Rohrdorf – Nach dem hochgelobten Projekt im letzten Jahr mit der Aufführung der Carmina Burana mit dem Projektchor des Sängerkreises unter der musikalischen Leitung des Bad Aiblinger Kirchenmusikers Konrad Liebscher kehrte der Sängerkreis Wendelstein in diesem Jahr wieder zurück in normales Fahrwasser und veranstaltete dem dreijährigen Turnus entsprechend ein Kirchenkonzert.
Dem Aufruf ihres Vorsitzenden, Alois Hundhammer, folgten acht von 23 Chören aus dem Landkreis Rosenheim und boten dem fachkundigen Publikum Kostproben ihres Könnens. Diesmal trafen sich die Sängerinnen und Sänger in Rohrdorf, dem Sitz des Liederkranzes Rohrdorf, und nutzten die hervorragende Akustik in der Ortskirche St. Jakobus der Ältere, um ihre Stimmen erklingen zu lassen.
Den Reigen begann der in diesem Jahr in den Sängerkreis neu aufgenommene Chor aus Schloßberg, die Sonetten, mit ihrer Dirigentin Rebekka Höpfner. Der Frauenchor überzeugte stimmlich bei seinen dargebrachten Liedern, bei dem Kanon „Gaudeamus hodie“ sowie den Liedern „Vexilla regis I“ und „Abend wird es wieder“.
Der darauf folgende Chor sagt von sich selbst, er sei der einzige Männerchor Rosenheims: Der „MGV Liederkranz Aising“. Mit wuchtigen Stimmen, die auch die Pianos beherrschten, brachten sie unter dem Dirigat von Erich Declara die Lieder „Mater Die“ von Lorenz Mayerhofer sowie „Wie groß bist Du“.
Als erster der drei Kolbermoorer Chöre des Abends brachte die Concordia den Kanon „Dona nobis pacem“ zu Gehör und spendete „irische Segenswünsche“. Der geografisch nördlichste Chor des Sängerkreises war an diesem Abend der Gesangverein Ellmosen. Dieser Männerchor hat schon einiges von sich hören lassen und bestach an diesem Abend wieder einmal mit seiner zurückhaltenden und doch kräftigen, den Liedern angemessenen Ausdrucksweise, die ihr Dirigent, Konrad Liebscher, gekonnt einforderte. Das „Hebe deine Augen auf“ von Mendelssohn-Bartholdy sucht hierbei seinesgleichen und das „O salutaris hostia“ aus der Gounod-Messe stand diesem in nichts nach.
Die Sängerrunde Kolbermoor, mittlerweile ein reiner Frauenchor, angeleitet durch die zweite Kreischormeisterin Ursula Wisuschil, überzeugte mit einem zarten „Shalom chaberim“ sowie dem Spiritual „Evening rise“. Die kleinste Gruppe bildete bei dieser Zusammenkunft der Singkreis Großkarolinenfeld unter der Leitung ihrer unermüdlichen Wiltrud Rothmayer, die auch mit 85 Jahren noch viel Schwung mitbringt. So brachte sie ihr Ensemble mit „Herzlich lieb hab ich dich, o Herr“ und dem „O bone Jesu“ der zuhörenden Schar näher.
Eigentlich kennt man den großen Chor der Stadtsingschule Kolbermoor hauptsächlich durch seine bayerischen Lieder. In Rohrdorf bewiesen sie, dass sie auch Kirche können. Das durch den raumfüllenden Chor dargebrachte „Auf dich, o Herr, vertrauet meine Seele“ sorgte für erhebende Momente. Dirigentin Heide Hauser zauberte aus ihren Kehlen ein inbrünstiges „Du gingst den Weg“ von Hans Berger.
Den Schlusspunkt des Abends durfte der gastgebende Chor, der Liederkranz Rohrdorf, gestalten. Von der Orgelempore herab gaben sie eine Kostprobe ihres Könnens ab. Aus der bereits im Maikonzert aufgeführten Jenkins-Messe brachten sie unter dem engagierten Dirigat von Hans Wagner erst das andächtige „Laudamus te“ und dann das expressionistische, explosive „Exscultate, Jubilate“ zum besten.
Für die Orgelbegleitung holten sie keinen Geringeren als den Bad Aiblinger Organisten Konrad Liebscher an ihr Instrument, das dieser vortrefflich zu bedienen wusste. Seine ausufernde, alle Register nutzende Improvisation über eben dieses Thema bildete einen fulminanten und gänsehauterzeugenden Abschluss dieses Chöretreffens.
Einem guten Brauch folgend traf sich dann die 170-köpfige Sängerschar auf eine gemeinsame Brotzeit im Gasthof zur Post und unterhielt sich bis in den späten Abend hinein über ihre gemeinsame Leidenschaft, das Singen. So manche Anekdote machte die Runde.
Die kommende Veranstaltung des Sängerkreises im nächsten Jahr wird dann wieder ein bayerischer Hoagartn sein, wobei der Veranstaltungsort noch nicht festgelegt wurde.re