Simone Meisl hat sich in Westafrika engagiert

Missionarin auf Zeit in Ghana

von Redaktion

Als freiwillige Missionarin auf Zeit hat die Schnaitseerin Simone Meisl in einem orthopädischen Trainings-Center in Ghana gearbeitet – und jetzt in ihrer Heimat von ihren Erfahrungen berichtet.

Schnaitsee – Kompetent vermittelte die examinierte Krankenschwester die Situation von Kindern und Erwachsenen in Ghana, die infolge Geburtsfehler oder erworbener Behinderungen ihr Leben meistern müssen. Das Zentrum, an dem sie ein Jahr lang mithalf, leistet nicht nur Hilfe, es fertigt auch die nötigen Hilfsmittel und bildet Orthopädie-Handwerker aus. Gleichzeitig erhalten Kinder während der oft monatelangen Behandlung schulische Bildung.

Es war immer schon der Wunsch der engagierten Schnaitseerin, nach Afrika zu gehen. Nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester sah sie den richtigen Zeitpunkt dafür gekommen. Nach den guten Erfahrungen der Schnaitseerinnen Monika und Andrea über die Vermittlung durch die Armen Schulschwestern für deren Projekt in Kenia wand sich auch Simone Meisl an diesen Orden. Nach intensiven Vorbereitungsseminaren wurde sie im August 2016 ins „OTC Nsawam“, 40 Kilometer von der Hauptstadt Accra entfernt, gesandt. Das Center wird geführt von den Armen Schulschwestern. Dort lebte sie zusammen mit zwei amerikanischen und je einer deutschen und einer ghanaischen Schwester.

Insgesamt beschäftigt diese Krankenstation 70 Angestellte als Physiotherapeuten, Orthopädie-Handwerker und -Schuhmacher, Schreiner, Hausmütter, Köchinnen und Lehrer. Angegliedert ist eine Schule für Orthopädietechnik. Im Durchschnitt hat das „OTC“ täglich 60 bis 70 Patienten. Durch die Ambulanz und eine landesweit agierende mobile Ärzte-Einheit werden jährlich etwa 6000 Kranke versorgt. Behandelt werden überwiegend Gliedmaßen-Deformationen oder Unfallschäden.

Auffällig ist die Häufung von Deformationen bei Kindern, wie zum Beispiel die Missbildung oder das Fehlen von Fingern, Händen, Armen und Beinen. Die Aufgabe von Simone Meisl waren allgemeine Arbeiten als Krankenschwester, Wundverbandswechsel mit oft primitiven Mitteln, Begleitungen zum Krankenhaus, Pflege der Kinder und Unterstützung der Lehrer beim Unterrichten.

Bei ihrem Bilderbericht zeigte Simone Meisl auch die oft über Jahre andauernde Krankheitsgeschichte geschädigter Kinder. Da gibt es zum Beispiel das vollkommen vernachlässigte Baby in einer Plastikschüssel, das durch die Behandlung zumindest sich selbst bewegen und die Grundanforderungen des Lebens bewältigen kann.

Behandelt werden überwiegend Gliedmaßen-

Deformationen oder Unfallschäden

Das OTC finanziert sich rein aus Spenden, der Staat Ghana ist nicht in der Lage, diesen Menschen zu helfen. Es gibt zwar eine Art von Krankenversicherung, diese deckt aber nicht einmal die Verabreichung von einfachsten Schmerzmitteln. Simone Meisl konnte durch die Spenden-Unterstützung aus der Heimat viel Gutes bewirken. Zurück in Bayern arbeitet Simone Meisl wieder in ihrem Beruf, hat aber nach wie vor gute Kontakte nach Ghana. Sie ist dankbar für alle Spenden, die sie an „ihr“ orthopädisches Zentrum senden kann.

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