Probenendspurt des Kinder-Festivalchors Immling für Aufführungen

Dornröschen aus dem Schlaf erweckt

von Redaktion

„Hänsel und Gretel“ als Oper kennt fast jeder. Doch dass Engelbert Humperdinck auch „Dornröschen“ komponierte , wissen nur wenige. Der Kinder-Festivalchor Immling präsentiert diese Märchenoper beim „Musikalischen Winterzauber“. Erstmals kommt dafür die Amadeus-Bühne im Kulturhotel Endorfer Hof zum Einsatz.

Halfing – Am kommenden Samstag, 2. Dezember, feiert „Dornröschen“ Premiere. Die Vorbereitungen dafür laufen in diesen Tagen auf vollen Touren: Die Kulisse steht, die Kostüme sitzen und die Texte und der Gesang sowieso. Eingeführt wurde der „Musikalische Winterzauber“ vor zwei Jahren. Damals stand die „Schneekönigin“ auf dem Programm. Im vergangenen Jahr erlebten die Zuschauer bei „Immer dem Stern nach!“ dann die bevorstehende Geburt des Christkindes aus dem Blickwinkel von frechen Engeln und lustigen Tieren. Heuer geht es mit einem Märchen der Gebrüder Grimm durch die Weihnachtszeit.

Auch diesmal ist das musikalische Wintermärchen ausschließlich mit den Kindern des Festivalchors Immling besetzt. Inszenierung und Bühnenbild stammen von Ludwig Baumann. Florian Maier ist für die Dramaturgie verantwortlich. Iris Schmid hat die musikalische Leitung übernommen. Wichtig ist ihnen, Familienunterhaltung im besten Sinne zu bieten und dabei jungen Nachwuchstalenten die Chance zu geben, sich auf einer Bühne vor großem Publikum zu präsentieren. Die positive Resonanz in den vergangenen beiden Jahren zeigt, wie gut dieses Konzept bei Publikum und Akteuren ankommt.

Neu ist heuer der Aufführungsort: Statt im Sternenzelt geht es diesmal in den Kellersaal des Kulturhotels Endorfer Hof auf die Amadeus-Bühne. Diese ist ganz neu und soll in Zukunft für so manche kulturelle Veranstaltung genutzt werden. Den Auftakt machen dürfen jetzt die Kinder des Festivalchors.

29 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 14 Jahren bereiten sich bereits seit vielen Wochen intensiv für den „Musikalischen Winterzauber“ vor. Mit der Wahl des diesjährigen Stückes sind sie durch die Bank sehr zufrieden. „Die Musik ist sehr schön“, schwärmt Lisa. Die Sechsjährige spielt den Kobold Rubin. Trotz ihres jungen Alters ist Lisa schon ganz Profi. „Aufgeregt bin ich gar nicht“, erklärte die junge Dame bei der jüngsten Probe. Kein Wunder, Lisa macht bereits seit zwei Jahren beim Kinder-Festivalchor Immling mit. Schule und Freizeit unter einen Hut zu bringen ist für die Erstklässlerin auch überhaupt kein Problem: „Das funktioniert gut.“

Das Märchen „Dornröschen“ hat Lisa immer schon gut gefallen. Die Fassung in Engelbert Humperdincks Oper war aber auch ihr neu: Königssohn Reinhold muss zahlreiche Prüfungen bestehen, ehe er die schöne Schlafende wachküssen kann. Humperdinck begann im Jahr 1901 mit der Vertonung dieses bereits 1895 von der Berliner Dichterin und Jugendbuchautorin Elisabeth Ebeling zugesandten Textbuches. Gesang, gesprochener Dialog und Melodrama verbinden sich zu einem äußerst originellen musikalischen Werk. Die Herausforderung für die Nachwuchstalente von Gut Immling ist entsprechend hoch.

Die zwölfjährige Elena übt auch bei sich daheim eifrig, um den gesanglichen Anforderungen des Dornröschens gerecht zu werden. „Ich höre mir immer wieder Übungsaufnahmen an und singe sie dann nach“, erzählt sie. Auch sie verspürt aktuell noch kaum Nervosität: „Ich mache jetzt bereits seit fünf Jahren bei Aufführungen von Gut Immling mit. Da weiß man dann, wie das so ist“, sagt sie. Angst hat sie nur vor einem: „Auf keinen Fall darf ich auf der Bühne ausrutschen. Das wäre peinlich.“

Das weibliche Geschlecht ist bei der Aufführung deutlich in der Überzahl. Auch der Prinz wird von einer jungen Dame gemimt. Der neunjährige Leonhard ist einer der wenigen männlichen Darsteller. Er spielt den Mond. „Das ist eine sehr schöne Rolle“, freut sich der Bub. Er spiele gerne Theater: „Wenn man dann auf der Bühne vor so vielen Leuten steht und die am Schluss auch noch klatschen, macht einen das schon sehr stolz.“

Iris Schmid ist sich sicher, dass die Kinder durch derartige Projekte viel für das Leben lernen. „Teamgeist und Disziplin werden gestärkt. Man darf Glück und Gefühle ausdrücken, lernt selbstständiges Tun, wird selbstbewusster und lernt die vielen schönen Seiten von Kultur und Klassik kennen“, fasst sie zusammen.

Neun Aufführungen

Neunmal steht „Dornröschen“ in Bad Endorf auf dem Spielplan. Am Samstag, 2. Dezember, Sonntag, 10. Dezember, und Samstag, 16. Dezember, stehen jeweils zwei Aufführungen um 14.30 und 17 Uhr auf dem Programm. 2018 geht es am Samstag, 6. Januar, ebenfalls um 14.30 und 17 Uhr weiter. Die letzte Aufführung von „Dornröschen“ ist am Sonntag, 7. Januar, um 14.30 Uhr zu sehen. Spielplan und Tickets gibt es im Internet unter www.immling.de. wu

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