Schonstett – Das Rechnungsergebnis zum Haushalt 2016 stellte Geschäftsstellenleiter Marco Binder vor. Der Haushalt schloss im Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit rund 2,23 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit rund 1,08 Millionen Euro. Der Gesamthaushalt hatte ein Volumen von 3,32 Millionen Euro. Der Ansatz für dieses Jahr liegt annähernd eine Million Euro höher, was ausschließlich dem Vermögenshaushalt geschuldet ist.
Da das neue Baugebiet erst nächstes Jahr verwirklicht werden kann, fallen die Investitionen weitaus geringer aus. Erfreulich ist das in den letzten Jahren beständig hohe Gewerbesteueraufkommen. Bei der Wirtschaftskraft ist Schonstett momentan an 19. Stelle von 46 Landkreisgemeinden und somit „Leader“ in der Verwaltungsgemeinde. Auch beim Schuldenabbau kommt man voran – zum Jahresende wird man sie um weitere 103950 Euro auf dann rund 1,09 Euro abgebaut haben. Durch die Umschuldung eines Darlehens – die Zinsbindung lief aus – kann man künftig bei den Zinszahlungen kräftig sparen, der neu ausgehandelte Zinssatz dafür ist annähernd 3,5 Prozent günstiger.
Einwohnerzahl
nahezu unverändert
Die Einwohnerzahl sei mit 1407 nahezu unverändert geblieben, so Bürgermeister Josef Fink in seinem Bericht, sie ändere sich jedoch ständig, was 78 Weg- und 93 Zuzüge veranschaulichten. Mit momentan 14 Geburten liege man bereits über den 13 vom Vorjahr. Sterbefälle verzeichnete man sieben, davon zwei vom Caritasheim. Bei der Kriminalstatistik habe man leider kräftig zugelegt – von sechs auf 23. Davon entfallen zehn Delikte auf Straßenkriminalität und zwölf auf Sachbeschädigungen. Die Zahl von 43 Verkehrsunfällen, davon vier innerorts, sei trotz zweier Kreisel immer noch sehr hoch. Acht Unfälle mit Personenschaden mit drei Schwer- und sechs Leichtverletzten, eine Person wurde getötet – eine traurige Bilanz. Von drei Fahrzeugführern, die sich unerlaubt vom Unfallort entfernten, konnte einer ermittelt werden. Zum Thema „Dorfladen“ gebe es nichts Neues zu berichten, so Fink. Schwierig gestalte sich hier die Suche nach Räumlichkeiten. Bei den Auflagen und Vorschriften erscheine der Umbau eines bestehenden Gebäudes unwirtschaftlich. Einen Neubau finanzieren – da seien noch viele Fragen offen. Für Bürger, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, gibt es laut Bürgermeister künftig eine zusätzliche Busverbindung um 9 Uhr nach Wasserburg. Nach einem Jahr soll die Auslastung überprüft und über eine Fortführung entschieden werden. Jede Fahrt wird von der Kommune mit 40 Euro bezuschusst.
Für 2018 sind umfangreiche Investitionen und Baumaßnahmen geplant. Neben dem Baugebiet noch die Regenwasserkanalumlegung in Au und in der Halfinger Straße, am Badeweiher und den Regenwasserrückhaltebecken. Straßen sollen dort saniert werden, wo Bedarf ist, angedacht ist auch die „Lückenschließung“ beim Geh- und Radweg Richtung Gewerbegebiet im Zuge der Erschließung des Baugebiets. Der dafür nötige Grund wurde erworben. Beim Breitbandausbau ist der Zuwendungsbescheid eingegangen, die Verträge sind unterzeichnet. Die Firma hat nun zwei Jahre Zeit, um alles umzusetzen. Weiter bat Fink die Grundeigentümer, ihre Sträucher, die in Straßen und Wege wachsen, zurückzuschneiden unter Beachtung des Lichtraumprofils.
Anschließend stellte Fink Monika Lex als neue Mitarbeiterin im Gemeindebüro vor, die von Montag bis Donnerstag jeweils am Vormittag die Anliegen der Bürger bearbeiten wird. Am Donnerstagnachmittag und Freitagvormittag wird sie von Diana Wierer vertreten. Auf Anfrage eines Zuhörers, ob Tagesordnungspunkte aus dem nichtöffentlichen Teil einer Gemeinderatssitzung nicht in der nächsten Öffentlichen bekannt gegeben werden können, versprach Fink dies zu prüfen. Mit einem Dank an alle Mitarbeiter und Helfer sowie den Vereinen, angefangen vom Kindergartenverein über Feuerwehr und Gewerbeverband, beschloss Fink „Teil 1“ der Bürgerversammlung.
Auf großes Interesse stieß das im Anschluss von Florian Wenzel und Dr. Christian Boeser-Schnebel vorgestellte „Dorfgespräch“. Dies ist ein Projekt des Gesellschaftswissenschaftlichen Instituts München für Zukunftsfragen in Kooperation mit dem Bildungswerk Rosenheim. Finanziert wird es durch die Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn.
Herausforderungen
in kleinen Dörfern
Ziel ist es, viele unterschiedliche Leute in der Gemeinde ins Gespräch zu bringen. Dabei soll das Miteinander und das Dorf zum Thema gemacht werden. Auch in kleinen Dörfern gibt es Herausforderungen. Beispiel: Wie kommen Alt und Jung, Alteingesessene und Neuzugezogene ins Gespräch? Wie geht man mit der Abwanderung von Ärzten, Geschäften und Unternehmen um? Die nächsten Treffen finden am Mittwoch, 22. November, und am Mittwoch, 13. Dezember, jeweils von 19 bis 22 Uhr im Speisesaal des Caritasheimes statt.