Prutting – Gut entwickelte Zwischenfruchtbestände nach Wintergerste und Winterweizen würden zur Reduzierung des Phosphor-Eintrags in den Simssee beitragen, war zu hören. Durch die Mulchschicht, die die Zwischenfruchtbestände im darauffolgenden Frühjahr bilden, werde die oberflächige Verlagerung des Phosphors von hängigen Ackerflächen vermieden.
„Gleichzeitig binden die Pflanzen die Nährstoffe in ihrer Wurzel-, Spross- und Blattmasse“, erklärten die Experten. Die Pflanzenmasse ernähre bei ihrer Umsetzung im Boden die Regenwürmer und Mikroorganismen und erhöhe so den Humusgehalt der Böden.
Jedoch sei Zwischenfrucht nicht gleich Zwischenfrucht. Je nachdem, wann die Pflanzenmischungen ausgesät würden, entwickelten sich die Bestände unterschiedlich.
Davon konnten sich alle Teilnehmer der Feldbegehung überzeugen. Die Wintergerste sei die wichtigste Kultur zum Zwischenfruchtanbau, so die Experten. Nach zweimaligem Grubbern oder Ackern könne schon Anfang August die Zwischenfrucht angebaut werden. Dann hätten alle Pflanzen des Gemenges die Chance, sich im Wurzel- und Blattbereich voll zu entwickeln.
„Die vielfältigen Gemenge sollten sich dabei ,etagenmäßig‘“ entwickeln“, so Werner Rauhögger von Ecozept, der die Mischungen zusammengestellt hat.
Ramtillkraut und Kresse mit ihrer zügigen Entwicklung würden helfen, das Unkraut in Schach zu halten. In ihrem „Schatten“ entwickelten sich die tiefer wurzelnden Arten wie Phazelia, Sommerwicke, Perserklee und einjährige Luzerne. Selbst die Sonnenblume könne ihre Blütenstände voll ausbilden, da sie die wärmeren Monate August und September zum Wachstum zur Verfügung habe.
Auch nach Winterweizen ließen sich gute Zwischenfruchtbestände etablieren, auch wenn es meistens Mitte August oder noch später werde, bis das Feld zur Saat vorbereitet sei.
Hier werde ein höherer Anteil der schnellwachsenden Arten wie Buchweizen, Ramtillkraut und Kresse eingesetzt. Der ebenfalls enthaltene Ölrettich sei spätsaatverträglich und entwickele eine Pfahlwurzel, die helfe, Verdichtungen aufzubrechen, zusätzlich decke er mit seinen großen Blättern den Boden gut ab. Noch tiefer würde der 2017 erstmals verwendete Tillage radish wurzeln. Er friere auch sicherer ab.
Nach beiden Getreiden gelänge es, auf diese Weise ein vielfältiges, wüchsiges Gemenge zu etablieren, das den Boden verbessere und Nährstoffe fixiere.
Nach den Zwischenfruchtflächen besichtigten die Teilnehmer der Feldbegehung noch Silomaisflächen mit Weidelgras-Untersaat in Bad Endorf. Die Untersaaten waren gut entwickelt. „Deutlich sind jedoch die Auswirkungen von verschieden wüchsigem Mais und der Vorfrucht auf die Entwicklung der Untersaat zu erkennen“, so Edeltraud Wissinger, die das Gebiet betreut. Um dies noch näher betrachten zu können, wird Ecozept voraussichtlich im nächsten Frühjahr eine Feldbegehung zu Maisuntersaaten im Simssee-Einzugsgebiet durchführen. Die Teilnehmer der Feldbegehung waren sich einig, dass mit den vorgestellten Maßnahmen weiter gearbeitet werden soll.re