Flintsbach – „Oft kommen solche Großeinsätze nicht vor“, sagt Vereinsvorsitzender Gabriel Mayer. Hauptamtlich ist Mayer Rettungsprofi, denn er ist Geschäftsführer und Leiter Rettungsdienst der Ambulanz Rosenheim GmbH mit Sitz in Flintsbach, die auch noch weitere Standorte in Fischbachau und Kolbermoor unterhält. Von Flintsbach aus werden bei Großschadenslagen zusätzliche ehrenamtliche Einsatzkräfte entsendet, die dann den regulären Rettungsdienst unterstützen. „Zu den letzten großen Ereignissen, zu denen wir ausgerückt sind, gehörte das Zugunglück in Bad Aibling oder auch der Amoklauf in München“, erinnert sich Mayer.
Es gehe aber nicht immer ganz so spektakulär zu. So traten die Retter aus Flintsbach zum Beispiel auch bei den Evakuierungen Rosenheimer Einwohner nach Funden von Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg in Aktion. Ihr Einsatzgebiet reiche bis in den Münchner Raum hinein.
Dafür stehen derzeit den rund 40 aktive Helfern zahlreiche Fahrzeuge zur Verfügung. Einige von ihnen sind mit der Aufschrift „MHW“ beschriftet. „Dieses Kürzel steht für „Medizinisches Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V.“, in dem die Ambulanz-Rosenheim GmbH sowie die Ambulanz-Rosenheim e.V. aktive Mitglieder sind“, sagt Gabriel Mayer. Über diesen Verband werde nationale und auch internationale Katastrophenhilfe geleistet, an denen die Flintsbacher regelmäßig beteiligt sind.
Neben den üblichen Krankentransportfahrzeugen (KTW) gehören auch ein Einsatzleitwagen (ELW) und ein Behandlungsplatzfahrzeug (BHP 50), das es im wahrsten Sinn des Wortes in sich hat, dazu. In ihm sind fünf Großraumzelte, Krankenliegen und weiteres Equipment verstaut, mit dem insgesamt 50 Patienten pro Stunde gleichzeitig versorgt werden können.
Außerdem gehören zum Fuhrpark weitere Fahrzeuge, wie ein geländegängiger KTW auf Pinzgauer-Fahrgestell, ein Energieversorgungsanhänger für Strom und Heizung sowie eine Feldküche. „Wir benötigen daher nicht nur aktive Mitglieder, die sich im reinen Sanitätsdienst engagieren, sondern auch Mitarbeiter, die sich hauptsächlich um die Technik kümmern“, erklärt der Vereinsvorsitzende.
Zu den regelmäßigen Aufgaben des Vereins gehören auch Sanitäts-Wachdienste bei Veranstaltungen. Die sind immer dann notwendig, wenn von einem erhöhten Gefahrenpotenzial ausgegangen wird, so Mayer.
Um auf sich und die vielfältigen Aufgaben aufmerksam zu machen, fand kürzlich eine Präsentation des Vereins im Rahmen eines Marktsonntags in Raubling statt. Hier wurde nicht nur das moderne Equipment ausgestellt, sondern auch eindrucksvoll von den Helfern in Szene gesetzt. Dabei konnte so mancher Zuschauer noch etwas hinzulernen: Versorgung einer verletzten Person oder Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED). Für viele Besucher der Ausstellung war obendrein der Blick in einen Rettungstransportwagen interessant, „ohne gleich Patient zu sein“, wie ein Besucher feststellte. „Da drinnen sieht es ja aus wie in einem Operationssaal. Das ist schon recht eindrucksvoll, einmal die ganzen Geräte zur Beatmung, Wiederbelebung und Versorgung zu sehen. Außerdem ist es gut, zu wissen, wie professionell die Mannschaft damit umgeht – Respekt!“ So erhielten die Helfer vielfach großes Lob von den beeindruckten Zuschauern.
Ehrenamtliche umfangreich
ausgebildet
„Die ehrenamtlichen Mitglieder werden recht umfangreich ausgebildet, bevor sie eingesetzt werden,“ erklärte Gabriel Mayer, „im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen.“ Im ersten Schritt werden die Einsteiger in 96 Stunden zum First Responder ausgebildet. Dann geht es natürlich weiter bis zum Notfallsanitäter. „Wer gerne so eine notfallmedizinische Ausbildung mitmachen will, der ist bei uns richtig aufgehoben und willkommen“, sagt Mayer, der aktuell um aktive Mitglieder wirbt. Interessenten können sich unter www.ambulanz-rosenheim-ev.de informieren oder einfach selbst einmal zu einem Vereinsabend kommen.