente zusammengetragen werden müssten, die gegen eine Trasse auf Gemeindegebiet sprechen (wir berichteten). Entsprechend wurde das Ingenieurbüro Steinbacher Consult in Neusäß beauftragt, das bereits die Entwässerungsplanung für den sechsstreifigen Ausbau der Salzburger Autobahn unter die Lupe genommen hat.
Das Fachbüro soll zum einen prüfen, ob die Grundlage, auf der die Raumwiderstandsanalyse für die Korridorüberlegungen vorgenommen wurde, stimmig ist, ob etwa Schutzgebiete und Vorgaben aus dem Flächennutzungsplan ausreichend berücksichtigt wurden, und ob die angewandte Bewertungsmatrix nachvollziehbar und plausibel ist; insgesamt sind hierfür 150 Stunden angesetzt.
Der Raumwiderstand gibt die Sensibilität eines Raumes für Baumaßnahmen wieder, beispielsweise was technische Gegebenheiten oder die Bodenbeschaffenheit anbelangt. Allerdings sei man dazu auf die Daten der Bahn angewiesen, verdeutlichte Christian Schönleber, Geschäftsleiter im Rohrdorfer Rathaus, auf Anfrage.
Wurde etwa die Lauterbacher Filze und ihre wichtige Funktion als Wasserspeicher richtig eingestuft? Dies ist nur eine der Fragen, die es zu klären gilt. Zumal das Gutachten, dessen Gesamtkosten sich nach derzeitigem Stand auf rund 18000 Euro belaufen, in einem zweiten Teil auch die Entwässerung sowie die Auswirkungen eines hundertjährlichen Hochwassers im Falle einer Bahntrasse übers Gemeindegebiet aufzeigen soll. Die Details über das weitere Vorgehen klopft die Verwaltung nun in einem Sondierungsgespräch mit dem Ingenieurbüro ab.
Die dritte, ebenfalls angebotene Untersuchung, mit welchen Maßnahmen der Eingriff in Schutzgüter und der Flächenverbrauch bei einem Bau einer Trasse möglichst gering gehalten werden könnten, lehnte der Gemeinderat unterdessen ab. Stünde sie doch im Widerspruch zum klaren „Nein“ der Gemeinde zu einer Bahntrasse durch Rohrdorf, so Schönleber weiter.
Vielmehr setzt das Gremium auf eine zusätzliche naturschutzrechtliche Prüfung, in deren Zuge seltene beziehungsweise geschützte Tier- und Pflanzenarten erfasst werden sollen. Die Verwaltung wurde beauftragt, entsprechende Angebote einzuholen.