Frasdorf – Von den Besuchen diverser Trachtenfeste über die Renovierung und Segnung der Vereinsfahne bis zu Auftritten auf der Theaterbühne – „überall waren die Frasdorfer Trachtler mit dabei. Wir brauchen uns vor niemand verstecken, der Frasdorfer Trachtenverein ist gut beinander, es zeigt sich die langjährige gute Arbeit der Jugendleiter und der Vorplattler, der Zusammenhalt der Jugend und der Aktiven wird im Verein auf jede erdenkliche Weise gefördert“, sagte Vorsitzender Sepp Enzinger jetzt bei der Jahreshauptversammlung des Trachtenvereins „D’Lamstoana in der Lamstoahalle.
Enzinger erinnerte vor allem an die Höhepunkte des Vereinsjahres – bei allen Veranstaltungen sei der Trachtenverein quer durch alle Altersgruppen angemessen vertreten gewesen. Beim Gaufest des Chiemgau-Alpenverbands in Atzing holten sich die Frasdorfer Trachtler mit 235 Personen und 309 Punkten den dritten Platz hinter Prien und Wildenwart.
Peter Schäffer berichtete von der Jugendarbeit: 49 Buben und Mädchen bis 16 Jahre treffen sich jede Woche mindestens zweimal zu den Plattlerproben. Mit ungezählten Proben bereiteten die Jugendleiter und ihre Helfer die Kinder und Jugendlichen auf das Vereinspreisplatteln, das Sechs-Vereine-Preisplatteln und die Auftritte bei den Festen rund um die Halle vor. Veronika Brehmer qualifizierte sich beim Sechs-Vereine-Preisplatteln für die Gaujugendgruppe.
Laut Vorplattler Marinus Wörndl kommen bei den Aktiven rund 30 Burschen und Mädchen regelmäßig zu den Plattlerproben in die Lamstoahalle. Die Aktiven belegten beim Gaupreisplatteln und beim Gaudirndldrahn gute Plätze, die Gruppe erreichte Rang elf. Enzinger bedankte sich bei den beiden Vorplattlern und der Dirndlvertreterin sowie bei allen Aktiven für deren Einsatz. Es sei für die Vorplattler nicht immer einfach, die ganze Mannschaft zu motivieren. „Viele Arbeiten, die in anderen Vereinen von der ,mittleren Generation‘ gemacht werden, werden bei uns von den Aktiven geleistet.“
„Unser Ziel ist es, Bairisch als Umgangssprache zu erhalten und zu erreichen, dass auch die Allgemeinheit dahinter steht“, erklärte als Gast bei der Jahreshauptversammlung der Frasdorfer Trachtler der Vorsitzende des Vereins Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn Rudi Mörtl. Bei den Trachtenvereinen auf dem Lande sei die Welt ja noch in Ordnung, hier spreche noch fast jeder seine unverfälschte Sprache. Ganz anders sehe es in den Städten aus: Bairisch gebe es da nur noch in der einen oder anderen Nische. „Aber da werden wir schon wieder als Exoten abgestempelt“, sagte Mörtl, „gerade so als seien die baierische Sprache und der Dialekt nicht mehr zeitgemäß“.
Eltern fürchten Nachteile
Viele Eltern befürchteten immer noch Nachteile für ihre Kinder, wenn sie Dialekt sprechen, und redeten mit ihnen ein vermeintliches Schriftdeutsch, tatsächlich aber eine norddeutsch gefärbte Umgangssprache. Dieses Sprachverhalten stehe ganz im Gegensatz zur Attraktivität Bayerns mit den besten Wirtschaftsdaten, den wenigsten Schulden, den besten Schulen und Eliteuniversitäten. Mörtl: „Es gibt also wirklich keinen Grund für diese vermeintliche Minderwertigkeit.“
Die nächsten Termine für die Frasdorfer Trachtler sind das Preisschafkopfen am 18. November um 19.30 Uhr und drei Aufführungen der „Kleinen Lamstoabühne“ am 27. und 29. Dezember sowie am 2. Januar. 2018 Jahr ist wieder ein Trachtenmarkt in der Lamstoahalle geplant, das Sechs-Vereine-Preisplatteln richtet Frasdorf aus. reh