Bad Feilnbach – 2012 mit dem Bayerischen Innovationspreis ausgezeichnet (wir berichteten), gehen die Kult-Filmtage in den Feilnbacher Gasthäusern in die nächste Runde. Menü, Programm und Auswahl der Spielorte sind filmbezogen, mit Liebe zum Detail. Nach den Abenden der vergangenen Staffeln bereitet das Filmtage-Team – Andrea Hailer, Karin Freiheit und die engagierten Wirte der Initiative „Kreativ & Köstlich“ –nun den nächsten Streich vor.
Das Filmprogramm umfasst wie immer die gesamte Palette: bayerisch, lustig, emotional – kultig eben. Heuer steht die Reihe unter dem Motto „Starke Frauen – trickreiche Jungs“. Die „Kreativ & Köstlich“-Gastronomen – die Wirtschaft Höß, Gasthaus Pfeiffenthaler, Kistlerwirt, Gasthaus Bärenstub´n, Aumanwirt und das Gasthaus „Weingast“. Die Filmtage gehen bis zum 18. Mai. Alle Filmabende beginnen um 18.30 Uhr.
Lebensgeschichten werden gezeigt
Auf dem Programm steht am 12. und 13. Januar in der Wirtschaft Höß der Film „Mein Blind Date mit dem Leben“. Der Film erzählt die Lebensgeschichte von Saliya Kahawatte, der als Jugendlicher sein Augenlicht verlor, aber sich seine Träume und den Blick für das Wesentliche bewahrt hat. Eine Karriere im Luxus-Hotel – das ist der Traum von Saliya. Doch für jemanden, der fast blind ist, könnte nichts unwahrscheinlicher sein. Regie: Marc Rothemund, mit Kostja Ullmann, Jacob Matschenz, Anna Maria Mühe.
Am 23. und 24. Februar geht es dann im Gasthaus „Bärenstub’n“ mit dem Film „Pelé: Birth of a Legend“ weiter. Der Beitrag dreht sich um den Weltfußballer des 20. Jahrhunderts, Sportler des Jahrhunderts, besten Fußballer aller Zeiten. Pelés einzigartiges Ballgefühl, seine Spielfreude und sein unkonventioneller Stil zeichnen ihn aus. Aber wo liegen die Wurzeln des Fußballkönigs? Der Spielfilm erzählt von Pelés Anfängen, von seiner Kindheit und Jugend in ärmlichen Verhältnissen, von Bällen aus zusammengeschnürten Socken, vom Jonglieren mit Früchten.
Am Wochenende, 9. und 10. März, lädt der Kistlerwirt zum Filmabend ein. Gezeigt wird „La La Land“. Der Beitrag spielt im Los Angeles der Gegenwart, das Filmherz aber schlägt für die Vergangenheit. Dieser Film ist eine Hommage an die französischen Musicals von Jacques Demy und feiert gleichzeitig den Jazz als nahen Verwandten des Kinos. Die Musik umrahmt die Liebesgeschichte von Mia, der verträumten Schauspielerin, die als Kaffeebotin ihr Geld verdient, und Jazzpianist Sebastian, der ebenfalls den großen Ruhm in Los Angeles anstrebt. „La La Land“ gewann bis 2017 über 200 Filmpreise und wurde für über 240 weitere nominiert. Bei der Oscarverleihung erhielt der Beitrag 14 Nominierungen und wurde mit sechs Oscars bedacht.
Im Gasthaus Pfeiffenthaler wiederum steht am 12. und 13. April die „Grießnockerlaffäre“ auf der cineastischen Speisekarte. In dem Film wird es mühsam für Kommissar Franz Eberhofer, denn diesmal steht er selbst unter Mordverdacht. Autorin Rita Falk hat mit ihren Eberhofer-Krimis ein modernes Kultphänomen geschaffen: die spleenigen Charaktere und Geschichten sind ans Herz gewachsen, Niederkaltenkirchen kein fiktiver Ort, sondern ein Lebensgefühl.
Goldener Apfel wird wieder verliehen
„Florence Foster Jenkins“ wiederum ist am 27. und 28. April auf der Leinwand im „Aumanwirt“ zu sehen. Der Film erzählt die wahre Geschichte der gleichnamigen New Yorker Erbin und exzentrischen Persönlichkeit. Geradezu zwanghaft verfolgt sie ihren Traum, eine umjubelte Opernsängerin zu werden. Es gibt nur ein winziges Problem: ihre Stimme. Als Florence 1944 beschließt, ein öffentliches Konzert in der Carnegie Hall für die gesamte New Yorker High Society zu geben.
Im Gasthaus „Weingast“ wiederum wird der Gast am 18. Mai in „Die fabelhafte Welt der Amelie“ entführt. „Die fabelhafte Welt der Amelie“ ist völlig anders als alle Filme, die zuvor gedreht wurden. Der französische Spielfilm von Jean-Pierre Jeunet mit Audrey Tautou in der Hauptrolle hat nicht nur Filmgeschichte geschrieben. Vor allem die Filmmusik von Yann Tiersen hat den Film weltberühmt und unvergessen gemacht.
Der Abschluss der Filmreihe mit Verleihung des goldenen Filmapfels ist dann wieder im Juli. Die Liste der bisherigen Preisträger ist illustrer: Matthias Kiefersauer, Rita Falk, Boris Kunz, Rosalie Eberle, Konstantin Ferstl, Bettina Oberli, Johanna Bittenbinder und Enzi Fuchs. Wer reiht sich 2018 hier ein? Und: In welcher Form wird die Verleihung gefeiert? Hierüber hüllen sich die Verantwortlichen noch in Schweigen. Von Ausflug bis Gala sei alles denkbar, heißt es von den Organisatoren.