Erzdiözese München und Freising

Vernetzte Ministranten

von Redaktion

Erst im Jahr 1994 durften Mädchen offiziell zu Ministrantinnen werden. Heute ist Manuela van der Berg aus dem Pfarrverband Rohrdorf die erste weibliche Vorsitzende im ersten diözesanen Jugendverband für Ministranten.

Rohrdorf/Kiefersfelden/München – Stefan Heumann aus dem Pfarrverband Oberes Inntal ist ebenfalls Vorstand der neuen Organisation. Gemeinsam wollen sie die Arbeit der Ministranten unterstützen und aufwerten. Die Gründung eines neuen Verbandes in der Kirche bedurfte eines langen Vorlaufs: Angefangen hat es mit dem Wunsch, den Gottesdienst der Jugendkorbinianswallfahrt, die eine der größten Jugendwallfahrten Deutschlands ist und eine mehr als 70-jährige Tradition hat, inhaltlich zu gestalten. Die Bewerbung beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) wurde zweimal mit der Begründung, die Pfarrverbände seien nicht diözesan organisiert, abgelehnt.

Manuela van der Berg und Stefan Heumann hatten nach der Enttäuschung eine mutige Idee: „Warum gründen wir nicht einen Verband der Ministranten?“, fragten sie sich und wurden dann auch schnell tätig: Bei der Umsetzung wurden die beiden von Markus Lentner, Referent für Ministrantenarbeit und religiöse Bildung im Erzbischöflichen Jugendamt München und Freising, kräftig unterstützt. „Ich freue mich, dass Ministranten sich selbst vertreten und ihr spirituelles Profil zum Ausdruck bringen wollen,“ sagt er.

Am 19. September 2017 trafen sich 21 Vertreter bestehender regionaler Ministrantenverbände und Oberministranten aus Pfarreien/Pfarrverbänden aus der gesamten Erzdiözese München und Freising. Sie verabschiedeten die Satzung des deutschlandweit ersten, ein gesamtes (Erz)Bistum umfassenden diözesanen Jugendverband für Ministrantinnen und Ministranten. Am 29. Oktober feierten zahlreiche Ministranten und Ministrantinnen die Gründung mit Weihbischof Wolfgang Bischof im Kirchlichen Zentrum in München-Haidhausen.

Seitdem geht es hoch her bei den beiden. Die Satzung wird beim Finanzamt auf Gemeinnützigkeit überprüft, das Logo ist in Arbeit, die sozialen Netzwerke werden eingerichtet. Nun gilt es von den 22000 Minis, wie sich die Ministranten nennen, möglichst viele als Mitglieder zu gewinnen.

Gegenwind

kann beflügeln

Gegenwind gab es von bereits etablierten diözesan organisierten Verbänden wie Landjugend, Kolping und ähnlichen, die eine Konkurrenzsituation fürchten. Manuela und Stefan aber sind zuversichtlich, dass der neue Verband eine Bereicherung in der Vielfalt der Angebote für junge christliche Menschen sein wird.

Ministrantenarbeit lebt von Vernetzung, vom Austausch von Glauben, Erfahrungen und Ideen. „Ich freue mich, dass wir Strukturen geschaffen haben, die uns vernetzen und so auch den vielen jungen engagierten Menschen in den Pfarreien eine Stimme geben“, erklärt Manuela van Berg.

Einen besonderen Stellenwert für den Ministrantenverband hat die liturgische Bildung, die Glaubensbildung und die Gestaltung des spirituellen Lebens von Ministranten und Ministrantinnen. Durch eine intensive Ausbildung der Gruppenleiter sollen die Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen für die Ministrantentätigkeit gefördert werden. Die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstbestimmung bei ihrem ehrenamtlichen Engagement ist eines der Themen, wie auch Mitarbeit und Einflussnahme von Ministranten und Ministrantinnen bei Entwicklungen in Kirche, Gesellschaft, Staat und internationalen Beziehungen.

„Innerhalb der Erzdiözese München und Freising verstehen wir uns als Plattform zum Austausch für die Ministrantenarbeit. Dazu gehört die Präsenz in den modernen sozialen Netzwerken, wie Facebook, Instagram und natürlich unsere eigene Homepage“ sagt Stefan Heumann.

Es gibt noch sehr viel zu tun für die 24-jährige Sportwissenschaftsstudentin Manuela van der Berg aus Rohrdorf und dem 22-jährigen Versicherungskaufmann Stefan Heumann aus Kiefersfelden.

„Wir sind seit dem achten Lebensjahr in den Pfarrgemeinden aktiv. Es macht so viel Spaß mit Menschen unterschiedlichen Alters in der Gemeinschaft etwas zu bewegen und dies aber ohne Leistungsdruck. Das gibt uns die Energie für die anstehenden Aufgaben“ sagt Manuela van der Berg. „Wenn wir eine der nächsten Jugendkorbinianswallfahrten ausrichten dürfen, dann wissen wir, dass wir erfolgreich waren“, ergänzt Stefan Heumann.do

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