Amerang – Amerang steht nach wie vor gut da – das wurde in den Bürgerversammlungen in Amerang, Evenhausen und Kirchensur deutlich. Bürgermeister Gust Voit zeigte sich in seinem Rechenschaftsbericht mit der Entwicklung der Gemeinde zufrieden. Die Bürger sahen das wohl ähnlich, denn die Wortmeldungen betrafen überwiegend verkehrstechnische Themen.
Finanzen
Die Finanzlage der Gemeinde ist nach wie vor gut. Trotz der erstmaligen Neuverschuldung seit 2009 belegen die aktuellen Haushaltszahlen die wirtschaftlich gute Situation, die vor allem auf Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer und Steuerbeteiligungen basiert. Doch Amerang hat viel vor. Die Haushaltsentwicklung machte den Erlass eines Nachtragshaushalts erforderlich. Für das Jahr 2017 ist neben der bereits genehmigten Kreditaufnahme für die Sanierung der Schulsporthalle von 1,5 Millionen Euro eine zusätzliche Kreditaufnahme in Höhe von 1,1 Millionen Euro vorgesehen. Zum Haushaltsausgleich werden der allgemeinen Rücklage etwa 1,89 Millionen Euro entnommen, in der Rücklage bleiben knapp 560000 Euro. Der Gesamtbetrag der Kreditaufnahmen für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen wurde erhöht und auf 2,6 Millionen Euro festgesetzt. Die Gemeinde beabsichtigt in Kürze Grundstücke zur künftigen Ausweisung von Wohnbauland zu kaufen, die Kosten waren bisher im Haushaltsplan nicht veranschlagt. Insgesamt sind dafür im Nachtragshaushaltsplan etwa 2,6 Millionen vorgesehen. Angesetzt waren 300000 Euro. Hinzu kommt, dass der geplante Verkauf der Gewerbegrundflächen im Grünhofer Feld im Haushaltsjahr nicht mehr realisiert wird und dadurch geplante Einnahmen in Höhe von 1,1 Millionen Euro entfallen.
Die Einnahmen des Verwaltungshaushalts – im Besonderen die Gewerbesteuer mit rund 2,5 Millionen Euro (Ansatz 1,8 Millionen) sowie die Einkommensteuerbeteiligung mit rund 2,1 Millionen Euro (Ansatz: 1,95 Millionen Euro) entwickeln sich, laut Voit sehr erfreulich. Bei Grund- und Gewerbesteuern liege Amerang im landkreisweiten Vergleich am untersten Niveau. Die Gemeinde wolle den örtlichen Betrieben, die in den letzten Jahren weit über 60 Millionen Euro in den Standort investiert hätten, ein verlässlicher Partner sein, betonte Voit.
Die wichtigsten Ausgaben im Verwaltungshaushalt sind die Gewerbesteuerumlage mit prognostizierten 660000 Euro (Ansatz: 500000 Euro), die Kreisumlage mit 1,9 Millionen Euro, die Schulverbandsumlage mit 286000 Euro, Ausgaben im Rahmen des Kinderbetreuungsgesetzes von 464000 Euro nach Abzug der Zuschüsse und einer knappen Million für Personalkosten.
Die Sanierung der Straße Asham-Kammer ist in diesem Jahr nicht mehr umsetzbar. Der Breitbandausbau wird die Gemeinde in den kommenden Jahren weiterbeschäftigen.
Bauangelegenheiten
Gewerbegebiet Grünhofer Feld: Der Bebauungsplan ist 2017 in Kraft getreten. Laut Voit bemühe sich die Gemeinde um die Ansiedlung von guten Betrieben, um auch das heimische Handwerk und Gewerbe zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern. Grundstücke werden mit einer Mindestgröße von 2500 Quadratmetern angeboten.
Pfaffinger Feld, Evenhausen: Der Bebauungsplan befindet sich laut Voit auf der Zielgeraden. Am Evenhausener Ortsrand sollen sieben Wohngebäude mit bis zu 19 Wohneinheiten entstehen. In diesem Zusammenhang warb der Bürgermeister für mehr mehrgeschossigen Wohnbau. Es sei es eine der Hauptaufgaben der Gemeinde, den Wohnbedarf der ortsansässigen Bevölkerung zu sichern. Derzeit stehe die Gemeinde in Verhandlungen zum Ankauf von Wohnbauflächen in Amerang, Evenhausen und Kirchensur. Der Verkauf solle sowohl nach Einheimischenmodell als auch im freien Verfahren erfolgen.
Sanierung der Gemeindehalle: Bei der Sanierung der Gemeindehalle kommt es laut Voit aufgrund von unvorhergesehenen Mehraufwendungen beim Rückbau von schadstoffbelasteten Bauteilen zu einer Kostensteigerung von 128000 Euro. Die Kostenberechnung für die Baumaßnahme liege derzeit bei gut 2,7 Millionen Euro. Nach Abzug der Zuschüsse bleibt der Gemeinde ein Anteil von 1,64 Millionen Euro. Darüber hinaus informierte Voit kurz über weitere bauliche Maßnahmen. Demnach wird derzeit der Kindergartenweg mit Gesamtkosten von 226000 Euro ausgebaut. Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung im Ortsgebiet für 82500 Euro ist noch nicht abgeschlossen. Die gute Nachricht: Die Gesamtkosten werden aus gestalterischen Gründen und aufgrund von Energieeinsparung nicht auf die Anlieger umgelegt.
Neuordnungsverfahren: Im Rahmen der Dorferneuerung sind im Gemeindebereich derzeit zwei Projekte in Arbeit. Im Amerang soll die Gehweganbindung der Bahnhofstraße erfolgen und je nach Witterung möglicherweise noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden. In Evenhausen soll nach Vorschlägen eines Arbeitskreises die Dorfmitte erneuert werden. Dazu zählt auch der Ausbau bis zur Chiemgaustraße/Pfarrerlandweg über das Amt für Ländliche Entwicklung und der weitere Ausbau bis zur Kreisstraße durch die Gemeinde. Die Arbeiten sollen 2018 beginnen. Das Spielplatzprojekt wurde bereits im Frühjahr umgesetzt.
(Weiterer Bericht folgt.)